Arbeit ist mehr als bloße Beschäftigung

Einen Einblick in die Arbeit der Wäscherei der P-Werkstatt in Mindelheim gibt es am Freitag. Unser Bild zeigt: Doris Petrou, Gruppenleiterin Theresia Kep­peler, Anna Graf und Silvia Schmidt (von links). Foto: Magg

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ag der offenen Tür in der Wäscherei der P-Werkstatt Mindelheim (mg/wk): Der Alltag des erwachsenen Menschen ist in unserer Gesellschaft wesentlich durch das Arbeitsleben ausgefüllt und strukturiert. Erkrankt ein Mensch an einer nicht nur vorübergehenden psychischen Störung, geht diese Struktur meist verloren - der Alltag wird für viele unüberschaubar, der Teufelskreis der Krankheit beginnt. Hier setzen die »P-Werkstätten für Menschen mit psychischer Erkrankung« mit ihrer Tätigkeit an. In Mindelheim gibt es eine solche Einrichtung der Lebenshilfe und der Unterallgäuer Werkstätten seit 2003 in der Westernacher Straße 39. Die zweite P-Werkstatt im Unterallgäu steht in Memmingen. In beiden werden derzeit 105 Menschen mit einer ärztlich festgestellten, nicht nur vorübergehenden psychischen Erkrankung beschäftigt und individuell in seinen beruflichen, persönlichen und sozialen Fähigkeiten gefördert. Dadurch erhöht sich nach einer Stabilisierungsphase die Chance des Einzelnen wieder in den allgemeinen Arbeitsmarkt eingegliedert zu werden. Ist dies nicht möglich, kann er einen Dauerarbeitsplatz in der Werkstatt erhalten der seiner eigenen Leistungsfähigkeit entspricht. Wichtigster Aspekt jedoch ist, dass dem Mitarbeiter mit einer psychischen Erkrankung, der ja meist vor seiner Erkrankung auf dem Arbeitsmarkt tätig war, wieder die Teilhabe am Arbeitsleben möglich gemacht wird - denn Arbeit ist mehr als bloße Beschäftigung. Darüber hinaus bietet die P-Werkstatt positive Nebeneffekte wie Tagesstrukturierung, Lebenssinn, Steigerung des Selbstbewusstseins und des Gemeinschaftsgefühls. Einen Einblick in das Schaffen der Werkstatt und hier vor allem in die Bandbreite der Dienstleistungen der Wäscherei gibt es am kommenden Freitag, dem 1. April beim »Tag der offenen Tür« von 10 bis 15 Uhr. In der Wäscherei arbeiten derzeit zwei Hauswirtschaftsleiterinnen und zwölf Menschen mit einer psychischen Erkrankung. Die Öffentlichkeit soll beim Aktionstag die Möglichkeit bekommen die Einrichtung und das Angebot an Arbeitsplätzen und beruflicher Bildung kennenzulernen. Für das leibliche Wohl ist gesorgt. Außerdem gibt´s ein Glücksrad und ein besonderes Angebot passend zum Motto der Wäscherei »sauber bleiba«.

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