Opfer eines Telefonbetrügers

85-jährige Bad Wörishoferin von „falschem Enkel“ übers Ohr gehauen

Seniorin und Telefon
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Eine Bad Wörishoferin ist gestern Opfer eines Telefonbetrügers geworden.

Bad Wörishofen - Mit der dringenden Bitte, nach einem angeblichen Verkehrsunfall Geld für die Reparatur zu überweisen, hat am gestrigen Dienstag ein „falscher Enkel“ eine 85-jährige Bad Wörishoferin getäuscht. Der Unbekannte erbeutete so mehrere tausend Euro.

Die 85-Jährige hatte einen Anruf ihres vermeintlichen Enkelsohnes bekommen, der ihr glaubhaft erklärte, er brauche nach einem Verkehrsunfall dringend Geld für die Reparatur seines Autos. Mehrere Telefonate gingen hin und her, ehe es dem Unbekannten tatsächlich gelang, dass die Frau zur Bank ging und einen vierstelligen Barbetrag abhob. Diesen übergab sie schließlich vor ihrem Wohnhaus, wie am Telefon vereinbart, an einen Abholer.

Der etwa 50-jährige unbekannte Abholer, der anschließend zu Fuß davonlief, hat sich laut Polizei in der Zeit um 17 Uhr länger im Bereich Bachstraße/Bürgermeister-Stöckle-Straße aufgehalten und wird wie folgt beschrieben: Westeuropäische Erscheinung, etwa 1,80 Meter groß, kräftig/dick, fast Glatze, ohne Brille oder Bart. Er trug eine dunkle Hose sowie ein weißes Oberteil mit schwarzem Leibchen.

Zeugen, die am Dienstag gegen 17 Uhr im Bereich Bachstraße/Bürgermeister-Stöckle-Straße verdächtige Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei in Memmingen unter Tel. 08331/1000 zu melden.

Schon 170.000 Euro Schaden durch „Enkeltricks“ in diesem Jahr

Der Trick mit dem „falschen Enkel“ funktioniert nicht zum ersten Mal: Im Jahr 2020 registrierte die Polizei im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West im Bereich der sogenannten Enkel-Betrüge insgesamt 110 Anzeigen. In vier Fällen, bei denen die Masche funktionierte, wurden über 100.000 Euro erbeutet. 2021 verzeichnete das Präsidium bis Ende Mai schon insgesamt 74 Anzeigen, bei denen bei fünf Fällen ein Schaden von über 170.000 Euro entstanden ist.

Wie die Masche funktioniert? Die Anrufer teilen mit, soeben einen Anruf des vermeintlichen Enkels der Angerufenen bekommen zu haben. Dieser wäre in einen Verkehrsunfall (oder einen sonstigen Unglücksfall) verwickelt und bräuchte nun schnell Geld, um Rechtsanwaltskosten zu begleichen, einen Krankenhausaufenthalt des vermeintlichen Opfers zu bezahlen und sich so vor dem Verlust des Führerscheins (oder sonstigen Folgen, beispielsweise einer gerichtlichen Strafe) zu retten.

wk

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