Ortsumfahrung Hausen

„Ab heute wird Gas gegeben!“

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Stellten den Entwurf für die Ortsumfahrung Hausen vor: (v.l.) Ralf Eisele (Staatliches Bauamt Kempten, Abteilungsleiter Ost-/Unterallgäu), Markus Kreitmeier (Staatliches Bauamt Kempten, Bereichsleiter Straßenbau), Staatsminister Franz Josef Pschierer, Bürgermeister Hans Egger und Landrat Hans-Joachim Weirather.

Salgen/Hausen – Die Geschichte der Umgehungsstraße ist älter als der Landkreis Unterallgäu selbst. Schon 1956 beschäftigte sich der Kreistag, damals noch Landkreis Mindelheim, mit der Thematik und bestand auf eine Umfahrung im Zuge der sonst bereits gut ausgebauten Strecke Mindelheim-Krumbach. Nun besteht die Aussicht, dass die „never ending story” Ortsumfahrung Hausen doch noch in absehbarer Zeit ein glückliches Ende findet. In einem kürzlich anberaumten Pressegespräch gab es hierzu einige konkrete Zahlen und Zeiten.

Im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 werden die verkehrspolitischen Weichen gestellt und einige wichtige Straßenbauprojekte in unserer Region wurden in den vordringlichen Bedarf aufgenommen. Dazu zählen unter anderem der vierspurige Ausbau der B12 und die Ortsumfahrungen Mindelheim, Hausen sowie Pfaffenhausen im Zuge der B16. 

Da die Vorarbeiten bei Hausen am weitesten vorgeschritten sind, hatte das Staatliche Bauamt Kempten, auf Initiative von Staatssekretär Franz Josef Pschierer, zu einem Pressegespräch ins Salgener Rathaus eingeladen. Markus Kreitmeier (Bereichsleiter Straßenbau/Staatliches Bauamt Kempten) informierte Bürgermeister Hans Egger, Landrat Hans-Joachim Weirather und Walter Pleiner (Leiter Tiefbauamt/Landratsamt Unterallgäu) über den aktuellen Sachstand in puncto Ortsumfahrung Hausen. Auch Bürgermeister Franz Renftle war aus der benachbarten Marktgemeinde Pfaffenhausen angereist, um vielleicht die ein oder andere Auskunft zur dort vorgesehenen Ortsumfahrung zu erhalten. 

Hausen hatte im BVWP 2030 die Priorität „höchste Dringlichkeit erhalten” und die ersten Schritten sind mit der neuen Ortsdurchfahrt bereits gemacht. Obwohl sich das umfangreiche Projekt noch in den Kinderschuhen befindet, war Markus Kreitmeier nicht mit leeren Händen gekommen. 

So sei schon ein Raumempfindlichkeitsanalyse an LARS Consult in Auftrag gegeben worden, im Zuge dessen sämtliche Schutzgüter festgestellt werden sollen. Auch seien eine West- sowie Ostvariante untersucht worden, wobei eine Westumfahrung aus verschiedenen Gründen favorisiert werde. Die zwei Kilometer lange Strecke würde ihren Anfang im Kreisverkehr nördlich von Hausen haben, dann im Westen die Gemeindeverbindungsstraße bei Heinzenhofen kreuzen und schließlich zwischen Fischzucht und Bahnlinie wieder auf die B16 einschwenken. Wie Kreitmeier mitteilte, könnte der Vorentwurf im Frühjahr 2019 fertiggestellt sein. Für die Straßenbaumaßnahme Ortsumfahrung Hausen ist ein Volumen von knapp sechs Millionen Euro eingeplant. 

„Im Gegensatz zu früheren Projekten haben wir einen vollen Topf, aber noch kein Baurecht”, führte Staatssekretär Franz Josef Pschierer an. Und auch Landrat Hans-Joachim Weirather wollte wissen, was nach der Vorlage des Vorentwurfs geschehe. Das Planfeststellungsverfahren läge 2020 bei der Regierung von Schwaben (Dauer ein bis zwei Jahre) und somit könnte eventuell 2021 als Baubeginn anvisiert werden, erklärte Kreitmeier. „Wir wollen nicht nochmal erleben, dass, wenn der Nächste kommt, mit der Maßnahme noch nicht angefangen wurde”, forderte der Unterallgäuer Landrat. Auch reiche die bisherige Ausstattung der Ämter bei weitem nicht, diese bräuchten auch zusätzliches Geld (Personal), um die Planungen abzuarbeiten, kritisierte Pschierer. Vor allem die personelle Ausstattung passe nicht zum Volumen es Bundesverkehrswegeplans 2030. 

Für Bürgermeister Franz Egger ist es hierbei besonders wichtig, „die Leute mit ins Boot zu holen”, denn entlang der geplanten Strecke würden landwirtschaftliche Grundstücke zerschnitten, die dadurch schwerer zu bewirtschaften seinen. Er schlug hierzu eine enge Zusammenarbeit mit dem Amt für Ländliche Entwicklung vor. Bei der vorgesehenen Trasse seien immerhin 25 Eigentümer betroffen. „In Hausen selber gibt es sehr viele Betroffene und die Flurneuordnung spielt dabei eine zentrale Rolle”, so Weirather. „Je größer die Zustimmung ist, desto schneller geht das Verfahren.” Der Vorschlag sei erst einmal nur eine Linie, so Kreitmeier. Er schlug statt einer Bürgerversammlung einen „Workshop” vor, bei dem könne mehr gewonnen werden, als bei einem Frontalvortrag. Keine genaue Zusage konnte er hingegen Bürgermeister Franz Renftle für die Ortsumfahrung Pfaffenhausen geben.

von Michaela Breuninger

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