Nach Bund-Ländertreffen: Kritik an den neuen Corona-Beschlüssen

Tourismusbranche fassungslos: Corona-Lockdown verlängert – „Erweiterte Ruhetage“ an Ostern

Gasthaus „Zur blauen Traube“ in Memmingen.
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Für die Gastronomie und Hotellerie gibt es immer noch keine Aussicht auf Öffnungen.

Bayern - Die Bundesregierung hat bei dem Bund-Ländertreffen (22. März 2021) den Lockdown ein weiteres Mal verlängert. „Vollkommen plan- und ideenlos ohne Perspektive für Gastronomie und Hotellerie geht man in den sechsten Monat Lockdown ohne Aussicht auf jegliche Öffnungen“, kritisiert der Unternehmerverband Werteorientierter Mittelstand in Deutschland e.V. (WEMID) dies in einer Stellungnahme.

Hygienemaßnahmen und Konzepte, die diese Branche mit hohem finanziellem Aufwand entwickelt und geleistet hat, wird zur reinen Makulatur“, empört sich die Vizepräsidentin des Unternehmerverbandes, Jutta Herzner-Tomei, selbst seit 40 Jahren selbstständige Gastronomin. Für sie steht fest, dass viele Gastronomen, Hoteliers, aber auch Zulieferer dieser Branche das nicht überleben werden. „Wir hatten fest damit gerechnet, dass die Bundesregierung eine Öffnungsperspektive liefern wird. In dieser Krise gibt es null Planungssicherheit und das zermürbt unsere Branche “, so Herzner-Tomei wörtlich.

Deutschland habe zwar auch viele Bestrebungen unternommen, Infektionsketten in Gastronomiebetrieben zu unterbrechen, aber nichts davon habe den Lockdown verhindern können. Es kann nach Ansicht von Herzner-Tomei nicht mehr hingenommen werden, dass auf Grund politischem Versagen durch fehlerhafte Test- und Impfstrategie eine ganze Branche die Zeche zahlen muss. Deshalb stellt der WEMID eine klare Forderung an die Bundesregierung, endlich mit einem klugen Konzept für Planungssicherheit zu sorgen, um intelligente Öffnungsschritte zuzulassen. Permanenter „Lockdown“ als einzige Lösung anzusehen sei eindeutig der falsche Weg.

Update: „Erweiterte Ruhezeit“ am 1. und 3. April wieder gestoppt

Das Gremium aus Kanzlerin und den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten hatte bei dem Treffen nicht nur die Verlängerung des seit Monaten andauernden Lockdowns bis zunächst einmal 18. April und die damit verbundenen Einschränkungen im privaten Bereich beschlossen. Darüber hinaus sollten kommende Woche eine sogenannte „erweiterte Ruhezeit zu Ostern“ gelten. Im Klartext wollten Bund und Länder um die Osterfeiertage einmalig zwei zusätzliche Ruhetage schaffen, um das ganze Land fünf Tage am Stück komplett herunterzufahren. Das heißt, an Gründonnerstag, 1. April, und an Karsamstag, 3. April, die keine Feiertage sind, sollten Geschäfte geschlossen bleiben. Lediglich der „Lebensmittelhandel im engen Sinne“ soll am Samstag öffnen. Ebenfalls verboten sein sollten an den Tagen Versammlungen und die Kirchen gebeten werden, ausschließlich virtuelle Gottesdienste zu veranstalten. Somit würde bereits zum zweiten Mal nacheinander das wichtigste Fest für Christen - Ostern – wohl fast ausschließlich im privaten Kreis stattfinden. Allerdings warf die „Ruhezeit zu Ostern“ zu viele Fragen auf und wurde heute Mittag (24. März) im kurzfristig anberaumten Bund-Ländertreffen schon wieder gekippt.

Knallharter Lockdown verkündet - offene Fragen bei der „Ruhezeit zu Ostern“

Was wurde beschlossen und wie soll es weitergehen?

Deshalb wurden die „Oster-Ruhetage“ wieder gestoppt.

Ausführliche Informationen zu den Beschlüssen des letzten Corona-Gipfels vom 22. März 2021 zum Nachlesen. (MK)

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