Fressen für den Naturschutz

Wasserbüffel pflegen Naturschutzgebiet Moosmühle

Kein alltäglicher Anblick: Wasserbüffel weiden nun im Naturschutzgebiet Moosmühle.
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Kein alltäglicher Anblick: Wasserbüffel weiden nun im Naturschutzgebiet Moosmühle.

Leutkirch - Der Anblick einer Wasserbüffelherde auf den Wiesen bei Leutkirch wird erst einmal ungewohnt sein. Die exotischen und gleichzeitig robusten Tiere haben als Landschaftspfleger auf vier Beinen einen Spezialauftrag: Fressen für den Naturschutz. Julia Brantner, Projektleiterin von Sielmanns Biotopverbund Ravensburg, erklärt, warum sich das Projektteam für diese Tiere entschieden hat.

Im Naturschutzgebiet Moosmühle, östlich des Stadtweihers Leutkirch, weiden seit dem 11. Juni Wasserbüffel. Durch die schonende Beweidung mit den Büffeln soll hier die Artenvielfalt gefördert werden. Die Maßnahme ist Teil des Modellprojekts Sielmanns Biotopverbund Ravensburg. „Besonders Pflanzen- und Tierarten des feuchten Offenlands, wie beispielsweise der Kiebitz, verlieren immer mehr Lebensraum. Der früher häufige Wiesenvogel wird heute als stark gefährdet auf der Roten Liste geführt. Auf der Wasserbüffelweide sollen diese Vögel und andere Arten wieder eine Heimat finden“, erklärt Projektleiterin Julia Brantner. „Wasserbüffel sind für die Beweidung von Feuchtgebieten besonders geeignet. Eine Alternative wäre die Mahd der Flächen mit angepasster Spezialtechnik. Das würde weitaus höhere Kosten verursachen.“

Bevor die Wasserbüffel einziehen konnten, musste die Wiese eingezäunt werden. Mit Fördermitteln wurde ein stabiler Weidezaun aufgebaut. Die Wasserbüffel sind Eigentum der extra neu gegründeten „Wielazhofer Wasserbüffelgemeinschaft“. Die Flächen, die sich im Eigenturm der Stadt Leutkirch befinden, wurden an den Zusammenschluss lokaler Landwirte verpachtet. „Hier wird regionale Produktion und Wertschöpfung mit nachhaltiger Entwicklung verbunden. Es freut uns als Kommune besonders, dass wir hier mit lokalen Landwirten für ein solches Projekt zusammenarbeiten können“, sagt Leutkirchs Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle.

Im weiteren Verlauf des Wasserbüffelprojekts soll noch eine Besucherplattform errichtet sowie eine Informationstafel installiert werden. Finanziert werden die Beweidung und die Folgemaßnahmen mit Mitteln des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. (MK)

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