Erste Stabilisierung durch Lockerungen

Arbeitsmarkt regeneriert sich langsam - Landkreis top im Allgäuvergleich

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Das Unterallgäu weist auch im Juli die niedrigste Arbeitslosenquote im bayerischen Teil des Allgäus auf. Die Betriebe stellen wieder mehr Mitarbeiter ein, der Arbeitsmarkt erholt sich allmählich.

Unterallgäu – Auch im Juli blieb das Coronavirus ein prägender Faktor auf dem Arbeitsmarkt im Allgäu. Die Lockerungen der letzten Wochen führten allerdings zu einer ersten Stabilisierung. Das teilte die Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen mit. Im Juli waren 12.880 Menschen arbeitslos gemeldet, 76 Frauen und Männer weniger als im Juni. Damit setzte sich die Entwicklung aus dem Vormonat fort, denn bereits von Mai auf Juni dieses Jahres hatte es einen Rückgang bei den Arbeitslosen gegeben. Das Unterallgäu ist im bayerischen Allgäu auch im Juli der Landkreis mit der niedrigsten Arbeitslosenquote von 2,6 Prozent (zum Vergleich: im Juli 2019 nur 1,7 Prozent).

Im Jahresvergleich erhöhte sich die Arbeitslosigkeit im bayerischen Teil des Allgäus um 1,1 Prozentpunkte und lag im Juli bei 3,3 Prozent. Betrachtet man den Juli des Vorjahres, so kann man damit rechnen, dass es bis zur Herstellung der „vor-Corona-Verhältnisse“ noch eine ganze Weile dauert. Seinerzeit lag die Arbeitslosigkeit um gut 50 Prozent niedriger. Im Ergebnis erreichte der Wirtschaftsraum Mindelheim mit 2,9 Prozent nach wie vor die günstigste Arbeitslosenquote. Gleichzeitig war Mindelheim die einzige Region mit einer Zwei vor dem Komma.

Höher als im Agenturbezirk fiel das Plus in der Region Füssen, im Landkreis Lindau und in den Wirtschaftsräumen Memmingen und Kempten mit einem Zuwachs von mindestens 1,2 Prozentpunkten oder mehr zum Vorjahr aus. Auch wenn das HoGa-Gewerbe in Lindau und Füssen für Beschäftigung sorgte, konnte das den Abstand zum Juli des vergangenen Jahres nicht wettmachen. Günstiger schnitt das südliche Oberallgäu ab, denn in diesem Bereich boomt das Gastgewerbe besonders stark. Die Regionen Kempten und Memmingen wiederum sind stärker von Betrieben des verarbeitenden Gewerbes geprägt.

Betriebe blicken etwas zuversichtlicher auf die kommenden Wochen und Monate. Das zumindest signalisiert die gestiegene Zahl von neu hereingegebenen Stellenangeboten. „Der Arbeitsmarkt im Allgäu scheint sich von den Auswirkungen der Corona-Pandemie langsam zu erholen. Für eine erste Stabilisierung spricht auch der weitere Zuwachs bei der Nachfrage nach Arbeitskräften. Zusätzlich erzielt die Kurzarbeit eine positive Wirkung und stärkt die Beschäftigung in vielen Betrieben. Die aktuelle Lage darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die wirtschaftliche Entwicklung auch vom weiteren Verlauf der Pandemie abhängt,“ sagt Maria Amtmann, Leiterin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen.

Im Juli meldeten sich knapp 1.260 Menschen bei den Vermittlern neu arbeitslos, die zuletzt eine Erwerbstätigkeit ausgeübt hatten. Das waren so wenige wie in keinem anderen Monat seit Juli des vergangenen Jahres. Auf dem regionalen Arbeitsmarkt ist einiges in Bewegung, denn aktuell starteten auch gut 1.300 Frauen und Männer in eine neue Beschäftigung und beendeten dadurch ihre Zeit der Arbeitslosigkeit. Unter anderem erhielten Menschen im Logistiksektor, im Verkauf, in Hotellerie und Gastronomie sowie im Reinigungsgewerbe eine neue Beschäftigung.

Bei den Jüngeren unter 25 Jahren waren aktuell 1.630 Kräfte beschäftigungslos. Das bedeutete einen Zuwachs um etwas mehr als 110 junge Menschen, was auch damit zusammenhängt, dass eine Reihe von ihnen nach Abschluss ihrer Ausbildung vorübergehend arbeitslos wurden. Betriebe stellen wieder mehr neue Arbeitsstellen zur Verfügung als einige Wochen zuvor. Zuletzt gingen im Juli über 900 neue Beschäftigungsmöglichkeiten bei der Agentur ein. Nach dem niedrigsten Kräftebedarf im April dieses Jahres nahm die Zahl der zusätzlich gemeldeten Stellen kontinuierlich zu. Auch wenn der Abstand zum Juli des Vorjahres merklich blieb, bedeutete das im Monatsvergleich einen Zuwachs um knapp 20 Prozent.

wk

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