Zweiter Politischer Schwabentreff in Memmingen

Gesundheitspolitische Schnittmengen ausloten

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Roger Kolb, der stellvertretende Referatsleiter am Klinikum Memmingen, Dr. Jakob Berger, Vorstandsbeauftragter der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern im Bezirk Schwaben und Bezirksvorsitzender Schwaben im Bayerischen Hausärtzeverband, die Landtagsabgeordneten Eberhard Rotter, Klaus Holetschek (Memmingen), Dr. Jan-Ove Faust, Direktor Medizin und Pflege bei der Oberschwabenklinik gGmbH Ravensburg, Thomas Dörflinger (Biberach) und Raimund Haser (Wangen).

Memmingen - Die vier im Allgäu und in Oberschwaben beheimateten bayerischen und baden-württembergischen Landtagsabgeordneten Klaus Holetschek und Eberhard Rotter (CSU) sowie Raimund Haser und Thomas Dörflinger (CDU) haben sich zum zweiten offiziellen „Politischen Schwabentreff“ im Klinikum Memmingen getroffen.

Die bayerisch-baden-württembergischen Abgeordneten unterhalten sich in regelmäßigen Abständen über grenzüberschreitende Themen und diskutieren politische Projekte für die Menschen rechts und links der Iller. Beim ersten Termin dieser Art, der auf die Initiative von Holetschek und Haser zurückgeht, ging es im vergangenen Jahr im Kißlegger Schloss um aktuelle und künftige Verkehrsthemen. Beim diesjährigen Treffen stand das Thema Gesundheit im Fokus. 

Dabei soll – losgelöst von Krankenhausstrukturreformen – ausgelotet werden, wie die Gesundheitsversorgung von Patienten auf beiden Seiten der Iller verbessert werden kann. Nach Ansicht der Abgeordneten brauche man ausreichend Ärzte im ländlichen Raum und mit Blick auf die demographische Entwicklung künftig noch mehr qualifizierte Pflegefachkräfte. 

Vieles funktioniere auf beiden Seiten gut, aber es gebe auch Probleme und Herausforderungen, die nicht an der Grenze halt machen oder gar grenzbedingt seien. So könnten Rettungswagen aus Baden-Württemberg, die Patienten in eine bayerische Klinik einliefern, sich aufgrund technisch unterschiedlicher Systeme nicht vorher anmelden und so wichtige Patientendaten an das Krankenhaus übermitteln. Ein Ansatz zur Verbesserung der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung könnte in diesem Fall die Anpassung der telemedizinischen Systeme sein. Es gebe aber durchaus weitere „Baustellen“. Der grenzüberschreitende gemeinsame Betrieb einer Apotheke ist bislang ebenfalls nicht möglich. Hier möchten die Abgeordneten ansetzen. 

Die vier Abgeordneten fordern eine länderübergreifende Gesundheitskonferenz für die Region Allgäu-Bodensee-Oberschwaben unter Federführung der beiden zuständigen Ministerien, also dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege und dem baden-württembergischen Ministerium für Integration und Soziales. München und Stuttgart sollten nach Ansicht der Abgeordneten generell ausloten und klären, welche Kooperationen es zwischen Bayern und Baden-Württemberg im gesundheitspolitischen Bereich gibt, wo Schnittmengen sind, wie man sich besser vernetzen und wo man ganz konkret grenzüberschreitend zusammenarbeiten kann. Das Wohl des Patienten müsse dabei immer an erster Stelle stehen. (MK)

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