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Bald blitzt es in Wiedergeltingen

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Von: Oliver Sommer

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In der Tempo-30-Zone vor der Schule soll künftig geblitzt werden. Zu viele Fahrer halten sich hier bislang nicht ans Tempolimit.
In der Tempo-30-Zone vor der Schule soll künftig geblitzt werden. Zu viele Fahrer halten sich hier bislang nicht ans Tempolimit. © Oliver Sommer

Wiedergeltingen – Während man in Türkheim gerade erst die Ergebnisse der Verkehrsüberwachung des vergangenen Jahres präsentierte, hat Wiedergeltingen bereits beschlossen, künftig auch auf die Expertise der Nürnberger Wach- und Schließgesellschaft zu setzen, die in zahlreichen Kommunen Raser blitzt.

Laut dem Verkehrsclub von Deutschland (VCD) gibt es einen guten Wert, um das Sicherheitsniveau einer Straße darzustellen: den V85-Wert. Wenn eine Geschwindigkeitsmessung vorgenommen wird, erhält man eine große Zahl vom Messwerten, aus denen „eine griffige Zahl“ ermittelt wird, um das Geschwindigkeitsniveau zu beurteilen. Die Kennzahl V85 wird von Verkehrs­ingenieuren verwendet als die Geschwindigkeit, die 85 Prozent der gemessenen Fahrer einhalten, wobei 15 Prozent die Geschwindigkeit überschreiten.

Lässt man die sehr schnellen Fahrer außer Betracht, bekommt man damit einen praktisch gut nutzbaren Indikator, wie es beim VCD heißt. Die 85-Prozent-Geschwindigkeit einer Straße sollte unterhalb der zulässigen Höchstgeschwindigkeit liegen. Falls nicht, wird das Tempolimit von mehr als jedem siebten Fahrer überschritten. Das sei ein Sicherheitsmangel der Straße, der von der Behörde behoben werden sollte.

Den V85-Wert hatte auch Wiedergeltingens Bürgermeister Norbert Führer für seinen Vortrag herangezogen und die Auswertung der Messprotokolle der Geschwindigkeitsmessanlage entsprechend bewertet. So wird im Schnitt in Wiedergeltingen mit 62 km/h gefahren, wo Tempo 50 erlaubt ist. In sensiblen Bereichen wie vor der Schule, wo Tempo 30 gilt, fahren die Autofahrer mit 45 Kilometer pro Stunde – laut VCD sind das bereits Werte, die die Ampel auf Rot für hohe Gefahr springen lassen. Hier sei dringend Handlungsbedarf gegeben, weshalb künftig etwa am Ortseingang aus Buchloe kommend, im Ortsteil Galgen, vor allem aber in der 30er-Zone vor der Schule geblitzt werden soll. Letztere Zone könnte auch noch ausgeweitet werden, um hier besser die Geschwindigkeit messen zu können – auch,weil hier der Schulweg verläuft.

Dazu gab es im Januar, gemeinsam mit einem Vertreter der Firma NWS und der Polizeiinspektion Bad Wörishofen, eine Begehung der möglichen Messstellen. Insbesondere bei den Grundstückseignern, wo der Blitzerwagen aufgestellt werden soll, sei man auf offene Ohren gestoßen, so Norbert Führer. So etwa im Ortsteil Galgen, wo man froh sei, dass nun endlich etwas gegen Raser unternommen werde; dort gilt Tempo 70.

Seit einiger Zeit gibt es den entsprechenden Beschluss in der Kommune bzw. der Verwaltungsgemeinschaft, weshalb nun auch Wiedergeltingen auf die Blitzer aus Nürnberg setzen will. Aufwand und Ertrag würden sich in etwa die Waage halten, war sich Führer bewusst. Das heißt, dass die Einnahmen durch die Verwarnungsgelder die Kosten für den Einsatz des Blitzerwagens aufwiegen. Man wolle die Fahrer aber auch nicht abzocken, sondern die Gemeinde sicherer machen und Raser zur Räson bringen, sagte Norbert Führer. Ein Ansinnen, das auch die Räte unterstützten. Man habe lange genug appelliert und auf Einsicht der Fahrer gesetzt. Wer nicht hören wolle, müsse eben auf diesem Weg lernen. Die Zahlen, so die Ansicht, sprächen eine klare Sprache.

Oliver Sommer

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