„XXXL – Wir tragen fair“ in Berlin ausgezeichnet

Weltläden-Aktion gewürdigt

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Georg Jutz, 1. Vorsitzender von Partnerschaft Dritte Welt e.V. Memmingen, (Zweiter von rechts) nimmt aus den Händen von Berndt Hinzmann, Referent beim INKOTA-netzwerk, die „Spitze Nadel“ entgegen.

Memmingen/Unterallgäu – Anfang Mai hingen in Memmingen, Bad Grönenbach, Buxheim und Ottobeuren für drei Wochen 20 Riesen-T-Shirts an Lichtmasten, Fahnenstangen, Bäumen und in Schaufenstern. Die Weltläden Memmingen, Bad Grönenbach, Buxheim und die Fairtradegemeinde Ottobeuren sowie 13 weitere Weltläden beteiligten sich an einer Aktion der Weltläden zwischen Iller und Lech, um mit übergroßen T-Shirts auf Missstände in der weltweiten Kleiderproduktion hinzuweisen.

Fleißige Näherinnen nähten die XXXL-T-Shirts für zahlreiche örtliche Aktionen, die auch in den Medien und bis nach Berlin Aufmerksamkeit erregten. In Berlin haben nun die gemeinnützige Gesellschaft cum ratione (Paderborn) und das INKOTA-netzwerk e.V. (Berlin) den Aktionspreis „Spitze Nadel“ verliehen, der mit je 5.000 Euro an den Gesamtbetriebsrat von H&M und die Weltläden der Region Iller-Lech ging. Die feierliche Preisverleihung fand im Rahmen der Ethical Fashion Show im Funkhaus Berlin statt. Der Preis würdigt Initiativen, die mit besonders innovativen und wirksamen Aktionen auf die Missstände in der globalen Textil-, Schuh- und Lederindustrie aufmerksam machen und sich für die Menschenrechte bei der Arbeit einsetzen. In der Kategorie „Politische Schlagkraft” zeichnete die achtköpfige Jury den H&M-Gesamtbetriebsrat Deutschland (Bereich Sales) für die Aktion „Stopp! Union-Busting“ aus. Er hatte Ende 2016 eine Solidaritätsaktion für entlassene und verhaftete Textilarbeiter in Ashulia (Bangladesch) gestartet, die für höhere Löhne protestiert hatten. Die Aktion „XXXL – Wir tragen fair“ der Weltläden Iller-Lech wurde in der Kategorie „Breitenwirkung“ gewürdigt. Ein Zusammenschluss aus 30 Weltläden in der Region Iller-Lech führte innerhalb des letzten Jahres zahlreiche lokale Aktionen durch, um die Bevölkerung auf Missstände in der Modeindustrie aufmerksam zu machen. In den Städten und Gemeinden der Region sorgte eine Straßenausstellung mit Riesen-T-Shirts, die an Masten und Bäumen angebracht waren, über Tage für Aufsehen. Aktionshöhepunkt war ein Sternmarsch in die Innenstadt von Kempten, bei dem sich auch lokale Politiker und der Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller als Gastredner zu einem fairen Handel und Menschenrechten bei der Arbeit bekannten. Berndt Hinzmann, Referent beim INKOTA-netzwerk und Mitinitiator der „Spitzen Nadel“, erklärt: „Es ist wunderbar, dass immer mehr Menschen in der Öffentlichkeit klar und eindeutig für einen fairen Handel eintreten. Die Zeit der Ausreden ist vorbei. Die Menschen wollen die ganze Rechnung sehen. Deshalb fordern wir Transparenz statt Versteckspiel: Politik und Unternehmen müssen für die Einhaltung der Menschenrechte sorgen und der Öffentlichkeit transparent berichten.“ (MK)

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