100 Jahre, 100 Statements

Bürger gefragt: Wie stehen die Menschen zu Bad Wörishofen?

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Was macht die Stadt Bad Wörishofen zu etwas Besonderem? Das will der Kur- und Tourismusbetrieb noch bis Ende des Monats über eine Aktion von den Bürgern erfahren.

Bad Wörishofen – Vor fast genau einen Jahrhundert erhielt die Kneippstadt Wörishofen das Prädikat Bad und wurde zum Kurort. Doch was macht diesen Kurort zu etwas Besonderem, wie stehen die Menschen zu dieser Stadt? Das will man in der Wörishofer Kur- und Tourismusverwaltung wissen, weshalb es schon vor einigen Wochen den Aufruf gab, sich in einem Statement über die Kneippstadt zu äußern. Bis Ende Juni noch haben die Menschen in der Kneippstadt die Möglichkeit, ein Statement abzugeben, die besten 100 sollen an ausgewählten Plätzen in der Stadt veröffentlicht werden.

„Ich will wissen: Wie stehen die Menschen in dieser Stadt zu Pfarrer Kneipp?“ Die Idee, die die Tourismusdirektorin Bad Wörishofens mit der Aktion „100 Jahre – 100 Statements“ verfolgt, ist eindeutig. Welche Bedeutung hat der Status als Kurort, welche Bedeutung hat Pfarrer Kneipp für die Menschen, die hier leben und arbeiten? Gibt es einen Mehrwert, der die Stadt Bad Wörishofen zu etwas Besonderem macht? „Ich möchte das einreihen können, wo wir stehen“, so Petra Nocker, und man wolle „den Menschen eine Stimme geben“.

Angesichts der bevorstehenden Jubiläen in den nächsten Jahren sei es wichtig, dass man die Menschen kenne und wisse, ob die Mitarbeiter in der Kurverwaltung gute Arbeit leisten würden. Ein stückweit kenne man die Meinung der Menschen, so die Kurdirektorin – zumindest der Gäste Bad Wörishofens. Die wird regelmäßig in der Gästebefragung abgeklopft. Man kenne anhand der Gäste- und Übernachtungszahlen die „kalten Fakten“, so Nocker. „Aber wir brauchen die Emotionen, wenn wir es gut machen wollen“, so die Kurdirektorin in einem Pressegespräch. Deshalb liege ihr so viel an den Statements, die man von den Wörishofern haben möchte. Es gehe um den Mehrwert der Stadt, um den Wiedererkennungseffekt im Vergleich zu anderen Kurorten. Dabei sind aber nicht nur Schönwetterreden gefragt, auch Kritik ist willkommen, kann sie doch Anregung sein, sich zu verbessern und bestimmte Zustände abzuschalten oder zu ändern.

Doch die Statements sollen nicht in irgendeiner Schublade verschwinden. Die 100 ausgewählten Aussagen zur Stadt sollen, für alle sichtbar, öffentlich an prominenten Stellen in der Stadt ausgestellt werden, dazu ein Foto des- oder derjenigen, die die Aussage gemacht haben. „Die Gäste sollen erkennen, was die Wörishofer zu sagen haben“, erklärt Petra Nocker das Vorgehen. „Ein Gesicht, ein Ausspruch, eine Stelle“, sodass man beim Einkaufen, Bummeln oder beim Konzert immer wieder auf die Statements treffe. Es sei egal, ob die Aussagen von jungen oder älteren Menschen, von Frauen oder Männern stammten, jeder sei gefragt. In Wörishofen würden mehr als 16.000 Menschen leben, man sei im engen Austausch mit allen. „Wir sind Bad Wörishofen“, so Nocker, warum dann nicht auch dieses Gefühl mit allen teilen?

Noch bis 30. Juni

Die besten Statements, die in der Verwaltung eingehen, sollen im Gästemagazin und auf der Homepage der Stadt wiedergegeben werden, außerdem wird der Verfasser als Ehrengast beim Festakt zum Jubiläum im März 2020 dabei sein. Entweder können die Bürger selbst kreativ werden und eine Aussage an die Kurverwaltung schicken (per E-Mail an kurdirektion@bad-wörishofen.de oder postalisch mit allen Details an den Kur- und Tourismusbetrieb) oder sich an die Vorschläge der Kurdirektion halten, und die Sätze wie „Mit Bad Wörishofen verbinde ich…, Der Kurort bedeutet für mich…, Kneipp ist für mich… und Leben in Bad Wörishofen ist…“ vervollständigen. Einsendeschluss ist der 30. Juni 2019.

Oliver Sommer

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