Politiker besichtigen Sensationsfund

Wie auch Bad Wörishofen von Ur-Allgäuer »Udo« profitieren könnte

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Sahen sich „Udo“ aus der Nähe an (v. links): Stefan Welzel, Wissenschaftsminister Bernd Sibler und Landtagsabgeordnete Angelika Schorer.
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Groß war der mediale Andrang an der Fundstätte. Auch Ministerpräsident Markus Söder und Paläontologin Prof. Madelaine Böhme waren vor Ort und äußerten sich zum Sensationsfund.
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Groß war der mediale Andrang an der Fundstätte. Auch Ministerpräsident Markus Söder und Paläontologin Prof. Madelaine Böhme waren vor Ort und äußerten sich zum Sensationsfund.
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Groß war der mediale Andrang an der Fundstätte. Auch Ministerpräsident Markus Söder und Paläontologin Prof. Madelaine Böhme waren vor Ort und äußerten sich zum Sensationsfund.
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Groß war der mediale Andrang an der Fundstätte. Auch Ministerpräsident Markus Söder und Paläontologin Prof. Madelaine Böhme waren vor Ort und äußerten sich zum Sensationsfund.
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Groß war der mediale Andrang an der Fundstätte. Auch Ministerpräsident Markus Söder und Paläontologin Prof. Madelaine Böhme waren vor Ort und äußerten sich zum Sensationsfund.
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Groß war der mediale Andrang an der Fundstätte. Auch Ministerpräsident Markus Söder und Paläontologin Prof. Madelaine Böhme waren vor Ort und äußerten sich zum Sensationsfund.
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Groß war der mediale Andrang an der Fundstätte. Auch Ministerpräsident Markus Söder und Paläontologin Prof. Madelaine Böhme waren vor Ort und äußerten sich zum Sensationsfund.

Pforzen/Bad Wörishofen – Ungebrochen ist das öffentliche Interesse am Menschenaffen „Danuvius guggenmosi“, auch „Udo“ genannt, nach dem Sensationsfund in der Tongrube Hammerschmiede bei Pforzen. Die Knochenfunde beweisen: Der älteste aufrecht gehende Primat stammt aus dem Ostallgäu, war also ein Ur-Allgäuer, wenn man so will. Am Donnerstag statteten Ministerpräsident Dr. Markus Söder, Wissenschaftsminister Bernd Sibler und politische Vertreter aus der Region zusammen mit Udo-Entdeckerin Prof. Dr. Madelaine Böhme der Hammerschmiede einen Besuch ab, um die Fundstelle zu begutachten – darunter auch Bad Wörishofens zweiter Bürgermeister Stefan Welzel.

Sahen sich „Udo“ aus der Nähe an (v. links): Stefan Welzel, Wissenschaftsminister Bernd Sibler und Landtagsabgeordnete Angelika Schorer.

Der Fund stelle jegliche Theorie der Zweibeinigkeit und unser Wissen über die Evolution auf den Kopf, verwies Böhme auf die Bedeutung des Ereignisses: „Wir müssen neu denken, neue Fragen stellen“. Schließlich wurde bislang angenommen, dass der erste aufrecht gehende Vorfahre des Menschen aus Afrika stammt. Der Menschenaffe soll überdies vor 11,62 Millionen gelebt haben, konnte also schon sechs Millionen Jahre früher als gedacht aufrecht gehen.

Können sich die Pforzener nun als Missing Link in der menschlichen Evolution bezeichnen und ihr Örtchen als Wiege der Menschheit betrachten? Dass der erste Mensch ein Allgäuer war, könne man so nicht sagen, meint Böhme. Die Forscherin der Universität Tübingen, die jahrelang die Ausgrabungen im Ostallgäu geleitet hat, hat mit ihrem Team nicht nur Knochen des Menschenaffens, sondern auch weitere Fossilien von zwei Weibchen und einem Jungtier, sowie Relikte zahlreicher Wirbeltiere, wie Nashörner, Bären, einem Baby-Elefanten, Fischen, Vögeln und Schildkröten entdeckt. Weitere Schätze sind künftig zu erwarten, denn auch für interessierte Hobby-Paläontologen soll es die Möglichkeit vor Ort geben, sich unter Anleitung der Experten und mit dem nötigen Equipment an Ausgrabungen zu beteiligen.

"Wir sind Udo"

In jedem Fall können die Gemeindebürger, wenn es nach dem zweiten Bürgermeister Josef Freuding ginge, stolz von sich behaupten: „Wir sind Udo“. Von einem „Potenzial der Identifikation“ sprach auch Wissenschaftsminister Sibler. Er regte an, den Sensationsfund für die Öffentlichkeit auf interessante Weise zu veranschaulichen. Als Bürgermeister von Pforzen will auch Herbert Hofer die Entdeckung allen Interessierten zugänglich machen und kann sich etwa ein Besucherzentrum vorstellen. Laut Landrätin Rita Maria Zinnecker sei ein Runder Tisch geplant, um mit den Beteiligten über das weitere Vorgehen zu diskutieren.

An dieser Stelle hakte auch Stefan Welzel ein, der die ­Chance sieht, „als Region diesen Fund besonders herauszuputzen“. Welzel meinte weiter: „Wenn es einen runden Planungstisch geben wird, sollte sich Bad Wörishofen allein schon mit Blick auf das Besucherpotenzial unbedingt daran beteiligen.“ Vielleicht sei es auch ein Wink des Zufalls, dass „Udo“ ausgerechnet am 17. Mai 2016 – also am Geburtstag von Sebastian Kneipp – gefunden wurde, ergänzt Welzel mit einem Augenzwinkern. Zeitnah solle man bereits den Wandertrilogieweg Kaufbeuren-Bad Wörishofen im Rahmen der „Glückswege“ um eine Station mit „Udo“ ergänzen. „Denn der Fund ist ein Glücksfall.“

Ähnlich äußerte sich Landtags­abgeordneter Bernhard Pohl: „Diese Forschungsergebnisse sind nicht nur ein Quantensprung in der Wissenschaft, sie bieten auch unglaubliche Chancen für unsere Region und für ganz Bayern“, betonte Pohl. Nun gelte es, die Funde „einer breiten Öffentlichkeit aus der Region, aus Bayern und letztlich der ganzen Welt an Ort und Stelle zugänglich zu machen“, zum Beispiel in einer Ausstellung oder einem Museum.

Nicht minder begeistert zeigte sich Ministerpräsident Söder, der für die Verwirklichung der künftigen Projekte einen Zuschuss des Freistaats in Aussicht stellte. 

mk/wk

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