Ab heute kann man sich eintragen

Vortrag zum Volksbegehren Artenvielfalt

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Das Volksbegehren Artenvielfalt soll dem Artensterben entgegenwirken, von dem auch die Bienen betroffen sind.

Memmingen – Das Aktionsbündnis für das Volksbegehren zur Artenvielfalt hatte in den Konferenzraum der Stadthalle geladen. Zu Gast war auch Nikolaus Teixeira, einer der beiden Organisationsbeauftragten.

Das Aktionsbündnis war erst vor der Veranstaltung offiziell gegründet worden und wählte bei dieser Gelegenheit auch gleich seine Sprecher. Helmut Scharpf übernahm diese Aufgabe für den Bund Naturschutz, Hermann Kunze für den Landesbund für Vogelschutz, Gabriela Schimmer-Göresz für die ÖDP, Andreas Reimann für die Grünen, David Yeow für die SPD Memmingen und Dr. Hans-Martin Steiger für den Bienenzuchtverein Memmingen e.V. 

„Es ist Zeit zu handeln, denn das Artensterben hat auch in Bayern dramatische Ausmaße angenommen“, sagte Nikolaus Teixeira. Feldhamster und Feldlerche, Wildbiene, Kleiner Fuchs und der Wiesensalbei – diese und noch viele tausend Arten mehr sind in Bayern massiv vom Aussterben bedroht. Der Referent machte deutlich, dass dieser Schwund sehr bald auch ökonomisch katastrophale Folgen haben werde. „Allein bei der Bestäubungsarbeit, die Insekten für uns kostenlos erledigen, sprechen wir von einem jährlichen Betrag von 153 Milliarden Euro.“ Der Gesetzesentwurf setze an den Wurzeln des Artensterbens an, so Teixeira. So sei unter anderem eine bayernweite Vernetzung von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen vorgesehen. „Denn durch die derzeitige Verinselung dieser Räume können sich die Populationen nicht mehr genetisch austauschen und sterben aus.“ 

Er stellte die Idee eines rechtlich bindenden Schutzes der Uferzone von Bächen und Wassergräben in der Landwirtschaft vor. Hier fordern die Initiatoren, dass beidseits in einem Abstand von fünf Metern weder Gülle noch Pestizide ausgebracht werden dürfen. Zudem sollen Hecken, Alleen, offene Gräben und andere Rückzugsgebiete für die bedrohten Tierarten verbindlich besser geschützt werden. 

Der größte Brocken sei der Ausbau der ökologischen Landwirtschaft. Dass dieses Ziel sehr wohl realistisch sei, zeige sich für Teixeira daran, dass auch die CSU in ihrem Programm eine Verdoppelung des Ökolandbaus fixiert habe. Der Gesetzesentwurf zeichne sich vor allem dadurch aus, dass er den Landwirten an drei entscheidenden Stellen eine interessante wirtschaftliche Perspektive biete, so der Referent. Es müssten zehn Prozent der Landesfläche zukünftig zu Blühwiesen werden. Um dieses Ziel zu erreichen, müsse die Bayerische Staatsregierung den Landwirten ein „richtig gutes Angebot“ unterbreiten. Ähnliches gelte für den Biotopverbund. 

Und nicht zuletzt würde die Bayerische Staatsregierung laut Teixeira auch von Österreich lernen müssen. Gute Förderprogramme kombiniert mit einem massiven Ausbau des Nachfragemarkts hätten dort dazu geführt, dass bereits 27 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen ökologisch bewirtschaftet würden. Hier habe Bayern einen enormen Nachholbedarf, um Vorzeigeregion zu werden. Es sei, so Teixeira, höchste Zeit, dass Artenschutz und Ökonomie zusammenkommen und die Landwirte eine positive Perspektive erhalten.

Eintragungstermine

Für das Volksbegehren zum Artenschutz sich können die bayerischen Wählerinnen und Wähler in allen Städten und Gemeinden vom 31. Januar bis zum 13. Februar eintragen. Wer verhindert ist, kann bei seiner Gemeinde einen Eintragungsschein beantragen. Die Öffnungszeiten der einzelnen Städte und Gemeinden können jederzeit unter rathausfinder.volksbegehren-artenvielfalt.de nachgelesen werden. (MK)

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