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Bad Wörishofer Stadtrat stimmt neuen Stellen in der Verwaltung zu

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Von: Oliver Sommer

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Die Kneippstadt investiert in neues Personal, um die Gesamtsituation zu entschärfen.
Die Kneippstadt investiert in neues Personal, um die Gesamtsituation zu entschärfen. © wk

Bad Wörishofen – Der Kneippstädter Stadtrat hat einen Nachtragshaushalt genehmigt, um weitere Stellen in der Verwaltung zu schaffen. Grund sind, neben der gestiegenen Zahl an Aufgaben auch die hohe Fluktuation bei den Mitarbeitern sowie der Krankenstand. Um einer Überlastung der Verwaltung zuvorzukommen und damit verbundenen negativen Konsequenzen wurde nach einer ausführlichen Debatte einer Erweiterung des Stellenplans zugestimmt. 

Schon einmal, noch unter Welzels Amtsvorgänger Paul Gruschka, war die Personalpolitik der Kneippstadt im Fokus der Kritik gestanden. Seinerzeit stapelten sich unbearbeitete Steueranträge in der Kämmerei, weil die damit betraute Amtsperson überlastet und im Krankenstand war. Seinerzeit hätten der Stadt wichtige Einnahmen entgehen können, wäre es nicht der damaligen Kämmerin Beate Ullrich gelungen, die Rückstände aufzuarbeiten. Und auch in einer Nachbarkommune war ähnliches vorgefallen, nachdem der Stellenplan für die Verwaltungen teils auf „Kante genäht“ ist, der weder Krankenstand noch andere unvorhergesehene Faktoren berücksichtigt.

Einwohnerzahl und Bürokratie gestiegen

So kam denn der Antrag, die Personaldecke zu erhöhen, auch nicht von ungefähr. Wie der kommissarische Hauptamtsleiter und Kämmerer Tim Hentrich ausführte, habe unter anderem das überdurchschnittliche Bevölkerungswachstum in Gebiet der Stadtverwaltung in den vergangenen zehn Jahren sowie der gestiegene Bürokratieaufwand und ein Mehr an Aufgaben die Verwaltung über Gebühr beansprucht. Es gebe wenig Redundanzen, das heißt, Ausfälle von Mitarbeitern könnten nur unter erhöhtem personellen Einsatz der verbliebenen Kräfte kompensiert werden. Das wiederum berge die Gefahr von Einnahmeausfällen durch den Verfall von Fristen oder die Verjährung von Ansprüchen, wie eingangs beschrieben, erklärte Hentrich den Mitgliedern des Stadtrates.

Man habe die Situation in den Abteilungen in Gesprächsrunden mit den jeweiligen Abteilungsleitungen versucht zu analysieren und auch das individuelle Gespräch mit Mitarbeitern und Teams gesucht. Dabei sei herausgekommen, dass die Arbeit oftmals vor allem quantitativ nicht zu bewältigen und eine personelle Verstärkung dringend erforderlich sei.

Hohe Krankheitsquoten und Personalwechsel

Die Mitarbeiter sind aktuell überfordert, was sich in der Zahl der Krankheitstage in der Verwaltung ebenso niederschlage wie in einem häufigen Personalwechsel, wo dann noch die Einarbeitung der neuen Mitarbeiter dazukommt, was wiederum die verbliebenen Mitarbeiter belastet und auch in weiter steigenden Arbeitszeitkonten resultiert bzw. in Stundenüberträgen.

So könne die Lösung nur lauten, so das Fazit Hentrichs, die Zahl der Stellen aufzustocken und echte Stellvertretung zu schaffen, damit für den Fall Redundanzen vorhanden sind. Eine derartige Stellenplanänderung würden den Mitarbeitern den Rückhalt durch den Stadtrat signalisieren, erläutert Hentrich weiter. Allerdings, so der Kämmerer, sei der Stellenplan Teil des Haushaltes, weshalb beide nur gemeinsam und nur während des Haushaltsjahrs beschlossen und geändert werden könne.

Bürgerbüro, Hauptamt und Bauamt haben Priorität

Während auf der einen Seite ein maßvolles Vorgehen bei der Ausweitung des Stellenplans gefordert wurde, gab es von anderer Seite Angriffe auf das Vorhaben. Dabei ging es unter anderem um die Zahl der Beamtenstellen und es wurde die Frage aufgeworfen, warum es neuer Stellen bedürfe, wenn die genehmigten teilweise nicht besetzt seien. Unter anderem fehlt Personal in den Kindergärten, allerdings handelt es sich dabei um verschiedene Besoldungsgruppen, sodass nicht einfach „umgeschichtet werden kann“.Als erstes sollen nun Stellen im Hauptamt und im Bauamt sowie im Bürgerbüro neu besetzt werden. Vor allem dort war es aufgrund der geringen Personaldecke zu Problemen in den vergangenen Monaten gekommen, die schließlich im Einsatz eines Sicherheitsdienstes gipfelten (der Wochen KURIER berichtete ausführlich).

Ein Augenmerk soll nun auch auf die Ausbildung des Nachwuchses gelegt werden. Außerdem gelte es, den Arbeitgeber „Stadt“ bzw. Verwaltung attraktiver zu machen und damit mögliche Arbeitnehmer anzulocken bzw. zu halten. Schließlich stimmte die Mehrheit der Stadtparlamentarier dem Antrag so zu, nur vier Räte verweigerten ihr grünes Licht.

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