Staatsanwaltschaft wirft Angeklagtem versuchten Mord und versuchten Totschlag vor

Bad Wörishofen: Drei Frauen mit Messer schwer verletzt - Prozessauftakt am Landgericht

Statue der Justitia
+
Ein Mann soll in Bad Wörishofen seine Partnerin, ihre Mutter und eine Nachbarin mit einem Messer attackiert haben. Nun steht er deswegen vor Gericht.

Bad Wörishofen – Ein Mann soll in Bad Wörishofen mit einem Messer drei Frauen schwer verletzt haben – zwei von ihnen lebensgefährlich. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Totschlag und versuchten Mord vor. Seit Dienstag steht er nun vor Gericht.

Laut Staatsanwaltschaft hielt sich der 48-Jährige in einer Nacht im Mai 2020 zusammen mit seiner Lebensgefährtin, deren Mutter und deren Tochter in seiner Wohnung in Bad Wörishofen auf. Nach einer verbalen Auseinandersetzung mit seiner Partnerin habe der Mann nach einem Küchenmesser gegriffen und sie damit erheblich verletzt. Die Tochter der Frau wurde laut Anklage von dem Lärm aufgeweckt und rannte aus der Wohnung zu einer Nachbarin, um Hilfe zu holen.

Der Angeklagte soll dann der Mutter seiner Lebensgefährtin mehrfach mit dem Messer in den Oberkörper gestochen haben. Als sie zu Boden ging, habe er nicht von ihr abgelassen, sondern er habe „bewusst und gewollt“ auf sie eingetreten, wobei er sie im Gesicht und am Oberkörper getroffen habe. Laut Staatsanwaltschaft soll er dabei mehrfach geschrien haben, dass er sie umbringen wolle. Danach soll der Angeklagte seine am Boden liegende Partnerin gepackt und ihr mit dem Messer zweimal in den Oberkörper gestochen haben. Waren ihre Verletzungen laut Staatsanwaltschaft nicht konkret lebensbedrohlich, so hätte ihre Mutter ohne intensivmedizinische Maßnahmen wohl nicht überlebt. Sie erlitt unter anderem mehrere Stichwunden am Oberkörper, Schnittwunden, einen Schlüsselbeinbruch und eine Mittelgesichtsfraktur. Auch ihr Unterkiefer und ihre Rippen waren gebrochen.

Als die Nachbarin in die Wohnung kam und sah, was vor sich ging, soll der 48-Jährige auch sie attackiert haben. Als die Frau flüchten wollte, soll der Angeklagte sie am Hals gepackt und zweimal auf sie eingestochen haben. Dabei habe er laut Staatsanwaltschaft abermals geschrien, dass er nun alle umbringen werde. Die Nachbarin habe jedoch zusammen mit der jungen Tochter in die Wohnung eines weiteren Bewohners des Mehrparteienhauses fliehen können. Der 48-Jährige sei ihnen gefolgt, hatte laut Anklageschrift aber das Messer nicht mehr in der Hand, sondern im Hosenbund stecken. Als er die Wohnung betrat, habe ihm deren Bewohner zweimal mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Gemeinsam mit einem weiteren Zeugen habe er den Angeklagten dann aus der Wohnung gedrängt und die Tür versperrt. Der Mann wurde von der Polizei noch im Haus festgenommen.

Auch die Nachbarin wurde in dieser Nacht lebensgefährlich verletzt. Das Messer erwischte laut Anklage unter anderem ihre Lunge und größere Blutgefäße im Oberkörper. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 48-Jährigen deshalb versuchten Totschlag mit gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen sowie versuchten Mord mit gefährlicher Körperverletzung in einem Fall vor. Der Prozess wird Mitte März fortgesetzt. Dann bekommt auch der Angeklagte die Gelegenheit, sich zu den Vorwürfen zu äußern. am

Auch interessant

Meistgelesen

Kirchheim: Die Fahrzeughalle der Firma Holzheu soll größer werden
Kirchheim: Die Fahrzeughalle der Firma Holzheu soll größer werden
Mindelheimer Kindergärten bieten Tage der offenen Tür
Mindelheimer Kindergärten bieten Tage der offenen Tür
Behördenleiterwechsel im AELF Mindelheim: Auf Dr. Ludwig Merk folgt Rainer Nützel
Behördenleiterwechsel im AELF Mindelheim: Auf Dr. Ludwig Merk folgt Rainer Nützel
Knigge: Wie eine Bad Wörishoferin Benehmen an deutschen Schulen lehrt
Knigge: Wie eine Bad Wörishoferin Benehmen an deutschen Schulen lehrt

Kommentare