„Es muss sich etwas ändern“

Bad Wörishofen: Wie die Stadt weitere Gewaltdelikte im Ex-Kurhotel verhindern will

Mietshaus Bad Wörishofen
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Damit Kripo und Spurensicherung kein weiteres Mal in die Peter-Dörfler-Straße ausrücken müssen, hat sich Bürgermeister Stefan Welzel zuletzt mit den Vermietern zusammengesetzt.

Bad Wörishofen – Ende März hat die Tötung einer 35-Jährigen in einem Mietshaus in der Peter-Dörfler-Straße für Entsetzen gesorgt – ganz besonders vor dem Hintergrund, dass dort bereits 2018 ein Mann durch fremdes Einwirken zu Tode gekommen war. Nun greift die Stadt ein, Bürgermeister Welzel hat mit den Vermietern Präventionsmaßnahmen vereinbart.

Schon 2018 war es in der Arbeiterunterkunft, einem ehemaligen Kurhotel, zu einem Tötungsdelikt gekommen. Das Opfer war damals ein 46-jähriger Mann, an dessen Körper die Ermittler über 60 durch Schläge und Tritte verursachte Verletzungen festgestellt hatten. Laut Gutachter war der Mann am eigenen Blut erstickt.

Vor wenigen Tagen folgte die nächste grausame Bluttat: Ein 27-Jähriger steht unter Verdacht, seine 35-jährige Bekannte mit einem Messer umgebracht zu haben. Er saß schon wenige Tage nach der Tat in Untersuchungshaft. Angaben zur Sache habe er bei der Polizei noch keine gemacht, teilt Pressesprecher Holger Stabik auf Nachfrage mit.

Im engen Austausch

Zusammenhang zwischen den beiden Gräueltaten bestehe allerdings keiner, erklärt Stabik. Um ähnlich gelagerte Fälle in der Zukunft zu verhindern, stehen Ordnungsamt und Polizei nun „in engem Kontakt mit dem Eigentümer, um eine Lösungsstrategie zu entwickeln“, so der Polizeisprecher weiter. Das bestätigt auch die Stadt Bad Wörishofen: Man setze alles daran, die Situation rund um das Miets­haus zu verbessern, heißt es aus dem Rathaus. Problem nur: „Der Stadt stehen in solchen Fällen nahezu keine rechtlichen Möglichkeiten zu, so dass sich die Bemühungen auf das Informieren und das Beraten richten müssen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Und auch Stabik erklärt, der rechtliche Rahmen sei „eng“ und man könne nicht einfach „ohne konkreten Anlass prüfen, ob alles in Ordnung ist“. 15 Personen wohnen in dem Haus zur Miete. Seit Anfang 2018 hatte die Bad Wörishofer Polizei hier rund 30 Mal wegen Alkohol- und Gewaltdelikten vorbeischauen müssen.

Um künftig für Ruhe und Ordnung zu sorgen, hat sich Bürgermeister Stefan Welzel in den letzten Tagen mit den Vermietern des Hauses zusammengesetzt und ausgelotet, „welche Maßnahmen und Änderungen zielführend und umsetzbar sind“. „Dabei wurden verschiedene Ansätze diskutiert und mit Nachdruck nochmals darauf hingewiesen, dass im Sinne der Allgemeinheit und der angebrachten Gewaltprävention sich definitiv etwas ändern muss“, berichtet Welzel. Noch einen Gewaltexzess wolle hier niemand mehr erleben.

So soll künftig Frieden herrschen

Folgende Maßnahmen wurden vereinbart, wobei Welzel betont, dass die Abmachungen „freiwillig sind und auf Goodwill-Basis erfolgen“:

• Die Vermieter werden in Kontakt mit der Polizei treten und eventuelle Beschwerden künftig intensiv nachverfolgen.

• Sie wollen mittelfristig die Zuschnitte der Räumlichkeiten ändern und somit auch für eine gesunde Durchmischung der Mieter sorgen.

• Eine strengere Hausordnung soll eingeführt und durchgesetzt werden.

• Durch Gespräche sollen die Mieter sensibilisiert und zur öffentlichen Ordnung angehalten werden.

Der Bürgermeister erklärt: „Es bleibt die berechtigte Hoffnung, dass durch die Maßnahmen und die entsprechende Sensibilisierung der Frieden in dieses Haus zurückkehrt und ein verbessertes und respektvolles Miteinander auch mit der Nachbarschaft entsteht.“

mt/am

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