Nicht nachweisbar

Verfahren eingestellt: "Blaulichtjournalisten" sollen Funk abgehört haben

+

Memmingen – Jeweils 1.200 Euro Spende an den Förderverein der Mittelschule Mindelheim und den Verein „Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder“ sowie 400 Euro für die DKMS: Damit endete am Memminger Amtsgericht das Verfahren gegen drei "Blaulichtjournalisten".

Laut Anklage sollen sie in 21 Fällen den Funkverkehr von Feuerwehr und Rettungsdienst widerrechtlich abgehört haben. Die Ermittlungen ins Rollen gebracht hatte dabei eine Anzeige von zwei Kollegen aus derselben Branche – einer davon war bereits wegen desselben Vergehens zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Er habe, wie er vor Gericht erklärte, nach seinem eigenen Verfahren den Eindruck gehabt, „dass hier der Markt übernommen wird“ und sei misstrauisch geworden. Das Ergebnis: Eine Excel-Tabelle mit allen Unfällen, Bränden und sonstigen Einsätzen, bei denen er den Verdacht hatte, dass die drei Angeklagten etwas zu schnell am Einsatzort waren.

Den dreien die vorgeworfenen Straftaten tatsächlich nachzuweisen, gestaltete sich jedoch als äußerst schwierig. Hauptindiz der ermittelnden Polizeibeamten war die Geschwindigkeit, mit der die "Blaulichtjournalisten" über Feuerwehreinsätze Bescheid wussten: Momente nach der Alarmierung durch die Integrierte Leitstelle haben sie sich bereits per Handy-App über die jeweiligen Einsätze unterhalten.

Zu hören war das auch in den einzelnen Gesprächsmitschnitten aus ebendieser App, die vor Gericht abgespielt wurden. Darunter war auch der Hinweis von einem der drei Männer, keine Original-Funkmitschnitte in die Chat-Gruppe zu stellen – von seinem Mitangeklagten quittiert mit „Was soll mir schon passieren?“

Viel passierte nach gut dreieinhalb Stunden Verhandlung dann auch tatsächlich nicht: Das Verfahren wurde eingestellt. Verteidigung und Staatsanwaltschaft einigten sich auf die erwähnten Spenden an drei gemeinnützige Organisationen. (am)

Auch interessant

Meistgelesen

Vollsperrung der Straße In der Neuen Welt
Vollsperrung der Straße In der Neuen Welt
Corona in Memmingen: Notbetreuung, kein Präsenzunterricht und Testpflicht, das gilt nächste Woche für Kinderbetreuungseinrichtungen und an Schulen
Corona in Memmingen: Notbetreuung, kein Präsenzunterricht und Testpflicht, das gilt nächste Woche für Kinderbetreuungseinrichtungen und an Schulen
Neuer Rot-Kreuz-Laden in Ottobeuren eröffnet
Neuer Rot-Kreuz-Laden in Ottobeuren eröffnet

Kommentare