Beliebter Sympathieträger

Störche in Ottobeuren weiter auf Herbergssuche

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Schon für 2021 auf der Suche nach einem geeigneten Brutplatz: einer von vier Weißstörchen am 9. Juli auf dem Dachfirst des Hotels Hirsch.

Ottobeuren - Noch Ende der 1980er Jahre sah es so aus, als würde der Weißstorch aussterben, denn bayernweit gab es gerade einmal 58 Brutpaare. Verschiedene Maßnahmen, unter anderem das „Weißstorch-Schutzprogramm“ des LBV, führten zu einem stetigen Anwachsen der Population.

2017 waren es in Bayern wieder knapp 500 und allein im Landkreis stieg die Zahl 2020 auf rekordverdächtige 52 Brutpaare. Existierte schon in den 1930er Jahren ein ständig besetzter Horst in Memmingen, so fanden sich – begünstigt durch den Klimawandel – heuer Brutpaare auch in Kempten, Kaufbeuren und am „Hohen Schloss“ in Füssen ein. Sobald die Störche aus den Winterquartieren eintreffen, begeistern sie die Menschen und landen nicht nur in ihren Brutquartieren, sondern regelmäßig auch in der Zeitung. Die Musikschule Pfaffenhausen hat ihr Logo nach ihm gestaltet, auf dem Rathaus in Türkheim ist eine Storchen-Webcam installiert, in Erkheim wurde der Pfarrbrief in „Storchennest“ umbenannt, im Unterallgäu ist zu Ehren des Sympathieträgers sogar ein 20 Kilometer langer „Storchenradweg“ mit vier Infostationen entstanden. Insbesondere im Ottobeurer Norden wurden vom Bund Naturschutz und der Stiftung KulturLandschaft Günztal in den letzten 20 Jahren eine Vielzahl von Nahrungsbiotopen geschaffen, „Meister Adebar“ wird sich ohne künstliche Hilfe dennoch weiterhin schwertun, eine geeignete Bleibe zu finden. Diese hätte sich idealerweise auf dem Haus des Gastes angeboten, es fehlte allerdings am politischen Willen, die Nisthilfe zuzulassen. Wie sich an einem Haus im Baugebiet „Hofwiese“ zeigt, konnte der „Klapperstorch“ in Ottobeuren heuer zumindest in seiner Funktion als Überbringer des Nachwuchses punkten. (MK)

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