Urteil am Amtsgericht Memmingen

Ottobeuren: Geldstrafe für Hitlergruß

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Memmingen/Ottobeuren – Weil er vor einer Gaststätte in Ottobeuren zweimal den Hitlergruß gezeigt und dabei „Sieg Heil“ gerufen hat, saß ein 24-Jähriger am Amtsgericht auf der Anklagebank.

Laut Einschätzung seines Verteidigers handele es sich dabei jedoch nicht um eine Gesinnungstat – der 24-Jährige betonte während der kurzen Verhandlung mehrmals, dass er in keiner Weise rechtsextremes Gedankengut hegen würde. Er könne sich selbst immer noch nicht erklären, warum er das getan habe. „Das ist keine Entschuldigung, das weiß ich“, sagte er vor Gericht.

Der junge Mann erklärte, dass er an diesem Tag aus Frust sehr viel Alkohol getrunken habe. An die Hitlergrüße im Vollrausch könne er sich nicht mehr erinnern. Erst am nächsten Tag habe er von Freunden erfahren, was er am Vorabend getan hatte – woraufhin er zur Gaststätte ging und sich dort entschuldigte.

Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Richterin hielten die Erklärungen des 24-Jährigen für glaubhaft. Laut ihrer Einschätzung handelte es sich bei der Tat um die „verbale Entgleisung eines Betrunkenen“. Sie sehe beim Angeklagten keine Anzeichen einer rechtsextremen Gesinnung. Gegen den Angeklagten sprach dabei ein recht umfangreiches Vorstrafenregister – darunter auch eine noch offene Bewährung. Auf den jungen Mann kommt nun wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eine Geldstrafe von 6.050 Euro zu. Das Gericht verhängte 110 Tagessätze zu je 55 Euro. (am)

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