CSU diskutiert mit Bürgern über die künftige Stadtentwicklung

Viele Aufgaben für die Zukunft

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Ganz oben auf der Agenda der BürgerInnen steht auch die Frage nach einem Neubau oder der Sanierung der Memminger Bäder - im Bild das deutlich in die Jahre gekommene Hallenbad.

Memmingen - „Rund ums Rathaus“ nennt sich eine neue Veranstaltungsreihe der CSU, zu der nicht nur die der Partei nahestehenden, sondern alle an Politik interessierten Bürgerinnen und Bürger eingeladen sind. Dabei soll nicht nur über den aktuellen Sachstand, sondern auch über Zukunftsstrategien einer modernen Stadtentwicklung diskutiert und Vorschläge eingebracht werden.

Das erste Forum fand unter großem Publikumszuspruch im „Rohrbeck’s“ statt. Gleichartige Veranstaltungen sollen auch in den einzelnen Stadtteilen folgen. „Wir wollen mit dieser Veranstaltung die kreativen Wünsche der Bürger hinterfragen und ihre Vorschläge in die Stadtpolitik einbringen“, sagte CSU-Kreisvorsitzender und Stadtrat Klaus Holetschek bei der Begrüßung. „Es soll ein richtiger Bürgerdialog werden“. Und Oberbürgermeister Manfred Schilder ergänzte: „Uns ist es wichtig, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen und die Stadtpolitik transparenter machen“. 

Die Zukunft stellt die Stadt vor große Herausforderungen, die zügig gelöst werden müssen. Dabei nannte der Rathauschef als dringendste „Baustellen“ die Umbaumaßnahmen am Bahnhofsareal. Die Pläne der noch im Rennen befindlichen Investoren müssten vom Stadtrat diskutiert und eine Entscheidung hernach zügig umgesetzt werden. 

Ebenfalls ganz oben auf der Agenda stehe seit Jahren die ungelöste Bäderfrage. Der Beschluss des Stadtrats von 2007 für einen Neubau wurde bekanntermaßen bis heute nicht umgesetzt. Finanzierungs- und Standortfragen standen dem Projekt eines kombinierten Frei- und Hallenbades lange im Wege. Die Neubauten der beiden Realschulen haben schließlich große Haushaltsmittel gebunden. Doch noch im ersten Halbjahr 2018 soll nun vom Stadtrat entschieden werden, ob mit einem Neubau oder einer Sanierung die leidige Bäderfrage endgültig gelöst werden könne. Da aber auch die Sanierung viel Geld verschlingt, wies der OB vorsorglich bereits darauf hin, dass die bisherigen Eintrittspreise auch nach dieser Maßnahme nicht mehr zu halten seien und kräftig ansteigen müssten. 

Als weiteren Brennpunkt nannte Schilder die Wohnungsfrage. „Wir brauchen ganz dringend mehr bezahlbaren Wohnraum“. Neben Neubauten soll dabei durch verdichteten Bau in der Altstadt Wohnraum entstehen. Die Stadt wachse nicht nur durch die starke wirtschaftliche Prosperität, sondern auch durch den Zuzug von Flüchtlingen, die hier bleiben. Obwohl im Stadtgebiet die nächsten fünf Jahre bis zu rund 1.700 neue Wohneinheiten in Planung seien, sei die Warteliste der Wohnungssuchenden groß und werde immer länger. 

Neben diesen wichtigen Maßnahmen steht die Stadt aber vor vielen weiteren Problemen, die einer Lösung bedürfen. Schilder nannte dabei unter anderem die endgültige Entscheidung, wie es am Weinmarkt weitergehen soll, ebenso wie die weitere Ausweisung von Gewerbeflächen, um ansiedlungswillige Firmen bedienen zu können.

 Nach Aufforderung des Moderators Christoph Baur nach Wortmeldungen bezog sich die erste Frage auch gleich auf den Ausbau der Hurrentrasse zwischen Dickenreishausen und dem Weiler Hurren. Ein Projekt, das seit Jahren gefordert, aber immer noch nicht erledigt ist. Laut Schilder soll der Ausbau der Trasse noch dieses Jahr beginnen. Nach dem Scheitern der bisherigen Grundstücksverhandlungen mit den Anliegern soll jetzt allerdings die vorhandene Trasse ertüchtigt werden. 

Ein weiterer Besucher wollten wissen, warum sich die Stadt das Bahnhofsareal aus der Hand nehmen lässt und nicht selbst entwickelt. Neben einigen weiteren Themen wie der Neuorganisation des ÖPNV stand auch die bisher als unzureichend empfundene Ausweisung der Stadt als Tourismus-Magnet im Fokus: „Die Stadt der Freiheit und der Bauernartikel muss wesentlich besser vermarktet werden, um Besucher und Fremde in die historisch interessante Altstadt zu bringen.“ Zusammengefasst sagte CSU-Fraktionsvorsitzender Stefan Gutermann zum Abschluss: „Wir haben noch viele Aufgaben, die vor uns liegen, um unsere Stadt wieder weiter voranzubringen.“ (jw)

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