Die großen Corona-Verlierer

Weltläden unterstützen Handelspartner in Afrika, Asien und Lateinamerika

Asiatische Teepflücker bei der Ernte
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Für viele der Weltladen-Handelspartner von fair hergestellten und produzierten Produkten in Afrika, Asien und Lateinamerika wirkt sich die Corona-Krise existenzbedrohend aus. Der Export bricht zusammen und staatliche Unterstützung gibt es oftmals nicht.

Memmingen/Unterallgäu - Zahlreiche Produzenten von fair hergestellten und produzierten Produkten in Afrika, Asien und Lateinamerika sind mehrfach von der Corona-Krise betroffen. Neben der gesundheitlichen Bedrohung können viele von ihnen nicht in ihren Werkstätten und auf den Feldern arbeiten und ihre Produkte oftmals auch nicht exportieren. Staatliche Hilfen gibt es meist keine.

Aus diesem Grund hatte der Weltladen-Dachverband Mitte 2020 die Aktion #fairwertsteuer gemeinsam mit Partnerorganisationen ins Leben gerufen, um Mittel für Handelspartner zu generieren, die besonders stark von der Corona-Krise betroffen sind. Dabei haben die Weltläden die abgesenkte Mehrwertsteuer nicht an ihre Kunden weitergegeben, sondern in einen Fonds eingezahlt. Bis Mitte Februar sind 445.000 Euro zusammengekommen. „Wir sind zuversichtlich, dass bis zum Abschluss der Aktion Ende März insgesamt rund 500.000 Euro eingehen werden“, so Steffen Weber, Geschäftsführer des Weltladen-Dachverbandes.

Auch der Verein „Partnerschaft Dritte Welt e.V. Memmingen“ unterstützte mit seinen beiden Weltläden in Memmingen und in Bad Grönenbach die Aktion. Mit Einzahlungen in Höhe von insgesamt 3.790 Euro haben die beiden Weltläden den Unterstützungsfonds der Aktion #fairwertsteuer unterstützt.

Aktion läuft bis Ende März

Einen Großteil der Gelder konnte der Weltladen-Dachverband bereits an 70 Produzentenorganisationen in 20 Ländern auszahlen. Unter www.fairwertsteuer.de veröffentlicht er Berichte von Handelspartnern, die Zahlungen aus dem Unterstützungsfonds erhalten haben. Weitere Einzahlungen, auch von Privatpersonen, sind unter der dort angegebenen Kontonummer noch bis Ende März möglich.

Neben der Soforthilfe trägt die Aktion #fairwertsteuer zur Zukunftssicherung der Handelspartner bei - dem eigentlichen Ziel der Weltläden entsprechend, strukturelle Verbesserungen zu fördern, um ihren Partnern eine selbstbestimmte Entwicklung zu ermöglichen.

Dank für Solidarität

Norm Bunnak von der Fair-Handels-Organisation Villageworks in Kambodscha bedankt sich bei den Weltläden für die Solidarität und sagt: „Diese Unterstützung hilft uns sehr, die Not zu lindern, den Lebensunterhalt unseres Teams zu gewährleisten sowie die Jobs unserer Mitarbeiter zu sichern.“

„Der Erfolg der Aktion #fairwertsteuer zeigt, dass Weltläden gerade in Krisenzeiten anders wirtschaften und solidarisch an der Seite ihrer Handelspartner stehen“, betont Georg Jutz, 1. Vorstand des Verein „Partnerschaft Dritte Welt e.V. Memmingen“.

Hintergrundinformation:

Als Fachgeschäfte für Fairen Handel verkaufen Weltläden fair gehandelte Produkte, beteiligen sich an politischen Kampagnen und leisten Informations- und Bildungsarbeit zu Themen des Fairen Handels. Weltläden beziehen ihre Produkte ausschließlich von anerkannten Fair-Handels-Importeuren, die auf die Einhaltung der Fair-Handels-Kriterien der World Fair Trade Organization (WFTO) überprüft werden. Die komplette Lieferkette ist transparent und daher nachvollziehbar.

Weitere Informationen findet man auch unter www.fairwertsteuer.de. (MK)

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