Weg mit dem Strohhalm

Verbot von Einwegplastik ab Jahresmitte

Verschiedene Dinge aus Plastik
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Viele Einwegplastikprodukte sind ab 3. Juli in Deutschland verboten. Diese Änderung soll dazu beitragen, die Meeresverschmutzung und den Mülltourismus in die Länder des globalen Südens einzuschränken.

Memmingen/Unterallgäu - Drei Jahre hat es gebraucht vom Beschluss bis zur Umsetzung, Einwegplastik EU-weit zu verbieten. Ab dem 3. Juli 2021 sind bestimmte Einwegprodukte nicht mehr erlaubt. Dazu zählen: Wattestäbchen, Besteck, Teller, Strohhalme, Rührstäbchen oder Stäbchen für Ballons. Ebenso verboten sind dann Getränkebecher und Lebensmittelbehälter aus Styropor.

Weil sich Einwegplastik nur extrem langsam zersetzt, macht es aktuell einen großen Teil des Meeresmülls aus. Das soll sich durch das Verbot ändern. Verbraucher sollen statt auf Plastik stärker auf wiederverwendbare Verpackungen oder andere umweltfreundlichere Alternativen zurückgreifen.

Bereits seit 1. Januar werden Exporte von Plastikmüll aus der Europäischen Union stark eingeschränkt. In Entwicklungsländer dürfen nur noch saubere Kunststoffabfälle zum Recycling ausgeführt werden. „Die Ausfuhr unsortierten Plastikmülls in Nicht-OECD-Länder wird komplett verboten“, stellte der EU-Umweltkommissar klar. Das sei ein Meilenstein im Kampf gegen Plastikverschmutzung und im Übergang zur Kreislaufwirtschaft.

Noch 2019 hat die EU nach Angaben der Kommission 1,5 Millionen Tonnen Plastikabfälle exportiert, zumeist in die Türkei und asiatische Länder wie Malaysia, Indonesien, Vietnam, Indien und China. Der Anteil, der nach China ging, fiel jedoch drastisch, seit das Land 2018 selbst Beschränkungen beschlossen hatte.

Die von der EU-Kommission beschlossenen Regeln sollen Beschlüsse umsetzen, die 187 Mitgliedsstaaten der Baseler Konvention im Mai 2019 getroffen hatten. Erstmals wurden damals globale Regeln für den Handel mit Plastikabfällen vereinbart. Sollte das Plastik-Verbot missachtet werden, wird ein Verfahren wegen Ordnungswidrigkeit eingeleitet, der Verstoß wird jedoch nicht als Straftat geahndet.

Für die Plastiktüten in deutschen Supermärkten gibt es noch eine Verlängerung: Der Bundestag hat im vergangenen Jahr beschlossen, dass erst ab dem Jahr 2022 die meisten Plastiktüten beim Einkaufen verboten sind. Da bei handelt es sich um leichte Kunststofftragetaschen mit einer Wandstärke zwischen 15 und 50 Mikrometern; das sind die Standardtüten, die man üblicherweise an der Ladenkasse bekommt. Ausgenommen vom Verbot sind besonders stabile Mehrwegtüten sowie die dünnen Plastikbeutel, die man etwa in der Obst- und Gemüseabteilung findet. (to)

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