"Überraschend großer Zuspruch"

BN zählt bereits 750 Unterstützer für Erhalt des Mindelheimer Holzbaur-Gartens

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Sollte sich die Stadt an der Tiefgarage auf dem ehemaligen Maria-Ward-Klosterareal beteiligen, wehrt sich unter anderem der BUND Naturschutz gegen eine Zufahrt über die Frundsbergstraße.

Mindelheim – Ist eine Kooperation mit der Firma Prosecur auf dem Gelände des ehemaligen Maria-Ward-Klosters der richtige Lösungsansatz für mehr Parkmöglichkeiten in Mindelheim? Und wenn ja, wo soll die Zufahrt zur dortigen Tiefgarage entstehen? In diese Diskussion hatte sich zuletzt auch der BUND Naturschutz intensiv eingeschaltet und eine Petition gestartet. Beim Infostand, den die Mindelheimer Ortsgruppe zuletzt in der Altstadt anbot, stieg die Zahl derer, die den Erhalt des Holzbaur-Gartens mit ihrem Autogramm unterstützen, auf 750.

Denn sollte die Stadt mit der Firma Prosecur, die das ehemalige Klostergelände erworben hat und derzeit die Entwicklungen des Areals vorantreibt, mit der Stadt zu einer einvernehmlichen Lösung kommen, dann könnte die Stadt dort einen Teil der Tiefgaragenplätze für die Öffentlichkeit anbieten. Die Gespräche, die wegen der Corona-Pandemie zuletzt auf Eis lagen, hat Bürgermeister Dr. Stephan Winter nun gerade erst wieder aufgenommen. Sollten auf dem ehemaligen Klostergelände neue Parkplätze entstehen, würde sich insbesondere die Frage der Zufahrt stellen (der Wochen KURIER berichtete). Erfolgt diese über die Maximilian- und die Fuggerstraße, würde die Innenstadt durch zusätzlichen Verkehr belastet. Will man dies umgehen, bliebe als Alternative offenbar nur die Zufahrt über die Frundsbergstraße und durch das Holzbaur-Areal, wo der Bau der Zufahrt nach derzeitigen Überlegungen mit der Fällung alter Rotbuchen und einem Teilabriss des Holzbaur-Hauses einhergehen müsste. Gegen letzteres war der BUND Naturschutz zuletzt vorgegangen und hatte eine Petition gestartet.

Im Sinne Holzbaurs?

„Einen Grüngürtel wie an der Frundsbergstraße, gibt es sonst im ganzen Altstadtbereich nicht“, schrieb der BN kürzlich in einer umfangreichen Begründung, warum der Holzbaur-Garten unbedingt schützenswert sei. „Einen, im wahrsten Sinne des Wortes, herausragenden Beitrag zu diesem Idyll leisten dort unsere betagten Bäume“, ebenso wie Buchen, Eiben und roten Christrosen, die inzwischen Eigentum der Stadt sind. Ob es wohl im Sinne der Holzbaurs wäre, „dieses Erbe nun einer Zufahrt für ein Parkhaus zu opfern?“, fragt der BN.

Auch beim Infostand vor wenigen Tagen in der Mindelheimer Altstadt seien tiefgreifende Diskussionen über das Holzbaur-Grundstück, die Mobilitätswende und die Belebung der Innenstadt geführt worden, berichtet Ortsvorsitzender ­Frederik Schüttler. „Alle zwei Minuten hinterließen Bürger ihre Unterschrift für den Erhalt des Holzbaur-Gartens. Mit diesem überraschend großen Zuspruch zählt die Online-Petition ‚Holzbaur-Buchen und Garten retten‘ nun bereits mehr als 750 Unterstützende“, so Schüttler weiter.

Bunte Mindelheimer Gärten

Ferner sei auch über einjährige, zweijährige und ausdauernde Pflanzen gefachsimpelt und über die besten Standorten für Wilde Malve, Wilde Karde, Leinkraut, Ackerglockenblume und Barbarakraut beratschlagt worden, heißt es vom BN. Denn die dauerhafte Bepflanzung mit heimischen Pflanzen im Garten „sorgt für reichlich Artenvielfalt und ist zudem sehr pflegeleicht“ – etwa mit Königskerze und Wilder Möhre an sehr trockenen, sonnigen Stellen.

Um die Petition des BUND Naturschutz soll es laut Stadt auch am kommenden Montag im Stadtrat gehen. Der erste öffentlichen Auftritt eines Vertreters der Firma Prosecur zum Vorhaben in Mindelheim, den Bürgermeister Dr. Stephan Winter für die nächsten Wochen angekündigt hatte, werde sich derweil auf die Zeit nach den Sommerferien verschieben.

mt/wk

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