Wechsel nun möglich: Mindelheimer Realschulen beschließen Koedukation

Weg frei für Jungs und Mädchen

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Sind gespannt auf die Resonanz des neuen Angebots: (v.l.) Lehrerin Nicole Hofmann, Schulleiterin der Realschule des Maristenkollegs Maria Schmölz, Landrat Hans-Joachim Weirather, Direktor des Schulwerks der Diözese Augsburg Peter Kosak, Lehrer Robert Böck, Schulleiterin der Maria-Ward-Realschule Rosa Ritter und Bürgermeister Dr. Stephan Winter.

Mindelheim – Ab kommenden Schuljahr wird die Maria-Ward-Realschule auch Jungen, die Realschule des Maristenkollegs auch Mädchen aufnehmen. Darauf einigten sich kürzlich beide Schulen, die in der Trägerschaft des Schulwerks der Diözese Augsburg stehen – und kommen damit einem Wunsch nicht nur vieler Eltern nach.

Mit Hilfe der Stadt Mindelheim und des Landkreises Unterallgäu unterstütze man bereits seit langer Zeit das Interesse am Bildungsstandort Mindelheim, erklärte Peter Kosak von der Diözese Augsburg. Nun traf man gemeinsam die Entscheidung, mit der Koedukation eine Tradition zu beenden, um der Zukunft positiv begegnen zu können. 

Bürgermeister Dr. Stephan Winter erklärte, dass bei einem Schulwechsel vom Gymnasium auf die Realschule für die Schüler bisher Probleme geherrscht hätten. Denn aufgrund der Tatsache, dass etwa bei den Maristen bis dato nur Jungen aufgenommen wurden, war dies für Mädchen dann immer mit einem Schulwechsel verbunden gewesen. Allerdings sollen im Zuge der Koedukation weiterhin die besonderen Profile der Schulen beibehalten werden können, da sind sich alle Beteiligten einig. Rosa Ritter, Schulleiterin der Maria-Ward-Realschule, erzählte, dass viele Eltern sich wünschen, dass auch Jungen das musische Angebot an der Maria-Ward-Realschule annehmen können. Auch Maria Schmölz, Schulleiterin der Realschule des Maristenkollegs, machte die gleichen Erfahrungen. Es gäbe viele Mädchen, die mathematisch begabt sind und gefördert gehören, sagte sie. Koedukation sei seit einiger Zeit Wunsch vieler Eltern, da es normal und eine Trennung in der Realschule nicht notwendig sei. Auch Landrat Hans-Joachim Weirather steht der Öffnung beider Schulen für beiderlei Geschlecht mehr als positiv gegenüber. Er betonte, dass es den Kindern und Jugendlichen auch bei der Sozialisierung helfen würde, da mehr Kontakt zum anderen Geschlecht bestünde. Diesem Bedürfnis wollte das Schulwerk der Diözese Augsburg nachgehen, erzählte Kosak. 

Die Schüler und Lehrer freuen sich bereits auf dieses neue Kapitel, sagte Peter Kosak, jedoch sei noch unklar wie die Koedukation gestaltet werde, da man die Anzahl der Anmeldungen noch nicht kenne. Doch eins sei bereits jetzt zu betonen: Die katholischen Schulen in Mindelheim sind offen für alle Glaubensbekenntnisse – und ab nächstem Schuljahr auch für alle Geschlechter.

von Antonela Kelava

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