Weiterer Großbetrieb in Bad Grönenbach durchsucht

Tierschutzskandal weitet sich aus

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Polizei, Veterinäramt und Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit durchsuchten einen weiteren Großbetrieb in Bad Grönenbach.

Memmingen/ Unterallgäu – Nach dem Skandal in und um den Bad Grönenbacher Großmilchviehbetrieb Endres (wir berichteten) und Untersuchungen eines weiteren Betriebes steht nun ein dritter großer Tierhalter aus der Unterallgäuer Gemeinde im Verdacht gegen den Tierschutz verstoßen zu haben. Die Memminger Staatsanwaltschaft hat gegenüber unserer Zeitung bestätigt, dass am Mittwoch auf dem Hof des Großbetriebes eine Betriebsprüfung stattgefunden hat.

Nach Recherchen unserer Zeitung handelt es sich dabei um einen Betrieb nicht weit vom Endres-Hof entfernt. Dieser hält nach Informationen der Tierrechtsorganisation „Soko Tierschutz“ rund 400 bis 500 Tiere. Laut Tierschützer Friedrich Mülln sei besagter Betrieb seiner Organisation auch schon seit Jahren immer wieder aufgefallen und hinlänglich bekannt. So habe ein Aktivist der Soko Tierschutz bereits 2017 Anzeige wegen der illegalen Entsorgung von Schlachtabfällen und 2018 Anzeige wegen illegalem Schächten gestellt. Nachdem der Skandal um Endres publik geworden sei „haben wir immer wieder – meist anonyme – Hinweise bekommen, die behaupten, auf dem jetzt ins Visier geratenen Hof gehe es noch schlimmer zu als bei Endres“, so Mülln gegenüber unserer Zeitung. 

Anders als im ersten Fall, der bundesweit Schlagzeilen gemacht hat, waren es dieses Mal aber nicht die Tierschützer, die den Fall ins Rollen gebracht haben. Anlass für die am Mittwoch durchgeführte Kontrolle, so die Pressestelle des Landratsamtes auf Nachfrage, seien anonyme Hinweise auf Verstöße gegen das Tierschutzgesetz gewesen. Vertreter von Polizei, Veterinäramt und dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) waren daraufhin erneut in Bad Grönenbach im Einsatz. 

Laut Sebastian Murer von der Staatsanwaltschaft Memmingen sei für den betreffenden Hof ein so genanntes Vorermittlungsverfahren bekannt. Bevor jedoch eventuell weitere Schritte eingeleitet werden können, müsse man zunächst die Ergebnisse der Betriebsprüfung abwarten. Erst dann werde sich zeigen, ob es für die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens ausreicht, so Murer. „Die ganze Geschichte ist im Fluss, aufgrund der Vorfälle der letzten Wochen wurde eine Sonderkommission eingesetzt und alle Beteiligten arbeiten mit Hochdruck an der Aufklärung und Aufarbeitung“, so der Staatsanwalt. Laut dem Unterallgäuer Veterinäramt gehen seit dem Tierskandal von Bad Grönenbach immer mehr Hinweise auf Verstöße gegen das Tierwohl ein. (es)

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