Wetterdienstplakette an Rudolf Schnug verliehen

Wichtiger ehrenamtlicher Einsatz

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Unser Bild zeigt (von rechts): Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger, Rudolf Schnug und Lothar Bock.

Memmingen - Der Leiter des Memminger Garten- und Friedhofsamtes ist seit 25 Jahren in einem interessanten und vielen unbekannten Ehrenamt tätig: Er stellt als phänologischer Beobachter ein- bis zweimal in der Woche das Wachstum von bestimmten Pflanzenarten fest und gibt die Resultate an den Deutschen Wetterdienst weiter.

Für diesen ehrenamtlichen Einsatz wurde ihm kürzlich im Auftrag des Bundesministers für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung die sogenannte »Wetterdienstplakette« mit der dazugehörigen Urkunde – unterzeichnet von Peter Ramsauer persönlich – verliehen. Ehrung und Übergabe nahm Lothar Bock vom Deutschen Wetterdienst Weihenstephan im Amtszimmer von Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger vor. Witterung und Klima sind die wesentlichen Faktoren, die das Wachstum der heimischen Pflanzen bestimmen. Eine regelmäßige Beobachtung der Eintrittszeiten verschiedener Wachstumsphasen lässt nicht nur den Verlauf einzelner Jahre erkennen, sondern gibt auch Aufschluss über das Klimaverhältnis eines Gebietes. So lässt sich zum Beispiel beurteilen, ob in einer bestimmten Höhe noch Mais angebaut werden kann. Die phänologischen Beobachtungen stellen wertvolle Daten und Informationen für die agrarmeteorologische und pflanzenbauliche Beratung des DWD dar und sind somit für die Landwirtschaft von herausragender Bedeutung. Auch detaillierte Hinweise für Pollenallergiker, die in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen haben, wären ohne flächendeckende Beobachtung von Pflanzenphasen nicht möglich. Außerdem lässt sich der häufig diskutierte Klimawandel an veränderten Wachstumseintrittsphasen von Pflanzen erkennen. Aus diesen und zahlreichen weiteren Gründen ist der Deutsche Wetterdienst den zirka 1.300 ehrenamtlichen phänologischen Beobachtern zu großem Dank verpflichtet, wie Lothar Bock besonders betonte. Rudolf Schnug habe aus Idealismus und Naturverbundenheit eine 25-jährige Beobachtungsreihe ermöglicht und sich damit um »das Gemeinwohl in hervorragender Weise verdient gemacht«. (ma)

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