Aus dem Stadtrat Mindelheim

"Problemkind" Maristen-Areal

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Impression aus der Stadt Mindelheim.

Mindelheim – Flächennutzungspläne, Verkehrsgutachten und eine Kleingartenanlage standen besonders im Mittelpunkt der letzten Stadtratssitzung vor der Sommerpause im Sitzungsaal des Rathauses.

Der Flächennutzungsplan des Industrie- und Gewerbeparks Unterallgäu soll geändert werden, um das Areal vergrößern zu können. Angepasst wurde auch der grüne Gürtel, der von fünf auf zehn Meter breiter geplant wird, um einen ökologischen Ausgleich herzustellen. Mit hohen Gewächsen soll so das Gewerbegebiet abgeschottet werden. 

Verkehrsgutachten „Maristenareal/Schwabenwiese“ 

Seit bereits 20 Jahren besteht am Areal der Maristen und der Schwabenwiese eine angespannte Verkehrssituation. Im Rahmen eines Verkehrsgutachtens stellte Andreas Bergmann von der Planungsgesellschaft Stadt – Land – Verkehr nun die Ergebnisse dazu vor. Für das Gutachten wurde die Beschilderung mitaufgenommen, Straßenquerschnitte analysiert und eine Knotenstromzählung durchgeführt, über die man beobachtete, wann von wo nach wo gefahren wird. Das Ergebnis: Das größte Verkehrsaufkommen herrscht bei Schulbeginn und -schluss am Maristenkolleg. Auch der Radverkehr ist sehr stark, weiter gehören die meisten Parker zu den Langzeitparkern. Neben dem Maristenkolleg wird es in Zukunft noch mehr Knotenpunkte geben: Das Berufsschulheim, die Kindertagesstätte und Büronutzungen werden für noch mehr Verkehr sorgen, so ist zu befürchten und gibt die Studie Auskunft. 

Sieht Andreas Bergmann das Problem in den zu breiten Straßen, die das Halten vor dem Maristenkolleg ermöglichen und somit den Verkehr behindern, sieht Stadtrat Christoph Walter (CSU) in den breiten Straßen Vorteil für all die Fahrradfahrer, und die sollte man mit schmäleren Straßen nicht bestrafen. Dass es nicht die Aufgabe Andreas Bergmanns sei, Verbesserungsvorschläge zu machen, sondern die Ergebnisse zu präsentieren, legte anschließend Bürgermeister Dr. Stephan Winter dar. Nun müsse der Stadtrat Gas geben und Lösungen finden, erklärte er. 

Fritz Birkle (CSU) und Peter Miller (ÖDP) äußerten die Bitte,die Datenbasis nach oben anzuheben, da das Gutachten im Sommer entstand und die Abiturienten dann nicht mehr die Schule besuchen, die einen großen Teil des Verkehrs ausmachen. Außerdem seien im Winter wieder mehr Autofahrer unterwegs als im Sommer. Ursula Kiefersauer (CSU) äußerte sich ebenfalls sehr kritisch. Die Lage würde sich durch die hohe Ansiedlung in diese Areal weiter verschlechtern und man müsse Gespräche mit den Bauträgern suchen. Dem ersten Punkt stimmte Josef Doll (Grüne) auch zu und hatte die Bitte, sich über Lösungen rechtzeitig Gedanken zu machen. 

Kleingartenanlage im Gleisdreieck

Die Mindelheimer Bürgergemeinschaft e.V. beantragte eine baldige Weiterführung des Kleingartenprojekts im Gleisdreieck. Neben der Aufstellung eines Bebauungsplans sei auch die Gründung eines Kleingartenvereins erforderlich und die Stadt Mindelheim solle diesen Prozess begleiten. Michael Egger aus der Bauverwaltung erklärte, dass für den Bebauungsplan ein erstes städtebauliches Konzept gibt, welches in einen konkreten Vorentwurf überführt werden muss. Den Auftrag hat das Büro Mohrenweis in Waal-Emmenhausen. Eine Informationsveranstaltung für die Bürger würde erst Sinn machen, wenn wichtige Eckpunkte des Projekts geklärt sind, wie zum Beispiel die genaue Lage, die Größe und Anzahlen und die Kosten. Michael Egger erklärte auch, dass zunächst die erschließungstechnischen Voraussetzungen mit der Deutschen Bahn geklärt werden müssen. Aufgrund aktueller Dringlichkeit anderer Bauleitplanungen, erlaubt es zurzeit die Personalkapazität nicht, dieses Projekt voranzutreiben. 

Antragstellerin Hannelore Lutzenberger (Bürgergemeinschaft) äußerte sich trotz der klaren Erklärungen kritisch, denn die Lage kenne man, der Antrag sei schon lange her und einiges bereits geklärt. Egger erwiderte, dass erst alles geklärt ist, wenn er Unterschriften schwarz auf weiß hat und diese liegen ihm nicht vor.

von Antonela Kelava

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