Zusammenschluss „richtig und wichtig“

Unterallgäu: Kreistag befasst sich mit Klinikverbund, Radwegen und Arbeitsmarkt

Frontansicht der Kreisklinik in Mindelheim.
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Seit November 2019 gehören die beiden Unterallgäuer Kliniken in Mindelheim (im Bild) und Ottobeuren zum Klinikverbund Allgäu.

Unterallgäu - Mit dem Jahresabschluss 2019 des Klinikverbunds Allgäu, dem Unterallgäuer Radwegekonzept und der aktuellen Lage am Arbeitsmarkt hat sich jetzt der Unterallgäuer Kreistag befasst. Immer wieder spielten dabei auch die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen eine Rolle. Die Sitzung fand wieder im Mindelheimer Forum statt.

Jahresabschluss 2019 des Klinikverbunds Allgäu und Beteiligungsbericht: Seit November 2019 gehören die beiden Unterallgäuer Kliniken in Mindelheim und Ottobeuren zum Klinikverbund Allgäu. „Die Entscheidung, über Landkreisgrenzen zusammenzuarbeiten, war richtig und wichtig“, betonte Geschäftsführer Andreas Ruland. Den Start in die gemeinsame Zukunft bezeichnete er als „gelungen“, es seien bereits vielerlei Bande zwischen den Häusern und den Beschäftigten geknüpft und wichtige strukturelle und personelle Entscheidungen getroffen worden. Der Klinikverbund Allgäu stehe gut da. „Wir können uns in Bayern sehen lassen“, so Ruland. Der Geschäftsführer geht davon aus, dass der Klinikverbund das Jahr 2020 mit schwarzen Zahlen abschließen wird – obwohl Corona den Klinikbetrieb auf den Kopf gestellt habe. Auch 2021 werde wegen der Pandemie ein „besonderes Jahr“. Mittlerweile gebe es aber eine „neue Normalität“ in den Kliniken. Patienten- und Mitarbeitersicherheit spielen dabei laut Ruland eine zentrale Rolle.

Der Geschäftsführer gab zusammen mit seinem Kollegen Michael Osberghaus auch einen Überblick über die vorgesehene medizinische Ausdifferenzierung in den Häusern und die aktuellen baulichen Planungen. In Mindelheim soll etwa soll das Klinikareal zu einem „Gesundheitscampus“ weiterentwickelt werden. Auch die Klinik in Ottobeuren soll durch verschiedene Maßnahmen weiter gestärkt werden, so Osberghaus.

Radwegkonzept des Landkreises: Abteilungsleiter Walter Pleiner stellte dem Kreistag das Investitionsprogramm für die Radwege im Landkreis vor. Dieses sieht den Ausbau von Geh- und Radwegen entlang von 26 „Achsen“ vor. Gebaut worden seien seit dem Jahr 2010 insgesamt rund 68,5 Kilometer Radwege. In Planung seien derzeit weitere 14,8 Kilometer – unter anderem zwischen Günz und Westerheim, zwischen Gottenau und Markt Rettenbach oder in der Ortsdurchfahrt von Babenhausen. Zunehmend schwierig sei in den vergangenen Jahren der notwendige Grunderwerb geworden, so Pleiner.

Keine Sorgen um den Ausbildungsmarkt

Arbeitsmarkt im Unterallgäu: Einen Überblick über aktuelle Entwicklungen am Arbeitsmarkt gab Maria Amtmann den Kreisräten. Das Unterallgäu sei mit Vollbeschäftigung selbst in Corona-Zeiten „eine privilegierte Region“, so die Leiterin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen. Dennoch: Die Zahl der Arbeitslosen im Unterallgäu sei von März auf April „sprunghaft“ angestiegen, geradezu „exorbitant“ sei der Zuwachs bei der Kurzarbeit gewesen. Im April habe über ein Viertel der Betriebe im Unterallgäu Kurzarbeit angezeigt (1.031 von 3.854 Betrieben). Anfangs seien davon vor allem Gastronomie und Hotellerie sowie der Handel und das produzierende Gewerbe betroffen gewesen, mittlerweile vor allem die Veranstaltungsbranche und Reisebüros. Im September habe sich die Lage allgemein aber wieder etwas entspannt, so Amtmann. Jetzt spielten strukturelle Veränderungen wieder eine größere Rolle.

Um den Ausbildungsmarkt müsse man sich im Unterallgäu trotz Corona aktuell keine Sorgen machen – schwieriger werde das kommende Jahr, weil durch fehlende Praktikumsmöglichkeiten bei vielen jungen Menschen die Orientierung fehle. Alfred Falger und Bettina Kreuzer gaben dem Kreistag einen Überblick über Aufgaben und Leistungen des Unterallgäuer Jobcenters. (MK)

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