Entlastung von Steinheimer Ortsdurchfahrt durch Gewerbegebiet an der Europastraße?

Bausenat erlässt Veränderungssperre

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Maßnahmen zu einer deutlichen verkehrlichen Entlastung Steinheims wurden kürzlich im Bausenat diskutiert.

Memmingen - In ihrer letzten Sitzung haben sich die Mitglieder des Bausenats erneut mit der weiteren Entwicklung des Gewerbegebiets im Memminger Norden befasst. Für das auf Steinheimer Flur liegende Areal des Bebauungsplanes S23 "Europastraße - Winkeläcker Ost" wurde dabei eine Veränderungssperre erlassen.

Nachdem in einer vorangegangenen Sitzung vom Plenum für das geplante Gewerbegebiet bereits ein Aufstellungsbeschluss gefasst wurde, befasste sich der Bausenat nun beim weiteren Bebauungsplanverfahren S23 um die verkehrliche Anbindung dieses Gebietes. Bauamtsleiter Ulrich Wagner sagte in seinen Ausführungen, dass das Gewerbegebiet entlang der Europastraße nach Norden gerade aufgrund seiner günstigen Verkehrsanbindung sehr gut angenommen und nachgefragt werde und auch im Grunde die einzige entwicklungsfähige und zusammenhängende Gewerbefläche Memmingens darstelle. Nachdem auch die Entwicklung eines neuen Gewerbegebiets auf Buxheimer Seite fast ausschließlich über die Memminger Straße/Buxheimer Straße an den überörtlichen Verkehr angebunden werde, entstünden aber ganz erhebliche Belastungen für die Wohnbebauung im Memminger Nordwesten, südlich der Buxheimer Straße. Aus Sicht der Stadt sei daher eine zusätzliche Anbindung, die den Verkehr von Norden zum Autobahnkreuz leitet, zwingend erforderlich. Voraussichtlich werde diese durch einen Ausbau der Unterführung in Verlängerung des Oberen Buxheimer Weges erfolgen können. Eine Anbindung noch dichter am Autobahnkreuz erscheine nicht realisierbar. Sowohl aus den zusätzlichen Gewerbeflächen, wie auch aus dem schon lange genannten Ziel der Entlastung der Ortsdurchfahrt Steinheim würde sich ein deutlich höheres Verkehrsaufkommen ergeben. Bereits heute seien die Fraunhoferstraße und Europastraße sehr hoch belastet. Daraus ergebe sich die Notwendigkeit zusätzlicher Parallelstraßen, sowohl zur Bewältigung des Verkehrsaufkommens, wie auch im Fall Europastraße zur Erschließung der Grundstücke. Parallel zur Fraunhoferstraße sei bereits heute die Teramostraße. Diese soll in ihrem Querschnitt der Fraunhoferstraße angeglichen werden. Ebenso sei ein direkter Anschluss an die Donaustraße erforderlich. Hier sei eine Maßnahme zur Verkehrslenkung, weg von Steinheim, angedacht und vom Verkehrsgutachter als "voraussichtlich wirksam" bestätigt worden. Dieser Anschluss sollte jedoch nicht als Kreuzung oder Kreisverkehr erfolgen, da beides zu wenig gerichtet sei. Viermehr sollte die Donaustraße künftig direkt im Bogen in die Termostraße übergehen, um die gewollte Hauptachse zu verdeutlichen. Die Anbindung Steinheims würde dann über eine untergeordnete Einmündung erfolgen. Von der Teramostraße sollen so, im Endausbau, zwei Haupterschließungsstraßen nach Norden führen und dort wieder mit der Europastraße verknüpft werden, um so auch die Europastraße besonders im kritischen südlichen Teil zu entlasten. Die Vorfahrt geregelten Kreuzungen an der Europastraße seien zum Teil bereits heute kritisch zu werten. Für die Zukunft würden hier vom Gutachter Ampelregelungen vorgeschlagen. Gegenüber Kreisverkehren werde hier der Vorzug gesehen, dass die erheblich höhere Verkehrsbedeutung der Europastraße klarer zum Ausdruck komme und in Verbindung mit "Grüner Welle" ein besserer Verkehrsfluss erreichbar sei. Lediglich die nördlichste Verknüpfung, in Nachbarschaft zum Kreisverkehr Egelseer Straße, werde aus heutiger Sicht ebenfalls als Kreisverkehr vorgeschlagen. Damit werde die Aufnahme des Entlastungsverkehrs erleichtert. Dieses Netz erscheine geeignet, die erwarteten Belastungen zu bewältigen. Bei der anschließenden Aussprache setzte sich Steinheims Stadtrat und Ortsteilreferent Gerhard Neukamm erneut vehement gegen eine weitere Verkehrsbelastung Steinheims durch die Erweiterung des Gewerbegebiets Nord zur Wehr und forderte vielmehr durch den geplanten Rückbau der B300 eine Entlastung des Durchgangsverkehrs herbeizuführen. Gleichzeitig sprach er sich in diesem Zusammenhang dafür aus, dabei den Anliegern die Gebühren der zur Anwendung kommenden Anliegerausbausatzung als Entschädigung für den jahrelangen Verkehrsterror zu erlassen. (jw)

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