300 Besucher bei "Rock & Classic" mitgerissen

Akkordeonorchester Türkheim rocken bei ihrem Frühlingskonzert

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Dass Rock und Klassik an einem Konzertabend durchaus miteinander harmonieren können, davon durften sich am vergangenen Sonntagabend die Gäste in der Sporthalle des JBG überzeugen. Joseph Haug hatte gemeinsam mit seinen Akkordeonorchestern – hier Orchester I – ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt.
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Dass Rock und Klassik an einem Konzertabend durchaus miteinander harmonieren können, davon durften sich am vergangenen Sonntagabend die Gäste in der Sporthalle des JBG überzeugen. Joseph Haug hatte gemeinsam mit seinen Akkordeonorchestern – hier Orchester II – ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt.
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Dass Rock und Klassik an einem Konzertabend durchaus miteinander harmonieren können, davon durften sich am vergangenen Sonntagabend die Gäste in der Sporthalle des JBG überzeugen. Joseph Haug hatte gemeinsam mit seinen Akkordeonorchestern – hier Orchester I – ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt.
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Moderatorin Angelika Kob

Türkheim – Seit über vier Jahrzehnten begeistern die Türkheimer Akkordeonorchester mit ihren Frühlingskonzerten. Am gestrigen Palmsonntag boten sie den Besuchern in der Sporthalle des Joseph-Bernhart-Gymnasiums in Türkheim einen imponierenden Mix aus „Rock & Classic“. Sie kombinierten ausgewählte Musikstücke der Klassik mit weltbekannten Hits aus Pop und Rock – von temporeichen Werken bis zu Balladen. Mit den außergewöhnlichen musikalischen Arrangements zogen die Künstler ihre Gäste regelrecht in den Bann. Die Vollblut-Musiker überzeugten mit ihrem Können und weckten dabei beim Publikum Emotionen pur.

Die Besucher tauchten bereits in die feierliche Konzertatmosphäre ein, noch bevor die beiden Orchester, unter musikalischer Leitung von Joseph Haug, den ersten Takt anschlugen. Stimmungsvolle Beleuchtung, gekonnt arrangiertes Bühnenbild, stilvolle Deko und festlich-elegantes Outfit der Künstler – alles war perfekt aufeinander abgestimmt. „Orchester I“ eröffnete das Konzert – die beiden Orchester spielten erst abwechselnd, dann später, zum Ende des Abends, noch gemeinsam. Der schwungvolle Auftakt mit „Rocking Affair“, bereitete allen Gästen gleich zu Beginn gute Laune. Mit atemberaubendem Tempo riss das Symphonic Rockstück die Zuhörer mit. Flott ging es mit der Konzert-Overtüre „Der Barbier von Sevilla“ weiter, um danach den „Türkischen Marsch“ zu spielen.

Mitglieder geehrt

Nach diesen drei Titeln gab es eine kurze musikalische Pause: Türkheims Bürgermeister Christian Kähler ehrte mehrere Jubilare und überreichte ihnen Urkunden. Einige Musikerinnen und Musiker spielen bereits seit Jahrzehnten in den beiden Orchestern. „Das zeigt, dass es Spaß macht, in diesen Orchestern zu spielen, wenn so viele Leute so lange dabei sind“, sagte Bürgermeister Kähler, der den Geehrten hohe Anerkennung aussprach. Er gratulierte Ingrid Brunnenmeier und Toni Thalmeier (jeweils 45 Jahre), Heidi Zacher, Stefan Gradeland und Erich Wagner (jeweils 40 Jahre), Melanie Sirch (25 Jahre) und Raphael Eichinger (zehn Jahre).

Nach den Ehrungen spielte „Orchester I“ ein Song-Medley des berühmten Sängers Eric Clapton, um dann vorerst „Orchester II“ die Bühne zu überlassen. Nach dem zügigen „Umbau“ auf der Bühne, dem Wechsel der Musiker, ging es zügig mit dem Motto des Abends weiter – das Angelika Kob, die souverän durch das Programm führte, mit „zwischen Rock und Classic switchen“ bezeichnete. Ganz anders als das Wechselspiel des Wetters im Frühjahr, bereitete jene musikalische Abwechslung im Frühjahrskonzert den Gästen sichtlich Freude. Für alle Altersklassen und jeden Musikgeschmack war an dem Abend etwas Passendes dabei. Diese Vielfalt gefiel dem Publikum offensichtlich, die 300 Gäste reagierten begeistert.

Wechselspiel

Das Farbspiel der Bühnenbeleuchtung unterstrich wirkungsvoll das Wechselspiel der Orchester und deren musikalisch abwechslungsreichen Ausrichtung. Mal rot oder orange, mal blau, dann grün. Es setzte die Musiker auf der Bühne stimmungsvoll in Szene. Dass die Farbtöne des Lichts sogar zu den Farben der in der Pause gewechselten Bekleidung der Musiker passten, untermalte die gestalterische Liebe zum Detail an diesem Abend. Ebenso die geschmackvolle Dekoration rund um die Bühne und den Platz der Moderatorin. Bei der herausragenden Leistung der Musiker und ihres Dirigenten allerdings blieb es letztlich dennoch „Nebensache“ – genau das aber sprach schließlich für den Erfolg allein aufgrund der musikalischen Darbietungen, um die es schließlich vorrangig ging. Eine runde Sache war das bezaubernd geschaffene Ambiente dennoch – aber eben ohne sich in den Vordergrund der Show rücken zu wollen.

„Orchester II“ startete mit „Air“. Danach spielten sie einen Klassiker der Pop-Rock-Geschichte, „A Whiter Shade of Pale“, ein Stück, das es in mehr als 700 Cover-Versionen gibt – eine davon sang einst Bonnie Tyler, die bekannte Künstlerin mit der markanten Stimme. Unter die Haut fuhr danach das weltbekannte Chorwerk aus der Oper Nabucco: „Gefangenenchor aus Nabucco“. Ausgelassene Stimmung kam hinterher mit „Love is in the Air“ auf. 300 Leute klatschten im Takt mit.

Nach einer ausgiebigen Pause trat wieder „Orchester I“ auf und gab einen Welterfolg der Gruppe Toto zum Besten: „Childs anthem“. Der zweite Teil des Abends startete somit zunächst rockig. Dann folgte der Konzertwalzer „Ballsirenen“. Danach spielten die Musiker „Live and let die“ – die Titelmelodie des gleichnamigen James Bond-Films. Für die bunte Mischung sorgte hinterher der Säbeltanz aus Gayaneh-Ballett. Danach kündigte Moderatorin Angelika Kob die „Superhits“ von ELO an, dem „Electric Light Orchestra“. „Jeder sollte diese Musik hören – und tanzen, tanzen, tanzen. Bis heute haben diese Hits nichts an ihrer Aktualität verloren – sie sind Kult“, meinte Kob.

Rockiges Ende

Den fulminanten Abschluss lieferten zum Ende des Abends beide Orchester zusammen: „Eye of the Tiger“, die Titel-Musik zum dritten Film der „Rocky“-Reihe – sicherlich auch „Kult“. Wer kennt sie nicht, die Rocky-Filme – oder das Musical dazu. Damit war das Programm offiziell zu Ende. Aber: Lautstarke Jubel- und „Zugabe“-Rufe der Gäste signalisierten deutlich: die Besucher wollten noch nicht nach Hause gehen. Die tolle Stimmung war auf dem Höhepunkt. Mit Tina Turners Song „Simply the best“ legte das Gemeinschaftsorchester Brennholz nach und heizte den Gästen nochmals richtig ein.

Umso verständlicher, dass sich das Publikum nicht mit dieser einen Zugabe zufriedengab. Mit dem ruhigeren Titel „Mandy“, ließen die Künstler ohne eine dritte Zugabe das Frühlingskonzert letztlich ausklingen. So klingt der Frühling. So rockt der Frühling. Klassisch. Modern. Die Musik des Abends wird noch lange positiv nachhallen – und das Ambiente nachwirken.

Thorsten Oliver Rehm

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