CSU-Stadträtin und Sozialreferentin ist verstorben

Bad Wörishofen trauert um Stadträtin Ilse Erhard

Ilse Erhard
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Ilse Erhard (†)

Bad Wörishofen – Für große Bestürzung hat in der Kneippstadt die Nachricht vom Tod Ilse Erhards gesorgt. Plötzlich und unerwartet ist die Trägerin des Ehrenzeichens des Bayerischen Ministerpräsidenten und der Bürgermedaille der Stadt Bad Wörishofen im Alter von 77 Jahren am gestrigen Dienstag verstorben. In einer Würdigung der Stadt heißt es, sie habe in ihrer unnachahmlich-charmanten Art sozialen Belangen ihren Stempel aufgedrückt und hinterlasse als das soziale Gewissen der Stadt eine große Lücke.

Die Liste der Aufgaben, die ­Ilse Erhard übernahm, ist umfangreich: langjährige Stadträtin, Leiterin des Mehrgenerationenhauses (MGH) sowie Vorsitzende des Mehrgenerationenvereins, Sozialreferentin und Mitglied mehrerer Stadtratsausschüsse, Senioren-Beauftragte und allererste Umwelt-Referentin der Kneippstadt; seit fast 35 Jahren engagierte sie sich im politischen und öffentlichen Leben der Stadt und war ein Großteil dieser Zeit auch Teil der CSU-Fraktion Bad Wörishofens. „Ich denke, dass ich ein klares Profil habe, und auch viele Bürgerinnen und Bürger wissen, was mir besonders am Herzen liegt und wofür ich mich gerne einsetze“, schrieb sie einmal auf Nachfrage.

Soziale Powerfrau

Man könnte sie auch als sehr soziale Powerfrau bezeichnen, das jedenfalls ist die Meinung der Kneippstädter in einer ersten Reaktion auf die Nachricht ihres Todes. Ilse ­Erhard war immer dabei, wenn es um Kinder, Jugendliche, Familien oder Senioren ging, gleich ob es um eine Spende ging oder um die Sorgen und Nöte der Betroffenen wie bei der Bürgerversammlung für Kinder. Ihr Anliegen war es, den Zusammenhalt zwischen den Generationen zu stärken und gemeinsam die Lebensqualität aller zu verbessern. Auch wenn sie gelegentlich meinte, das sei eigentlich die Aufgabe aller (Bürger).

Sie habe in ihrer unnachahmlich-charmanten Art sozialen Belangen ihren Stempel auf gedrückt, habe über viele Jahre die Geschicke der FrauenUnion geprägt und sei an vielen anderen Stellen vor Ort präsent gewesen, wie beispielsweise dem Asylarbeitskreis und vor allem in der Seniorenarbeit, heißt es in der Würdigung der Stadt Bad Wörishofen. Und gerne erinnere man sich an das Oktoberfest im Mehrgenerationenhaus und zahlreiche öffentliche Veranstaltungen, auf denen sie präsent gewesen war.

Ilse Erhard habe es verstanden, Bürgeranliegen mit prägnanten Worten im Stadtrat oder den Ausschüssen einzubringen und sie habe stets deutlich ihre Meinung vertreten. „Dafür verdiente sie sich allseits großen Respekt und Anerkennung. Ihre herzliche Art hatte stets etwas Verbindendes“. Daher könne es nicht verwundern, dass sie mit allen Generationen eine enge Verbindung gepflegt habe.

„Vergelt´s Gott, liebe Ilse“

Gerade erst konnte man die resolute Unruheständlerin in der Haushaltssitzung des Stadtrates erleben, wo sie voller Tatendrang ihre Meinung zu den vorgelegten Entwürfen kundtat und an die Arbeit erinnerte, die die Stadträte in die Diskussion investiert hatten. Sie sei Moderatorin, Ratgeberin und über mehrere Amtsperioden im Stadtrat hinweg Wegbereiterin für neue Ideen gewesen, schließt der Nachruf der Stadt auf Facebook. „Bis zuletzt planten wir gemeinsam die Zukunft des Mehrgenerationenhauses, der sozialen Themen und vielem mehr in Bad Wörishofen.“ Die Stadt und ihre Bürger würden Ilse Erhard stets ein ehrendes Andenken bewahren, dankte Bürgermeister Stefan Welzel der Verstorbenen. „Liebe Ilse, Vergelt‘s Gott für alles, was Du für Bad Wörishofen und die Bürgerinnen und Bürger bewegt hast.“ Ilse Erhard war in ihrer Wohnung aufgefunden worden, nachdem sie nicht im Mehrgenerationenhaus erschienen war.

Der Requiemsgottesdienst mit anschließender Beerdigung wird nächste Woche am Donnerstag, 8. April, um 10 Uhr in St. Justina stattfinden.

Oliver Sommer

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