Bis zu 50.000 Pakete pro Tag

Unterallgäu: Neues DPD Depot in Holzgünz nimmt Betrieb auf

Das neue Paketsortierzentrum von DPD in Holzgünz im Unterallgäu.
+
Ressourcenschonende Bauweise, Photovoltaikanlage, regenerative Wärme aus Biomasse: In Holzgünz hat DPD Deutschland ein besonders nachhaltiges Paketsortierzentrum in Betrieb genommen.

Holzgünz – Etwas mehr als ein Jahr ist es her, dass DPD Deutschland gemeinsam mit der Alois Müller Holding GmbH & Co. KG den symbolischen Baubeginn eines „grünen“ Depots in Holzgünz feierten. Die Bauarbeiten verliefen genau nach Zeitplan: Am vergangenen Samstag (23. Januar 2021) ist der neue Standort offiziell in Betrieb genommen worden.

Auf dem rund 54.000 Quadratmeter großen Grundstück entstanden eine Entladehalle, zwei Beladehallen sowie ein Bürogebäude mit einer gesamten Nutzfläche von knapp 10.000 Quadratmeter. Die Energiezentrale des „grünen“ DPD Depots ist bereits Ende Dezember in Betrieb gegangen. Als Bauträger trat die regionale Alois Müller Holding GmbH & Co. KG auf, die zugleich Vermieter des Betriebsgeländes ist. Während des Baus legten die Beteiligten einen besonderen Wert auf ressourcenschonende sowie energieeffiziente Lösungen. Das neue DPD Depot wird nahezu energieautark sein. Mit Hilfe einer rund 7.000 Quadratmeter großen Photovoltaikanlage mit einer Leistung von insgesamt 750 kW wird für die Hallen und das Bürogebäude eigener Strom produziert und über intelligente Energiespeicher bedarfsorientiert verwendet. Darüber hinaus werden die Gebäude durch ressourcenschonende Betonkernaktivierung geheizt und gekühlt. Die Bereitstellung von Wärme und Kälte erfolgt aus der nahegelegenen Energiezentrale, in der die regenerative Wärme aus Biomasse und CO2-neutraler Kälte aus einer Brunnenanlage gewonnen wird. Dies wirkt sich positiv auf Energiekosten und CO2-Ausstoß aus. Das flexible und erweiterbare Nahwärmenetz kann auch über die Versorgung des DPD Depots hinaus genutzt werden: Weitere Unternehmen, die sich im Industrie- und Gewerbepark A 96 ansiedeln, können jederzeit mit angeschlossen werden.

Auch hinsichtlich der Bausubstanzen haben die Verantwortlichen darauf geachtet, möglichst nachhaltig zu planen. Das Dachtragwerk beispielsweise wurde aus Holz errichtet. Jeder Kubikmeter Brettschichtholz bindet etwa eine Tonne CO2 und weist somit eine deutlich bessere CO2-Bilanz auf als die Alternativen. Zudem sorgt Holz für eine warme Gebäudeatmosphäre und sorgt dank feuchtigkeitsausgleichender Eigenschaften für ein angenehmeres Raumklima.

Im Inneren des Depots befindet sich eine moderne und äußerst leistungsstarke Paketsortieranlage. Diese ist in der Lage, pro Stunde bis zu 10.000 Pakete zu sortieren. In der Anfangsphase werden täglich rund 28.000 Pakete sortiert. Perspektivisch wird der Standort Holzgünz dazu in der Lage sein, bis zu 50.000 Pakete am Tag zu verarbeiten.

Das neue Depot in Holzgünz löst den bisherigen Standort in Kempten ab. Dort war DPD an der Kapazitätsgrenze angekommen, eine Erweiterung war nicht mehr möglich. Dies läuft entgegen der Entwicklung innerhalb der Region: Dank einer hohen Dichte wirtschaftlich starker Unternehmen bietet dieser Teil Süddeutschlands ein großes Potenzial an Geschäftskunden. Das überdurchschnittlich hohe Pro-Kopf-Einkommen sorgt darüber hinaus für einen kräftigen Zuwachs an E-Commerce-Paketen. Nur dank des erhöhten Sortiervolumens kann DPD sicherstellen, auch für die zukünftigen Anforderungen des Paketmarkts gerüstet zu sein. „Wir sehen vor Ort eine spannende Wirtschaftsstruktur mit prosperierenden Unternehmen und sind nun als DPD genau zum richtigen Zeitpunkt mit diesem neuen Depot an den Start gegangen“, so Thomas Ohnhaus, Chief Operating Officer (COO) von DPD Deutschland. „Die wachsenden Sendungszahlen während der Corona-Pandemie haben unsere Entwicklung um etwa vier Jahre beschleunigt. Umso bedeutender ist der Standort in Holzgünz für die kaufkraftstarke Region um Memmingen.“

Künftig werden über 130 Personen im Paketsortierzentrum Holzgünz beschäftigt sein. Viele Mitarbeiter des Depots Kempten werden im Zuge des Umzugs an den neuen Standort wechseln. Ein Großteil der Arbeitskräfte am neuen Standort wird jedoch neu rekrutiert. (MK)

Auch interessant

Meistgelesen

Corona in Memmingen: 7-Tage-Inzidenz weiterhin auf hohem Niveau - zwei neue Schnellteststationen
Corona in Memmingen: 7-Tage-Inzidenz weiterhin auf hohem Niveau - zwei neue Schnellteststationen
Ottobeuren: Förderung für Stromspeicher
Ottobeuren: Förderung für Stromspeicher
Allgäuer Krankenhausfusion kommt voran
Allgäuer Krankenhausfusion kommt voran

Kommentare