Auf die richtige Technik kommt es an

Bad Wörishofen: Heimpremiere für Kollers Taekwondo Akademie

„Meister Dennys“ betreibt seit vier Jahren Kollers Taekwondo Akademie in Bad Wörishofen.
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„Meister Dennys“ betreibt seit vier Jahren Kollers Taekwondo Akademie in Bad Wörishofen und richtet am Samstag, 16. Oktober, erstmals ein größeres Turnier in der Kneippstadt aus.
  • Marco Tobisch
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Bad Wörishofen – Seit gut vier Jahren lebt Dennys Koller seinen Traum in Bad Wörishofen. In der Hauptstraße betreibt er seine eigene Taekwondo Akademie (KTA), in der der „Meister“ schon reichlich Nachwuchs in die Kampfkunst des Taekwondo eingeführt hat. Am kommenden Samstag, 16. Oktober, ist die Kneippstadt erstmals Schauplatz für eine Meisterschaft. 

„8th International German Championship“ lautet die Turnierbezeichnung für die Wettkämpfe, die ab 10 Uhr in der Sporthalle der Pfarrer-Kneipp-Schule über die Bühne gehen. Wer in seiner Kategorie gewinnt, dürfe sich aber dennoch nicht mit einem offiziellen deutschen Taekwondo-Meistertitel schmücken, wie Koller klarstellt. Denn ausgetragen werden die Wettkämpfe im Rahmen des Verbandes „TDA Intl. Tiger & Dragon Association International“ als offenes Turnier. Das heißt: Nicht nur Taekwondo-Gürtel werden auf den Matten zu finden sein, sondern beispielsweise auch Kickboxer, Boxer oder Karateka dürfen antreten. Gekämpft wird in verschiedenen Kategorien nach einem gemeinsamen 67-seitigen Regelwerk, das unter anderem die Gültigkeit von Treffern, ausdrückliche Verbotszonen für Angriffe und die Punktbewertung definiert.

Dabei steht den Teilnehmenden übrigens gar nicht immer ein physischer Kontrahent gegenüber. Beim Formenlauf etwa zeigen die Teilnehmer Bewegungsabläufe gegen „einen imaginären Gegner“, wie Koller erklärt. Zum Teil treten auch ganze Gruppen an, um die Punktrichter mit einer möglichst synchronen Darbietung zu überzeugen.

Ebenfalls nicht gekämpft wird beim sogenannten Bruchtest, bei dem es ein Fichtenholzbrett zu zerschlagen gilt. Wie Dennys Koller erklärt, seien hier rohe Gewalt und Muskelkraft keinesfalls entscheidend, sondern die korrekte Technik und der perfekte Zielpunkt auf dem Brett, das bei Kindern eine Dicke von 1,8 und bei Erwachsenen eine Dicke von 2,8 Zentimetern aufzuweisen hat. Das Fichtenholz mit einem Kick zu durch­trennen, wird mit einem Punkt belohnt. Führt man den Kick gesprungen oder mit einer Drehung aus oder zerschlägt sogar mehrere gestapelte Holzbretter zeitgleich, gibt es Zusatzpunkte. Worauf es neben der richtigen Technik ankommt? „Hier muss man voll fokussiert sein und sollte mit einem Kampfschrei seine Entschlossenheit zeigen“, erklärt Koller, der das auch von seinen Schülern immer wieder einfordert. Für sie wirke die Übung wie eine echte Taekwondo-Einstiegsdroge: „Wenn so ein Ding mal zerschlagen ist, dann haben sie Blut geleckt.“

Und natürlich gibt es auch Disziplinen, in denen sich zwei Gegner auf der Matte gegenüberstehen – unter anderem beim „Point Fight“ und „Full Contact“, wo es hart zur Sache geht. Auch hier zählen aber nur technisch sauber ausgeführte Schläge oder Kicks, wobei die Verletzungsgefahr dank umfangreicher Schoner und Schutzausrüstung gering sei, meint Koller. „Wir wollen ja nächste Woche alle wieder in die Schule oder in die Arbeit.“ Deshalb sei auch seine KTA strikt in Sachen Gewalt. „Wer zuschlägt, fliegt raus.“

Was das betrifft, habe „Meister Dennys“, wie er von seinen Schülern genannt wird, aber bislang nicht durchgreifen müssen. Den auf inzwischen 80 Schüler angewachsenen Mitgliederstamm bezeichnet er stolz als „große Familie“. Dabei sei das Klientel ganz bunt gemischt, denn aktuell trainieren 24 unterschiedliche Nationalitäten auf den 420 Quadratmetern in Kollers Akademie. Der älteste Taekwondo-Schüler ist 67 Jahre, der jüngste gerade mal vier­einhalb Jahre alt.

Auf die Frage, wie viele Trophäen die rund 30 Starter der KTA bei ihrer Heimpremiere am Samstag anstreben, antwortet Koller: „Das ist eigentlich egal, Hauptsache es macht allen Spaß. Titel sind sekundär.“ Mit dabei sind auch viele Newcomer, die erstmals für die KTA auf der Kampfmatte stehen.

Für Sportler und Zuschauer gilt am Samstag die 3G-Regel. Auch Bürgermeister Stefan Welzel hat sein Kommen zugesagt. Die Hallenöffnung ist um 8 Uhr, der offizielle Veranstaltungsbeginn gegen 9.45 Uhr.

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