Wiederverwendbare Kaffeebecher bald auch in Memmingen?

Coffee-to-go-Pfandsystem vorgestellt

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In Mint und Hellbraun erhältlich sind die wiederverwendbaren Coffee-to-go-Becher Becher die Recup im Rathaus den Memminger Gastronomen vorstellte.

Memmingen – Die Wirtschaftsförderung der Stadt Memmingen lud zu einer Informationsveranstaltung über ein Coffee-to-go-Pfandsystem ein. Neben Stadträten von CSU und SPD informierten sich vor allem Memminger Bäcker und Gastronomen über das Projekt. ÖDP und Grüne glänzten überraschenderweise durch Abwesenheit.

Michael Haider von der Wirtschaftsförderung stellte das System „Nachhaltigkeit zum Mitnehmen“ kurz vor und sicherte die Unterstützung der Stadt Memmingen bei diesem Projekt zu. Das Landratsamt Unterallgäu, die Städte Kempten, Immenstadt und Sonthofen, der Abfallzweckverband ZAK und die Allgäu GmbH haben laut Haider bereits ihre Unterstützung signalisiert. 

Lisa Henze, Key Account Manangerin der 2016 als Start-up gegründeten Firma Recup, stellte zu Beginn ihrer Ausführungen die ökologische Komponente der Idee dar. Jährlich würden in Deutschland etwa 2,8 Milliarden Coffee-to-go-Becher verwendet und landen bestenfalls auf dem Müll. Dies sei eine ökologische Katastrophe und vermülle Stadt und Landschaft. Stadtrat und Bäckermeister Karl Standhartinger rechnete das schnell herunter und kam auf etwa 4.000 Kaffeebecher pro Tag alleine in Memmingen. 

Der von der Rosenheimer Firma entwickelte wiederverwendbare Kaffeebecher werde in Wangen produziert und ist laut Henze aus recyclingfähigem Polypropylen. Er könne selbst in heißen Gastrospülmaschinen gereinigt werden und es gibt ihn in zwei Größen. Ein kleiner Becher mit 0,2 Liter sei derzeit in Planung und werde im nächsten Jahr vorgestellt. Für den Deckel, der bei allen Bechergrößen gleich ist, gebe es aber noch keine endgültige Lösung. Das Problem dabei sei die Reinigung und die Akzeptanz der Kunden, einen Deckel aufzuheben. Die robusten Kaffebecher halten 500 Spülgänge aus und stehen in den Farben Mint und Hellbraun zur Verfügung. Auf der Allgäu-Variante ist das Memminger Rathaus abgebildet. 

Die Coffee-to-go-Anbieter verlangen einen Euro Pfand pro Becher und die Kunden können ihn in jeder am Projekt teilnehmenden Gastronomie zurückgegeben. Dort wird er gereinigt und wiederverwendet. Sollten sich in einer Filiale mehr Becher ansammeln als ausgegeben werden, holt Recup diese ab und zahlt das Pfand aus. Bereits 511 Unternehmen in sieben Städten nehmen an diesem umweltfreundlichen Projekt teil und ständig werden es mehr. Recup steht auch schon mit Tchibo und McDonalds in Kontakt. Coffee Fellows mache bereits mit, so Henze. Die anwesenden Gastronomen, darunter bekannte Memminger Bäckereien, diskutierten im Anschluss des Vortrags über das Konzept und kamen zu dem Schluss: Je mehr Unternehmen bei dem Projekt mitmachen, umso mehr macht es Sinn und verspricht den erwünschten Erfolg. (ew)

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