Zwischen Küchenbrand und Geisterfahrer

Bad Wörishofen: 2020 wenige Übungen aber viele Einsätze für die Freiwillige Feuerwehr

Freiwillige Feuerwehr Bad Wörishofen bei einem Wohnungsbrand
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Vollbrand einer Erdgeschosswohnung. Drei Personen mussten mit der Drehleiter aus dem zweiten Obergeschoss gerettet werden.

Bad Wörishofen – Die Dienst- und Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr findet normalerweise immer zu Jahresbeginn statt. Nur geht es den Floriansjüngern momentan genauso wie Vereinen und Verbänden: Wegen des Coronavirus können solche Veranstaltungen nicht stattfinden. Dabei war das Jahr 2020 für die Feuerwehr nicht weniger ereignisreich.

Die Covid-19-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens hatten auch massive Auswirkungen auf die Tätigkeit der Feuerwehr und auf die Aktivitäten des Feuerwehrvereins. So wurde im Frühjahr 2020 wurde nach Feststellung des Katastrophenfalls der Übungs- und Ausbildungsbetrieb eingestellt und erst im Frühsommer unter Einhaltung der geltenden Hygienevorschriften in eingeschränktem Umfang wiederaufgenommen. Im Herbst musste der Übungsbetrieb dann aber schon wieder pandemiebedingt vorzeitig eingestellt werden.

Nun muss eine Feuerwehr auch unter solchen Bedingungen stets einsatzbereit bleiben, was in Bad Wörishofen in vollem Umfang funktioniert hat. Von Anfang an kam hier ein durchgängiges Hygienekonzept zur Anwendung. Die Zahl der Einsatzkräfte in den Einsatzfahrzeugen wurde reduziert, um auch im Fahrzeug die Abstände zu vergrößern. Den Einsatzkräften wurden Mund-Nasen-Schutz- beziehungsweise FFP2-Masken zur Verfügung gestellt. Desinfektionsmittel für die Flächendesinfektion bei den Fahrzeugen und der Einsatzausrüstung stand und steht ebenso zur Verfügung wie für die Händedesinfektion. Für den Aufenthalt im Feuerwehrhaus wurden eigene Verhaltensregeln aufgestellt

Viele Einsätze für die Feuerwehr

Bei den Einsätzen war kein coronabedingter Rückgang feststellbar. Mit 219 Einsätzen war es im Gegenteil ein sehr arbeitsreiches Einsatzjahr. Bei den Brandeinsätzen war, wie in den vergangenen Jahren auch, eine erhebliche Anzahl auf Alarmierungen durch Brandmeldeanlagen und Heimrauchmelder zurückzuführen. Es handelte sich dabei aber nicht nur um Fehl- oder Täuschungsalarme. In einigen Fällen hat die frühzeitige Alarmierung durch die Brandmeldeanlage oder den Heimrauchmelder auch größere Sachschäden und sogar Personenschäden verhindert. Bei den Einsätzen in der technischen Hilfeleistung standen wieder die Einsätze im Vordergrund, bei denen es um die Rettung, Versorgung oder Betreuung von Personen ging.

In Erinnerung bleiben werden den Feuerwehrleuten wohl Einsätze wie ein Wohnungsbrand, bei dem drei Menschen mit der Drehleiter gerettet werden mussten oder ein Geisterfahrerunfall auf der A96, bei der eine Person im Auto eingeklemmt war. Auch nach einem gewalttätigen Übergriff, bei dem drei Frauen schwer verletzt wurden, war die Feuerwehr zur Unterstützung des Rettungsdienstes sowie zum Ausleuchten eines Landeplatzes für den Intensivtransporthubschrauber zur Stelle.

Vereinsleben steht still

Das Vereinsleben der Feuerwehr kam hingegen fast vollständig zum Erliegen. Neben den ausgefallenen Vereinsveranstaltungen wie zum Beispiel Feuerwehrausflug oder Waldweihnacht musste auch die geplante Veranstaltung zum 145-jährigen Gründungsjubiläum pandemiebedingt abgesagt werden.

Auch die bei der ausgefallenen Jahreshauptversammlung geplante Ehrung von zwei aktiven Einsatzkräften muss auf später verschoben werden. Herbert Mayer hätte eigentlich für 25 Jahre aktiven Dienst und Wolfgang Lang sogar für 40 Jahre geehrt werden sollen.

Defibrillator im Feuerwehrhaus

2020 wurde das mit einem Defibrillator ausgestattete Notrufterminal am Feuerwehrhaus Bad Wörishofen durch Bürgermeister Stefan Welzel in Betrieb genommen.

Erfreulicherweise hat die Freiwillige Feuerwehr Bad Wörishofen auch im Jahr 2020 bei der jährlichen Spendenaktion von der Bevölkerung wieder eine hohe Anerkennung und Wertschätzung erfahren. Als Dankeschön und um für Betroffene im Bedarfsfall schnelle medizinische Hilfe sicherstellen zu können, hat die Feuerwehr aus Spenden der Bevölkerung einen automatischen externen Defibrillator beschafft und allgemein zugänglich am Feuerwehrhaus angebracht. Nachdem die bei der Jubiläumsveranstaltung geplante Inbetriebnahme und Übergabe an die Stadt Bad Wörishofen beziehungsweise die Bevölkerung so nicht stattfinden konnte, erfolgte die Übergabe an den ersten Bürgermeister Stefan Welzel nur in einem kleinen Rahmen. wk

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