Landes- und Staatspreis verliehen

Berufsschule Mindelheim: 210 Azubis laufen vom Band

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Fünf Auszubildende konnten sich über den Landespreis, eine über den Staatspreis freuen, die vom Landrat Hans-Joachim Weirather (links) und Schulleiter der Berufsschule Mindelheim, Georg Renner, (rechts) im Stadttheater übergeben wurden.
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Mindelheim – 210 Absolventen der Berufsschule Mindelheim feierten am Mittwoch vergangener Woche im Stadttheater ihren Abschluss. Fünf Auszubildende gewannen den Landespreis, eine den Staatspreis. Doch nach der Ausbildung sei man noch längst nicht ausgelernt, sondern müsse sich stetig weiter entwickeln, wie der Schulleiter der Berufsschule Mindelheim, Georg Renner, den Schülern nahelegte.

Das Theater war fast voll, als Renner die einzelnen Klassen aufzählte, die zum Teil jetzt im Sommer schon ihren Abschluss in der Tasche haben. Die Schüler haben entweder von dreieinhalb auf drei Jahre oder von drei auf zweieinhalb Jahre verkürzt, machten ein Berufsvorbereitungsjahr oder besuchten die zweijährige Berufsintegrationsklasse. Es sind Einzelhandelskaufleute, Verkäufer, Kaufleute für Büromanagement und Tourismus, Land- und Baumaschinenmechatroniker, Metallbauer für Nutzfahrzeugbau, Mechatroniker für Nutzfahrzeugtechnik und Berufskraftfahrer, die nun „vom Band laufen“, wie Renner beschrieb.

„Der Tank ist voll mit Kompetenzen“, so Renner, doch wie beim Autofahren, müsse man auch beruflich immer wieder nachtanken, das Gelernte auffrischen, anreichern und ergänzen. Er verglich die Entwicklung mit der des Volkswagens. Vor 45 Jahren lief der Golf 1 vom Band, nächstes Jahr komme schon der Golf 8 raus. Man müsse also immer am Ball bleiben. Natürlich seien Noten wichtig, aber „was man draus macht, ist die eigene Entscheidung“, sagte der Schulleiter.

Die Band ManDiva mit Daniela Maul und Manfred Röse spielte ihr selbst komponiertes Lied „Frei“. Frei ist man auch beim beruflichen Werdegang in den Anfangsjahren. Würden Landrat Hans-Joachim Weirather oder der Filialleiter von Kaufmarkt in Mindelheim, Michael Gehrer, alles nochmal genauso machen?

Für Gehrer war es der richtige Weg. Er hat nach seiner Ausbildung als Kaufmann im Einzelhandel den Fach- und Betriebswirt bei der IHK berufsbegleitend drangehängt. Das habe den Vorteil, dass man von Anfang an Geld verdient hatte und auf eigenen Füßen stand.

Nichts bereut hat auch Weirather. Er würde wieder einen technischen Weg einschlagen, vielleicht statt Bauingenieurwesen Maschinenbau an der Technischen Universität München studieren. „Das ist das Schönste für mich, wenn man kreativ sein kann“, so Weirather. Die technischen Berufe gehen in die Tiefe, das gefalle ihm. Privat schraubt er gerne herum. „Man kann immer noch eine Ausbildung machen“, scherzte daraufhin Sven Meyer-­Huppmann, stellvertretender Schulleiter.

Jenny Gottwald, ausgelernte Auszubildende als Verkäuferin, würde die Ausbildung nochmal machen. Im kommenden Schuljahr wird die 21-Jährige das dritte Lehrjahr zur Einzelhandelskauffrau beginnen. Ihr stehen gute Erfolgschancen in Aussicht, denn sie hat von ihrem Ausbilder, Michael Gehrer, das Angebot bekommen, Abteilungsleiterin zu werden.

Werbung für den Posten als Landrat machte Meyer-Huppmann: „Die Spitzenposition als Landrat wird frei“, lachte er. Damit Deutschland weiterhin „gut bleibt und besser wird, muss man das Fähnlein hochziehen und Flagge zeigen“ – und das über soziale Medien hinaus, forderte Weirather die Jugend auf, sich ehrenamtlich in Vereinen und in der Politik zu engagieren.

Ein Thema bei der Abschlussfeier war auch der Klimaschutz. „Es ist fünf vor zwölf oder später, dass wir jetzt handeln müssen“, sagte Markus Anselment, stellvertretender Geschäftsführer der IHK Schwaben. Die Wirtschaft müsse einen Beitrag leisten, um die Zukunft des Planeten sicherzustellen. Bei der IHK arbeite man daran, nachhaltiger zu werden. Hätte es das Bürgerbegehren „Rettet die Bienen“ nicht gegeben, hätte sich nichts bewegt, sagte Weirather. „Jetzt wird die Politik in Schwung gebracht.“ Auch die Berufsschule Mindelheim will etwas für das Klima tun und in Zukunft CO2-­neutral werden.

Am Ende erhielten Maximilian Schwaiger (KFZ-Mechatroniker), Julia Eitler (Kauffrau für Büromanagement), Nina Ullrich (Kauffrau für Büromanagement), Swetlana Paul (Verkäuferin) und Franziska Schmid (Tourismuskauffrau) den Landespreis. Jenny Gottwald gewann den Staats­preis, die alle mit 100 Euro dotiert waren. 

Julia Böcken

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