Spende kommt gerade recht

Barbara-Wimmelmann-Stiftung schüttet 10.000 Euro an Bad Wörishofer Vereine aus

Barbara-Wimmelmann-Stiftung Spende Vereine
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Anstatt eines großen Gruppenfotos war nur die Vertreterin des Trachtenvereins, Andrea Rieger (Mitte) im Reigen der Stiftungsvorstände. Von rechts: Dr. Albert Wanner und Ulrike Schmölz, neben der Kneipp-Büste Stefan Welzel und Günther Brüch von der Verwaltung.

Bad Wörishofen – Es hatte schon Tradition: Immer am 23. Dezember, also kurz vor Heiligabend, gab es eine vorgezogene Bescherung für die Vereine Bad Wörishofens. Seit 1989 schüttet die Barbara-Wimmelmann-Stiftung an diesem Datum die Erlöse aus den Einnahmen des Stiftungskapitals aus, bislang mehr als eine Viertelmillion Euro. Auch heuer überreichten die Stiftungsbeiräte wieder die Spende, angesichts der aktuellen Situation ein warmer Geldregen für die Vereine.

Für Andrea Rieger war es eine besondere Ehre. Stellvertretend für alle Vereine, die dieses Jahr einen Antrag an die Barbara-Wimmelmann-Stiftung gestellt hatten, durfte die Jugendleiterin des Trachtenvereins Alpenblick zur Spendenübergabe ins Rathaus kommen. Auch für den Trachtenverein war es ein schweres Jahr, wie Rieger dem Stiftungsvorstand, neben Bürgermeister Stefan Welzel auch Ulrike Schmölz und Albert Wanner, erzählte. Es habe sich heuer praktisch nichts getan im Verein und man schaue mit einer gewissen Sorge, wann es wieder losgehen werde. Im Frühjahr noch wurde der Nachwuchs – als Jugendleiterin ist Rieger für die Vier- bis Sechzehnjährigen zuständig – neu eingekleidet. Nun müssten die Kinder die Kleidung ungetragen zurückgeben, nachdem gerade die Jüngsten schnell herauswachsen. Und man müsse am Ball bleiben, erklärte Rieger und gerade die Kinder immer wieder motivieren, nachdem es heuer ja gar kein Vereinsleben gegeben hatte. Da kommen die 1.000 Euro, die der Verein von der Stiftung erhält, natürlich gelegen. Doch auch für die Barbara-Wimmelmann-Stiftung war die zurückliegende Zeit nicht eben einfach.

Mieteinnahmen gespendet

Am 23. Dezember jährt sich der Todestag von Hannelore Wimmelmann, die ihr gesamtes Vermögen der Stiftung vererbt hatte, die den Namen ihrer 1981 verstorbenen Tochter Barbara trägt und deren Stiftungszweck es ist, bedürftige und würdige Personen sowie Maßnahmen im Bereich der Heimat- und Jugendpflege zu unterstützen. So kamen in den vergangenen 32 Jahren über 271.000 Euro zur Ausschüttung, wie Dr. Albert Wanner, einer der Stiftungsbeiräte, den Anwesenden erzählte. Die Stiftungsgelder stammen aus den Einnahmen der Immobilien in Bochum, die Hannelore Wimmelmann der Stiftung vererbt hatte. Mehrfamilienhäuser, die gleich nach dem Krieg gebaut wurden und seitdem immer vermietet wurden, was für konstante Einnahmen sorgte. Wenn allerdings einer der Mieter versterbe, so Wanner, müsse die Wohnung saniert und Instand gesetzt werden, weshalb es in den vergangenen drei Jahren auch keine Ausschüttung gegeben habe, so der Stiftungsbeirat. Nun habe man aber wieder Gelder „erwirtschaftet“, so Wanner, und hoffe, dass man 2021 in gewohnter Weise wieder die Erträge an die Vereine ausschütten kann. „Wir sind froh, wenn wir Geld ausschütten können“, sagte Wanner, während Bürgermeister Stefan Welzel darauf verwies, dass es in Bad Wörishofen wohl keine Stiftung gebe, die aufgrund ihres Stiftungskapitals mehr erwirtschaften könne.

Keine einfache Zeit

Es sei angesichts der aktuellen Situation, sagte Stefan Welzel, „wenn nichts (in den Vereinen) geht“, umso wichtiger, zumindest eine repräsentative Institution wie die Barbara-Wimmelmann-Stiftung in der Stadt zu haben, die sich für die Vereine engagiere und aufgrund ihrer Satzung „das Ganze unterstützt“. Grundgedanke sei, dass das Vereinsleben und insbesondere die Kinder- und Jugendförderung unterstützt werde. „So eine Unterstützung tut gut in einer Zeit“, so Welzel , wo es angesichts der Umstände nicht einfach sei, den Zusammenhalt im und den Verein zu organisieren. Daher sei es auch gut, dass die Strukturen der Stiftung nach wie vor eine Ausschüttung der Gelder erlaube, freute sich das Stadtoberhaupt.

Insgesamt hatten sich heuer 35 Vereine (inklusive des Trachtenvereins) für die 10.000 Euro beworben. Die restlichen 9.000 Euro werden gleichmäßig an die übrigen Vereine ausgezahlt, die einerseits Raummieten zu bestreiten haben oder auch, wie etwa die Musik, ihre Dirigenten bezahlen müssen. Dabei war sich Welzel der Tatsache bewusst, dass die Stadt vor allem vom gesellschaftlichen Miteinander und eben durch die Vereine lebe.

Oliver Sommer

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