»Die Stadt wieder nach vorne bringen«

Der 26-jährige Dominic Kastner will Bad Wörishofer Bürgermeister werden

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Dominic Kastner (Mitte) tritt für die parteifreie Gruppierung „Generation Fortschritt“ an. Zwölf Kandidaten wurden für den Stadtrat nominiert: Sebastian Dietrich, Christin Nägele, Lucas Hampp, Leonhard Frieling, Rentnerin Claudia Kastner, Patrick Maul, Sarah-Marie Frieling, Alexander Döring, Sarah-Gabriela Pressler, Katharina Kohler. Wolfgang Schweyer ist nicht mit auf dem Bild.

Bad Wörishofen – Als sechster Kandidat für die Wahlen um das Bürgermeisteramt in Bad Wörishofen hat sich nun Dominic Kastner aufstellen lassen. Darüber hinaus hat die Gruppierung „Generation Fortschritt“ zwölf Kandidaten für den Stadtrat nominiert, die am 15. März gewählt werden können. Nun muss die parteifreie Generation Fortschritt – wie zwei weitere Gruppierungen, die erstmals in den Stadtrat einziehen wollen – knapp 200 Unterstützer finden.

Sich nicht länger über die Dinge beschweren, sondern diese selbst in die Hand nehmen und gleichzeitig andere dafür begeistern: Auf diesen Nenner kann man die der Generation Fortschritt zugrundeliegende Idee bringen. Das erklärte Dominic Kastner auch den zahlreichen Unterstützern, die zur Nominierungsveranstaltung ins WhiskyBlues gekommen waren. Dort, wo Kastner seine Ideen erstmals der Öffentlichkeit präsentiert hatte, stellte sich der 26-Jährige nun auch gemeinsam mit seinem Team, bestehend aus derzeit einem Dutzend Stadtratskandidaten, wobei einer noch während der Sitzung dazustieß, seinen Wählern und der Öffentlichkeit vor.

Schon lange hatte Kastner mit der Idee gespielt, eine unabhängige Liste zu gründen. Generation Fortschritt solle ein Verein werden, der sich zum Ziel gesetzt hat, „allen politisch Interessierten eine Plattform zu bieten, die keinen Parteicharakter hat“, sagte Kastner. Es gebe weder einen Fraktionszwang noch eine Parteistruktur oder Hierarchie. Zudem, betonte der studierte Medizintechniker, „finanzieren wir uns aus eigener Tasche und erhalten keine staatlichen Mittel, Spenden oder sonstige finanzielle Zuwendungen“. Wie der Name schon andeutet, sind alle Generationen in der Liste vertreten, wobei der Kern aus vorwiegend jungen Wörishofern bestehe. „Aber wir wollen jedes Alter mitnehmen“, so Kastner und die Ideen und Visionen der Bewohner realisieren, die nur darauf warten würden, umgesetzt zu werden: „Wir wollen Lösungen statt Ausreden finden“.

Zielorientiert arbeiten

Am Beispiel der gerade aktuellen Diskussion um den Märchenwald meinte Kastner, dass man in Bad Wörishofen dringend mehr im Team arbeiten solle. „Wir brauchen Zusammenarbeit in der Stadtverwaltung und im Stadtrat.“ Besonders aber bedürfe es der Zusammenarbeit mit der Bevölkerung und den Unternehmern ohne „Parteien-Geklüngel und Machtgehabe in der Öffentlichkeit“. Als Bürgermeister werde er dafür sorgen, „dass es wieder eine positive und konstruktive Zusammenarbeit im Rathaus gibt“. Betroffene Personen müssten zu Beteiligten gemacht werden, sollten gehört und mit ins Boot geholt werden, forderte Kastner. Darüber hinaus müssten Ehrenamtliche oder Unternehmer für ihre Arbeit entsprechend gewürdigt werden.

Derzeit gebe es ein Wunschkonzert der Parteien, des Bürgermeisters und der Investoren. Aber es gebe keinen „runden Tisch, an dem alle Betroffenen zusammensitzen und auf Augenhöhe diskutieren“, monierte der Bürgermeisterkandidat. Sein Eindruck, mit dem er nicht alleine steht, ist, dass die Stadträte großteils „ teilnahmslos und gelangweilt in Stadtratssitzungen sitzen und den Eindruck der Resignation erwecken“. Vereinzelte bemühten sich noch und würden viel Zeit in ihre Arbeit investieren. Demgegenüber möchte Dominic Kastner mit neuer „Motivation und einer positiven Herangehensweise die Stadt wieder nach vorne bringen und die Strukturen aufbrechen“, wie er vor den Anwesenden skizzierte. Dabei sprach der Medizintechniker, der gerade an seiner Abschlussarbeit schreibt, aus der Erfahrung: „Meetings in meinen Unternehmen sind immer zielorientiert.“ Das dürfe man nicht aus den Augen verlieren und man müsse immer konstruktiv zusammenarbeiten. Als Ingenieur, so Kastner, „bin ich es gewohnt und täglich damit konfrontiert, Lösungen für Probleme zu finden und dann pragmatisch und unkompliziert umzusetzen“. Genau so müsse man in Bad Wörishofen auf die Ziele hinarbeiten.

Für den Wahlkampf, vor allem aber für die Arbeit im Rathaus, haben sich Dominic Kastner und seine Mitstreiter die Themen „Wohnen für jeden Geldbeutel und alternative Wohnkonzepte“ gewählt, außerdem soll die Bildung – und hier vor allem die Modernisierung der Bildungseinrichtungen und die Erwachsenenbildung im Gesundheitswesen – eine zentrale Rolle spielen. Auch die Infrastruktur und dabei die Stadt- und Dorfplanung der Zukunft und ein digitales Amts- bzw. Mitteilungsblatt für die Öffentlichkeit stehen auf der Agenda, ebenso wie eine Innovationsmeile für das Gewerbegebiet und die Attraktivierung des Einzelhandels für eine belebte Innenstadt. Dabei soll auch die Reaktivierung der Gesundheitskompetenz und ein innovativeres und vielfältiges Veranstaltungsangebot in Angriff genommen werden. Als übergeordnetes Ziel, sagte Kastner, verfolge man ein wertschätzendes und respektvolles Miteinander sowie ein bürgernahe Kommunalpolitik durch mehr Transparenz.

Weitere Kandidaten

Als Mitstreiter auf der Liste Generation Fortschritt finden sich der Elektrotechnikermeister Sebastian Dietrich, die Bilanzbuchhalterin Christin Nägele, Lucas Hampp (Teamleiter Inbetriebnahme im Maschinenbau) der in der Ausbildung befindliche Leonhard Frieling, die Rentnerin Claudia Kastner, Patrick Maul (Kaufmann im Einzelhandel), die Automobilkauffrau Sarah-Marie Frieling, Alexander Döring (Fluid­installateur), die Auszubildende Sarah-Gabriela Pressler und Katharina Kohler (Studentin Internationale Beziehungen und Sozialwissenschaften) sowie der Verwaltungsbeamte Wolfgang Schweyer.

Alle Listenplätze sind doppelt besetzt. Bis Anfang Februar haben die Wörishofer nun Zeit, ihre Stimme als Unterstützer für die Generation Fortschritt abzugeben und damit die Aufstellung zu ermöglichen. Mit der Unterschrift im Rathaus (unbedingt Ausweis mitbringen) geht man keinerlei Verpflichtung ein und wird auch kein Mitglied der Gruppierung. Die Wahlen zum Stadtrat finden bayernweit am 15. März statt. 

Oliver Sommer

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