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Bad Wörishofen: Grüne loben Allgäu auf Fraktionsklausur

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Von: Melanie Springer-Restle

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Bei der heutigen Pressekonferenz der bayerischen Grünen im Bad Wörishofener Hotel Sonnenhof waren dabei (v. links) die Abgeordnete Stephanie Schuhknecht, die Fraktionsvorsitzenden Ludwig Hartmann und Katharina Schulze sowie die Pressesprecherin der Grünen, Lena Motzer.
Bei der heutigen Pressekonferenz der bayerischen Grünen im Bad Wörishofener Hotel Sonnenhof waren dabei (v. links) die Abgeordnete Stephanie Schuhknecht, die Fraktionsvorsitzenden Ludwig Hartmann und Katharina Schulze sowie die Pressesprecherin der Grünen, Lena Motzer. © Springer-Restle

Bad Wörishofen – Als Tagungsort für ihre Fraktionsklausur hat sich die Landtagsfraktion der Grünen heuer die Kneippstadt ausgesucht. Nach einer gemeinsamen Busfahrt in die bald energieautarke Kommune Fuchstal, luden die bayerischen Grünen-Vertreter heute am frühen Nachmittag zur Eröffnungs-Pressekonferenz im Hotel Sonnenhof ein.

MdL Stephanie Schuhknecht freute sich besonders, wieder mal in Bad Wörishofen zu sein, hat sie doch viele Kindheitserinnerungen an die Kneippstadt, denn die Eltern der Abgeordneten stammen von hier und die Urgroßeltern betrieben einst eine Wirtschaft im Wörishofener Ortsteil Kirchdorf. Schuhknecht erinnert sich auch an die Feste rund um Sebastian Kneipps Namenstag, der morgen in Bad Wörishofen wieder mit einem Rahmenprogramm rund um den „Sebastianstag“ gefeiert wird. Apropos Kneipp: Über die Anwesenheit der Präsidentin des Kneippbunds, MdL Christina Haubrich, freuten sich die Politiker ganz besonders.

Das erklärte Ziel dieser Fraktionsklausur sei, so Schuhknecht, Potenziale für die kommunale Energiewende hier in der Region aufzuzeigen. Das Unterallgäu stehe beispielhaft für den ländlichen Raum, der über alle Voraussetzungen verfüge, um die kommunale Energiewende gemeinsam mit den Bürgern, den Stadtwerken und den heimischen Unternehmen umzusetzen.

Die Grünen möchten sich morgen ein genaueres Bild von den Dingen machen, die bereits gut laufen, aber auch von Bereichen, „in denen der Schuh drückt und wo die Rahmenbedingungen noch angepasst werden müssen“, so Schuhknecht.

Konkret steht morgen ein Besuch bei den Bad Wörishofer Stadtwerken auf der Tagesordnung, dann geht es an die Berufsschule, die auch Klimaschule ist, und anschließend nehmen die Parteikollegen ein EE-Projekt (Projekt zu erneuerbaren Energien) des Unterallgäuer Unternehmens Öko-Haus unter die Lupe.

Sichere und saubere Energie sei der Standortvorteil schlechthin, so Katharina Schulze. Die Energiewende in Bayern müsse zur Chefsache gemacht werden. Umweltminister Robert Habeck habe bereits einige Gesetze auf Bundesebene auf den Weg gebracht, die eine beschleunigte Umsetzung der Energiewende möglich machen. Diese Gesetze zwängen Ministerpräsident Markus Söder nun, so Schulze, die Energiewende in Bayern voranzutreiben. Die Investition in regenerative Energien, an denen Bürger und Kommunen auch finanziell beteiligt sind, fördere auch die deutsche Demokratie. Erst der Ukraine-Krieg habe gezeigt, wie sehr Deutschland von russischem Gas abhängig sei.

Große Pläne, viele Maßnahmen

Mit dem Netzwerk „Klima-Gemeinschaft Bayern“ und dem neuen Regierungszentrum Energie & Klimaschutz wollen die Grünen die Energiewende zur Chefsache machen. Das Regierungszentrum solle als oberste Staatsbehörde, ähnlich unabhängig wie der Bayerische Oberste Rechnungshof, kontrollieren, ob Klimaziele auch konsequent umgesetzt werden. Ferner wollen die Grünen in den nächsten fünf Jahren rund zehn Milliarden Euro in die Energiewende pumpen und mit ihrem 70-Maßnahmen-Konzept die Energiewende zusammen mit den Bürgern umsetzen.

Ludwig Hartmann lobte das Allgäu als besonders innovative Region, wenn es um regenerative Energien geht. Als positive Beispiele nannte er das Energiedorf Wildpoldsried und die Überlandwerke in Kempten, die sich bereits vor Jahrzehnten gefragt haben, wie man überflüssigen Sonnenstrom ins Netz einspeisen könne. Auch das Energie- und Umweltzentrum eza! sei bereits vor einem viertel Jahrhundert gegründet worden. „Im Allgäu sind die Anpacker zu Hause“, so Hartmann. Und eines liegt dem Abgeordneten besonders am Herzen: „Wir wollen Bayerns blaues Gold zurückhaben - die Wasserkraft.“ Man habe Bayerns Kronjuwelen seinerzeit billig verscherbelt. Nun bestehe die Möglichkeit, die Kraftwerksgruppen zurückzuholen.

Zwei Tage werden sich die bayerischen Grünen in unseren Breitengraden aufhalten. Dabei haben sie ein straffes Programm. Während die Vormittage für Erkundungsfahrten genutzt werden, finden an den Nachmittagen interne Workshops rund um das Thema Energiewende statt. Am morgigen Freitagnachmittag stößt dann noch MdB Ricarda Lang, die Bundesvorsitzende der Grünen, hinzu, um sich mit den bayerischen Grünen auszutauschen.

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