Vor der Arbeit mal schnell zum Spucktest

Bad Wörishofen: Am Mittwoch starten die Corona-Schnelltests am Eisstadion

Testzentrum Bad Wörishofen
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Ab morgen ist das Testzentrum am Eisstadion für die Bürger geöffnet. Beim Probelauf vergangene Woche überzeugten sich (v. links) Tim Hentrich, Bürgermeister Stefan Welzel sowie Dr. Frank Scholz und Ulrich Dollinger (rechts) von den Abläufen. Mit Cathrin Herd (2. v. rechts) war auch eine Vertretung der Touristinformation dabei.
  • vonOliver Sommer
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Bad Wörishofen – Statt Burger und Pommes gibt es am neuen ­Drive-in am Bad Wörishofer Eisstadion, mit etwas Glück, ein negatives Testergebnis. Gemeinsam mit lokalen Unternehmern hat die Stadt dort eine Corona-Teststation aufgebaut, die am morgigen Mittwoch ihre Arbeit aufnimmt. Auch um die Apotheker in der Innenstadt zu entlasten, können sich hier Bad Wörishofer nach vorheriger Anmeldung testen lassen und bekommen das Ergebnis rechtzeitig auf dem Weg zur Arbeit oder vor der Schule. Langfristig ist eine Digitalisierung des Testvorgangs geplant. 

Schnell mal ranfahren an den Counter, in einen Becher spucken und einen Moment warten. Und noch bevor man bei der Arbeit eintrifft wissen, ob man sich mit Corona infiziert hat oder nicht – das ist die Idee der Teststation, die am Bad Wörishofer Eisstadion nun errichtet wurde. Nachdem Bad Wörishofen trotz aller Bemühungen nicht Modellregion wurde und die Entscheidung dazu im Ministerium wohl immer noch aussteht, hat man sich in der Kneippstadt entschlossen, andere Wege zu beschreiten.

Nicht nur, dass mit Ullrich Dollinger von Ledonik-LED-Technik ein Betreiber der Teststation auf die Stadt zukam – mit dem Bad Wörishofer Dr. Frank Scholz, Deutschland-CEO bei visionet, ist zudem eine Firma am Start, die an der Digitalisierung der Abläufe arbeitet. Langfristig soll, so Tim Hentrich, Wirtschaftsförderer der Stadt, der Papierkram entfallen und die Getesteten mittels Smartphone-App zuerst einen Termin für den Test vereinbaren können und anschließend das Testergebnis, ohne vor Ort warten zu müssen, fälschungssicher auf das Smartphone zugeschickt bekommen. Damit könnten sich auch Schüler vor Unterrichtsbeginn testen lassen. So ließe sich auch ausschließen, so Bürgermeister Stefan Welzel, dass ein möglicherweise infiziertes Kind mit dem Schulbus unterwegs ist.

„Speichelprobe“

Beim Probelauf vergangene Woche überzeugten sich die Beteiligten von der Einrichtung und dem Ablauf des Testens. Dabei betonte Wirtschaftsförderer Hentrich, dass beim Spucktest eine „Speichelprobe“ über eine Mundspülung abgegeben werde. Diese funktioniere ebenso zuverlässig wie der Nasentest und sei genauso zertifiziert. Wie auch Hentrich knüpft Stefan Welzel große Hoffnungen an das Testzentrum, das modular erweiterbar ist, wenn es die Nachfrage erfordert.

Zunächst soll unter der Woche von Montag bis Freitag von 8 Uhr morgens bis um 10 Uhr getestet werden (also vor der Arbeit) und am Nachmittag von 16 bis 18 Uhr. Derzeit sei man noch am Tüfteln für die Infrastruktur als solche, so Hentrich – etwa, was die Stromversorgung anbelangt. Und wie auch Stefan Welzel betont der Kämmerer die Bedeutung des Projektes, das „von Wörishofern für Wörishofer“ gedacht ist, ein Angebot an die Arbeitnehmer und Arbeitgeber in der Stadt. Laut Stadt ist für eine Testung zwingend eine telefonische Anmeldung erforderlich: Hierfür stehe die Telefonzentrale der Stadt Bad Wörishofen zu den Rathausöffnungszeiten unter Tel. 08247/969010 zur Verfügung.

Getestet werden, ohne aus dem Auto zu steigen

Abgerechnet werden die Tests mit der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KBV). Während die Stadt die derzeit drei Buden als Anlaufpunkt für die Testwilligen zur Verfügung stellt, übernimmt die Firma Ledonik das Testen an sich und stellt das Personal. Auch seitens der Apotheken in der Innenstadt wird das Konzept begrüßt, lassen sich hier doch vor allem Menschen vor dem Einkauf testen. Mit dem Drive-Through – dabei kann man sich im Auto sitzend testen lassen und weiterfahren, ohne in Kontakt mit andren Menschen zu kommen – sollen vor allem die Arbeitnehmer angesprochen werden, die etwa ins Industrie- oder Gewerbegebiet im Norden der Kneippstadt fahren. Auch biete man damit der Therme ein Perspektive (mehr dazu hier), so Stefan Welzel, der derzeit mit den Unternehmern in der Stadt in Kontakt stehe. So könnten sich hier nicht nur die Mitarbeiter sondern auch die Thermenbesucher testen lassen.

Oliver Sommer

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