Natur pur erleben

Unterallgäu: „Glückswege“ und „Radrunde“ - zwei neue LEADER-Projekte an der Iller eröffnet

Gruppenbild Eröffnung der Glückswege im Allgäu auf der Illerbrücke bei Legau.
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Das Bild zeigt auf der Brücke von links: Tobias Klöck (Projektleiter Landratsamt Unterallgäu), Christof Endreß (Bürgermeister von Blaichach), Veronika Hämmerle (AELF Kempten), Alex Eder (Landrat Unterallgäu), Michael Bohlinger (Geschäftsführer LEW Wasserkraft GmbH).

Legau - An der Illerstufe 6 bei Legau wurden im Rahmen einer feierlichen Zeremonie zwei schöne, freizeittouristische Attraktionen, die auch von der EU im Rahmen der LEADER+-Projekte gefördert wurden, eröffnet. Es handelt sich dabei um die „Glückswege im Allgäu“ und die Radrunde „Natur und Technik im Illerwinkel“.

Um die Iller im Bereich zwischen Legau und Bad Grönenbach queren zu können, wurde bei der Illerstaustufe 6 ein Aussichtsturm mit Erlebnissteg errichtet. Eine Hängebrücke überspannt die Iller auf einer Länge von rund 80 Metern. Am südlichen Ufer entstand auf einer Höhe von 23 Metern eine Aussichtsplattform, die einen Blick in die naheliegende Illersteilwand ermöglicht, ohne diesen sensiblen Bereich begehen zu müssen. Der Illerübergang wurde an das bestehende Rad- und Wanderwegenetz angeschlossen. Auch wurden extra einige Radwege „entschärft“.

23 Meter hoch ist die Aussichtsplattform, die am südlichen Ufer der Iller entstanden ist.

Kürzlich trafen sich direkt an der Illerstufe 6 in Legau die Projektbeteiligen, unter anderem von der LEW Wasserkraft GmbH als Projektträger, sowie der Unterallgäuer Landrat Alex Eder, die Vertreterin von AELF (Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten), der Projektleiter des Landratsamt und die jeweiligen Projektleiter aus dem Landkreis Unterallgäu, um die Projekte vorzustellen.

Der Geschäftsführer der LEW Wasserkraft GmbH, Michael Bohlinger, betonte, wie wichtig die Nachhaltigkeit und die Vereinbarkeit von Ökologie und Ökonomie sind. Ein Beispiel dafür sei hier am Wasserkraftwerk Legau zu sehen. Während der Veranstaltung schüttet ein Bagger Kieselsteine ans Flussufer und in die Iller. Solche Kies- und Steinbänke (Geschiebe) sind schon an verschiedenen Stellen der Iller angelegt worden. In Ermangelung der natürlichen, nicht gestauten Fließbewegungen des Flusses sind solche Maßnahmen erforderlich, damit die Fische wieder laichen können. An den errichteten Fischwanderhilfen in Legau und Fluhmühle schafft eine Fischbeobachtungsstation mit Zählbecken die Möglichkeit, durch ein beleuchtetes Sichtfenster die heimischen Fischarten zu beobachten. Auch sind sehr schöne Wanderwege und Radwege entstanden und bieten den Besucher/innen ein vielfältiges Programm zum Thema Natur und Naturschutz an.

Auch Landrat Alex Eder konnte nur Gutes über diese schönen Naturwege berichten. Diese bieten den Besuchern aus der Region und auch den Touristen eine große Vielfalt an besonderen Attraktionen. Kirchen und Schlösser, Störche und Fische oder Kneipp-Stationen sind da nur einige der Sehenswürdigkeiten, betonte Eder. Zum Beispiel wurden, um den Besuchern den Zugang zum Gewässer wieder zu ermöglichen, die Uferbereiche abgeflacht und ein naturnahes Illerufer geschaffen. Die Uferaufweitung bietet neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Aber alle Erfolge konnten laut Landrat nur in Teamarbeit erreicht werden.

Rad- und Wanderwege

Die „Glückswege im Allgäu“ sind 14 Rad- und Wanderwege rund um das Thema „Glück“. Dazu gehören elf Wanderwege und drei Radwege mit einer Gesamtlänge von 187 Kilometer, verteilt im gesamten Unterallgäu und teilweise in angrenzende Landkreise hinein. Jeder Weg zeichnet sich durch eine individuelle Geschichte aus und bietet besondere Höhepunkte. Sie arbeiten Potenziale der Region heraus und sind eng verbunden mit der Lehre des Wasserdoktors Sebastian Kneipp. Die Kosten hierfür belaufen sich auf 325.000 Euro, die LEADER-Förderung beträgt 136.000 Euro.

Glücksfluss-Etappe

Einer dieser Glückswege ist die Glücksfluss-Etappe mit einer Länge von 16,5 Kilometern. Diese wiederum ist gleichzeitig Teil der Radrunde „Natur und Technik im Illerwinkel“ und somit die Verbindung zu diesem Projekt. Projektträger sind die LEW Wasserkraft GmbH, in Kooperation mit den Lokalen Aktionsgruppen Kneippland Unterallgäu und Regionalentwicklung Oberallgäu, den Landkreisen Unterallgäu und Oberallgäu sowie den Gemeinden Lautrach, Legau, Bad Grönenbach, Kronburg, Altusried und Dietmannsried.

  • Die Kosten hierfür belaufen sich auf 350.000 Euro, die Leader-Förderung beträgt 175.000 Euro.
  • Länge der Radrunde: 44,8 Kilometer, Höhenmeter: 640 Meter.
  • Entlang der Strecke haben die Projektpartner radgerechte Rastplätze und Ladestationen für E-Bikes aufgebaut.
  • Zudem wurden bisher schwer befahrbare Bereiche optimiert.

Was ist LEADER?

LEADER ist ein Maßnahmenprogramm der Europäischen Union, mit dem seit 1991 modellhaft innovative Aktionen im ländlichen Raum gefördert werden. Lokale Aktionsgruppen erarbeiten vor Ort Entwicklungskonzepte. Ziel ist es, die ländlichen Regionen Europas auf dem Weg zu einer eigenständigen Entwicklung zu unterstützen.

Rainer Becker

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