Nicht nur die „Hortpiraten“ sind bereit zum Entern

Bad Wörishofen: „Villa Kunterbunt“ in der Brucknerstraße ist bezugsfertig

Villa Kunterbunt Bad Wörishofen Kita
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Den beiden Damen der Einrichtungsleitung, (v. links) Anette Bader und Christine Wind stellten zusammen mit Bürgermeister Stefan Welzel die neuen Räumlichkeiten der Villa Kunterbunt vor – und machten dabei auch im Kneippraum Halt.
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In vier Gebäuden verstecken sich (von rechts) der Kinderhort (grün), die Mensa und der Gemeinschaftsbereich (braun), der Kindergarten (blau) und die Krippe (nicht mehr im Bild, gelb).
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Das Mobiliar in der Villa Kunterbunt (hier die Krippe) dient als Kletterbereich zum Verstecken und toben.
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Das Mobiliar in der Villa Kunterbunt (hier die Krippe) dient als Kletterbereich zum Verstecken und toben.
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Das Mobiliar in der Villa Kunterbunt (hier die Krippe) dient als Kletterbereich zum Verstecken und toben.
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Der neue Spielbereich der Villa Kunterbunt draußen.
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Das Musikzimmer im Hort.
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Der „Spielflur“ der neuen Villa Kunterbunt.

Bad Wörishofen – Es fehlen zwar noch ein paar Details, aber die Baustelle in der Brucknerstraße gehört der Vergangenheit an. Nach gut eineinhalb Jahren Bauzeit übernehmen am morgigen Mittwoch die Jüngsten ihr neues Domizil und beziehen die Villa Kunterbunt. Unter einem Dach ist Platz für 90 Kinder in der Krippe, dem Kindergarten und dem Hort. Sobald es die Umstände zulassen, soll es auch einen Tag der offenen Tür geben.

Drinnen wie draußen herrscht eitel Sonnenschein in der neuen Kindertagesstätte. Doch während sich das Allgäu von seiner besten Seite zeigt, haben die Leiterinnen der Villa Kunterbunt allen Grund, sich über ihr neues Domizil zu freuen: Lichtdurchflutet präsentiert sich der Eingangsbereich, als Bad Wörishofens Bürgermeister Stefan Welzel Anette Bader und ihre Stellvertreterin Christine Wind besucht. Noch stehen Kartons im Weg und die Handwerker sind mit den letzten Arbeiten zugange – hier eine Silikonfuge, dort noch eine Verkabelung. Doch die ersten Namensschilder zeigen an, dass die Kinder die Tagesstätte schon in Besitz genommen haben. Der Umzug aus der alten Villa Kunterbunt ist so gut wie geschafft, doch ein paar Tage brauche man einfach ohne die Kinder, um die Einrichtung nun zu vollenden, erzählt Christine Wild.

Nachwuchscampus an der Brucknerstraße

Am 24. September 2019 standen viele der heute Anwesenden schon einmal an jener Stelle, wo heute die Kinderkrippe liegt. Damals war Spatenstich für das Millionenprojekt in der nach Kirchenmusiker Anton Bruckner benannten Straße neben den beruflichen Schulen und der Sebastian-Kneipp-Schule. Da sei nun ein richtiger Campus entstanden, bemerkt Stefan Welzel beim Rundgang – in der Stadt und gleichzeitig nah an der Natur. Sogar Platz für eine Erweiterung wäre, wenn es doch einmal eng werden sollte. Doch im Moment ist die neue Kita das Referenzobjekt für die Handwerker, Innenausstatter und Landschaftsbauer sowie die Architekten. So wuseln auch noch Fotografen durch die Gebäude, um die hier angewandten Techniken und gefundenen Lösungen zu dokumentieren. Wie etwa die Oberlichter im Gang zwischen den Gruppen- und den Funktionsräumen: Die einen liegen auf der Südseite, wo sich die Kinder untertags aufhalten, die anderen sind nach Norden ausgerichtet. Baulich bedingt, so Wolfgang Scholz, könne man hier keine Fenster einbauen. Doch gerade dort, wo sich die Eltern von ihren Kindern verabschieden oder sie begrüßen oder diese sich anziehen brauche es Licht, sagt Stefan Welzel. Durch das „Highlight“ Oberlichter, so der Bürgermeister, würde der Garderobenbereich schön hell. Dabei lobt der Rathauschef die Manpower aus dem Bauamt, neben Scholz auch dessen Kollegen Matthias Maisterl, die hier quasi ständig vor Ort waren und zusammen mit den beiden Einrichtungsleiterinnen und weiteren Verantwortlichen stets nach guten Lösungen gesucht haben – wie etwa die eigenen Zugangstüren zur Mensa, durch die das Essen angeliefert werden kann, ohne die Kinder zu stören.

„Mehr geht nicht“, findet Stefan Welzel und meint damit nicht nur die Gartenanlage. Wie die Gebäude, ist auch die Grünanlage optisch getrennt für die Krippenkinder, die aus dem Kindergarten und für den Hort, wo die Grundschüler betreut werden. Derzeit in der Notbetreuung seien 15 Kinder in der Krippe, im Kindergarten zwischen 13 und 17, sagt Anette Bader und nochmals zehn „Hortpiraten“, wie die Gruppe, die Christine Wind unterstellt ist, heißt. Möglich wären dort derzeit 47 Kinder zwischen sechs und zehn Jahren. Ab September sind 50 zugelassen in der Betreuungsgruppe des Hortes, den Christine Wind schon seit 27 Jahren leitet; es ist ihr mittlerweile dritter Umzug. Und auch in den anderen beiden Einrichtungen sind mehrere Gruppen mit Kindern möglich. Schon beim Spatenstich im Herbst vor zwei Jahren war davon die Rede gewesen, dass es im Sommer 2021 in den neuen Räumlichkeiten losgehen sollte. Dass es trotz Corona schon Anfang Mai soweit ist, sei „top“, so Welzel, wobei ­Scholz klarmacht, dass man keinerlei Probleme gehabt habe, Handwerker und Fachfirmen für den Ausbau zu finden; ein Umstand, dem aktuelle Bauherren nachtrauern dürften. Nur das eine oder andere Teil aus Holz könnte noch auf der Mängelliste stehen, nachdem dieser Baustoff mittlerweile sehr knapp geworden ist.

Gelungener Mix

Damit dürfen die Jüngsten übrigens auch spielen, im Außenbereich ihre Fähigkeiten mit Steinen und Holz testen oder sich im Werkraum ausprobieren. Daneben gibt es noch einen IT-Raum für die etwas größeren Kinder, Schlaf- und Aufenthaltsräume in einem Mix aus praktisch und gemütlich – „echt gelungen“, so Christine Wind. Zudem gibt es zahlreiche Lager- und Nebenräume, die unter anderem die gesamte Einrichtung des alten Horts aufgenommen haben. Ebenso gibt es einen Warteraum für die Eltern und die Mensa nicht zu vergessen, die zwischen Hort und dem Kindergarten gelegen, bei allen Fragen rund um das leibliche Wohl zuständig ist. Auch an die aktiveren Kinder ist gedacht, die sich an den Kletter- und Sprossenwänden austoben können; letztere können übrigens umgeklappt und zu einer Bühne umfunktioniert werden.

Man merke, so Stefan Welzel, dass hier Praktiker bei der Arbeit waren, die nicht nur die Abläufe im Haus kennen, sondern eben auch die richtigen Ideen hatten für die Umsetzung. Da sind dann die Rollpavillons, Sonnensegel und Markisen, die unter anderem mit der Prämie aus dem Projekt „Clever in Sonne und Schatten“ beschafft wurden, quasi ein extra Gewinn. Ein kleines Schmuckstück ist der Raum geworden, der wohl in kaum einer Einrichtung in Bad Wörishofen fehlen darf: der Kneippraum. Wo sich Stefan Welzel neben ­Anette Bader und Christine Wind für das Pressefoto positioniert, da werden bald die Kinder nach Kneipp durch das Wasser stapfen für ihre Gesundheit und Abwehrkräfte.

Eröffnung im Verborgenen

Es gibt nur einen Umstand, den Stefan Welzel wie die Einrichtungsleitung und alle Beteiligten bedauern: dass der Einzug am ersten Mittwoch im Mai quasi im Verborgenen passieren musste. Den Hygieneauflagen ist es geschuldet, dass bislang niemand in die Einrichtung darf und es erst später, hoffentlich aber bald, einen Tag der offenen Tür geben wird, bei dem sich die Bad Wörishofer davon überzeugen können, was man in der Kneippstadt und seitens der Verwaltung für den Nachwuchs tut. Und wenn diese eine Baustelle fertig ist, dann wartet auf das Team aus der Bauverwaltung schon der nächste Kindergarten.

Oliver Sommer

Rubriklistenbild: © Oliver Sommer

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