treffen zum Jahresauftakt 

SPD-Frauen begrüßen neues Familienpflegezeitgesetz

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Die SPD-Frauen feierten gemeinsam mit ihren Parteikolleginnen im Dezember des vergangenen Jahres ihr 25-jähriges Jubiläum (von links nach rechts) Irmgard Schäffler, Verena Gotzes und Bezirksrätin Petra Beer.

Unterallgäu:  Ein Rückblick auf 25 Jahre Ar­beits­gemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) Memmingen-Unter­all­gäu und das neue Familien­pfle­gezeitgesetz waren auf der Tagesordnung beim traditionellen Jahresabschluss­tref­fen der SPD-Frauen.

1989 wurde die AsF im Unter­bezirk auf Initiative von Anne Leipert gegründet, mit dem Ziel, die politische Arbeit mit und für Frauen zu forcieren. Irmgard Schäffler skizzierte die 25-jährige Geschichte der AsF im Unter­bezirk Memmingen-Unterallgäu und belegte eindrücklich mit Zahlen, wie es derzeit um die Vertretung von Frauen in der Politik steht. Der Frauenanteil im Kreistag Unterallgäu und im Stadtrat Memmingen liege bei 25 Prozent, bei den Stadt- und Gemeinderäten im Landkreis Unterallgäu bei nur 17 Prozent. Im Bundestag bestimmen 36,5 Prozent Frauen mit, im bayerischen Landtag sind 29,4 Prozent der Mitglieder weiblich."Da besteht noch deutlich Luft nach oben und wir dürfen nicht nachlassen im Bestreben um die Gleichstellung", erklärte dazu Schäffler.

Familienpflegezeitgesetz seit dem 1. Januar

Mit dem neuen Familien­pfle­gezeitgesetz wird die Verein­barkeit von Familie, Pflege und Beruf deutlich verbessert, so Verena Gotzes. Pflegende Ange­hörige - und das sind in der Mehrzahl Frauen – werden entlastet. Das neue Familienpflege­zeitgesetz beinhaltet einen Rechtsanspruch auf zehn Tage Pflegezeit, wenn eine akute Pflegebedürftigkeit eines Ange­hörigen eintritt. Somit können Angehörige die Pflegesituation organisieren. Als Lohnersatz­leistung erhalten sie während dieser Zeit Pfle­geunterstützungs­geld. "Schon heute besteht die Möglichkeit, sechs Monate lang entweder ganz aus dem Beruf auszusteigen oder in Teilzeit zu wechseln", so Gotzes weiter. Oftmals reiche diese Zeit aber nicht aus, deshalb bestehe jetzt ein Rechtsanspruch auf 24 Monate Familienpfle­gezeit. Wäh­rend dieser Zeit können Be­schäftigte die Wochenarbeits­zeit auf bis zu 15 Stunden reduzieren. Wer schwerstkranke An­ge­hö­rige in der letzten Lebens­phase begleiten möchte, kann sich künftig für maximal drei Monate freistellen lassen. Dies ist eine gute Nachricht für Pflegebe­dürftige und deren Angehörigen, so die einhellige Meinung der SPD-Frauen.

Dank für langjähriges Engagement

Einziger Wermuts­tropfen an dem Familienpflege­zeitgesetz ist, dass Beschäftige in Betrieben unter 25 Mitarbeitern vom gesetzlichen Anspruch auf Arbeitszeitverkürzung für Fa­milienpflege ausgeschlossen sind. Abschließend bedankten sich Verena Gotzes und die stellvertretende SPD-Unterbezirks-Vor­sit­zende Petra Beer bei Irmgard Schäffler. Sie ist seit 25 Jahren im Vorstands-Team der Arbeits­ge­meinschaft Sozialdemokratischer Frauen. Die AsF ist eine Arbeits­ge­meinschaft der SPD, der alle weiblichen Parteimitglieder angehören. Sie wurde 1973 gegründet und setzt sich seitdem für Frauenrechte und die Beseitigung der Diskriminierung von Frauen ein. Sie versteht sich als Ver­treterin aller Frauen, unabhängig von Alter, Familienstand, ethnischer Herkunft, religiöser Über­zeu­gung, sexueller Identität und unabhängig davon, ob eine Frau Mutter ist oder ob sie keine Kinder hat. Das Ziel ist die Gleichstellung von Frauen in Gesellschaft, Beruf und Familie.(wk)

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