"Highspeed-Ausbildung"

Grob-Praktikant Christof Schorer stellt seinen Roboter vor

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Christof Schorer (2. von rechts) stellte seinen selbstgebauten Roboter vor. Mit auf dem Bild (von links): Bernhard Albenstetter, Maria Schmölz und Martin Wenger.

Mindelheim – Seit sieben Jahren bietet das Maristenkolleg ein Langzeitpraktikum für ihre Schüler an. Für mehrere Monate können diese dann in einem Betrieb hineinschnuppern und dort alle Tätigkeitsbereiche durchlaufen. So hat es auch Christof Schorer aus der 10RA gemacht. Er war von März bis November bei der Firma Grob und hat dort einen Roboter gebaut – einen Fendt Trisix, der autonom auf einer schwarzen Linie auf weißem Untergrund fährt.

Seit Juli diesen Jahres besitzt das Maristenkolleg ein Berufswahl-Siegel, mit dem die Schule für ihre gute Berufs- und Studienorientierungsangebote ausgezeichnet worden ist. Eines dieser Angebote ist das Langzeitpraktikum, bei dem das Maristenkolleg mit drei Firmen zusammen arbeitet. Einer dieser Partner ist die Firma Grob. „Die Schüler sollen ein besseres Verständnis für wirtschaftliche und technische Zusammenhänge bekommen“, erläuterte Maria Schmölz, Realschuldirektorin des Maristenkollegs. Aus diesem Anlass entstanden erst vor Kurzem Technikerklassen, in denen Fünft­klässler Roboter bauen und mit dem 3D-Drucker experimentieren.

Christof Schorer aus der 10RA war von Anfang März bis Ende November bei der Firma Grob als Praktikant angestellt. Martin Wenger betreut das Langzeitpraktikum an der Schule. Er lobte die gute und langjährige Kooperation sowie die „feste Tradition“ mit der Firma Grob. „Begeisterte, motivierte Menschen können einen Einblick in den Arbeitsalltag und seine Prozesse gewinnen.“ Über Schorer sagte Wenger: „Nach dem Festakt eines anderes Schülers, der bei Grob das Praktikum absolvierte, wollte Christof auch dort arbeiten.“

Während seines Praktikums hat er ein elektromechanisches Werkstück angefertigt. Von der Planung über die Konzeption bis hin zur Fertigstellung war er an allen Prozessen beteiligt und konnte das Meiste auch selber herstellen. Nur bei dem Aufkleber für die Verkleidung seines Fendt Trisix brauchte er Hilfe, damit das Fahrzeug authentisch wirkt. Warum gerade ein Fendt? „Mich begeistert die Landwirtschaft“, meinte Schorer. Nachdem er erste Einweisungen in die Gerätschaften und in die Elektrotechnik bekam, konnte es mit dem Bau des Roboters losgehen. „Ganz so einfach wollten wir es ihm nicht machen“, lachte Bernhard Albenstetter, Abteilungsleiter der Ausbildung bei Grob.

Schorer lötete Bauteile auf die Platine, was „sehr viel Arbeit kostete“. Nach dem Zusammenbau der Platine ging es an die Fototransistoren: Diese sind wichtig, damit der Fendt auf der schwarzen Linie, die umgeben von einem weißen Untergrund ist, fährt. Fototransistoren sind lichtempfindlich, sie können hell und dunkel gut unterscheiden. Doch diese waren anfangs noch zu empfindlich eingestellt und mussten ausgebessert werden. Damit das Fahrzeug auf der schwarzen Linie bleibt, musste dieses darauf programmiert werden. „Worauf Christof nicht genau eingegangen ist, ist, dass ein großer Teil auch Softwarearbeit war. Ohne spezielle Software geht heute nichts mehr“, fügte Albenstetter hinzu. Bei der 3D-Zeichnung für sein Modell wurde er von einem Auszubildenden unterstützt. „Probleme gab es bei der Befestigung der Verkleidung“, berichtete Schorer. Am Ende habe er die Verkleidung mit zwei Metallstreben an der Platine befestigt. Die Metallstreben hat er selbst gefräst und die Aussparungen in der Verkleidung aus Blech weggelasert. Natürlich hatte er immer auch Hilfe von den anderen Auszubildenden und dem Meister, sowie von Werner Drexel, auch Abteilungsleiter der Ausbildung bei Grob.

„Christof wollte etwas erlernen und hat es selbst in die Hand genommen, sich mit der Zukunft auseinanderzusetzen“, sagte Wenger. „Er zeigte Engagement und Einsatz bei der Teilnahme am Alltagsgeschehen bei Grob. Das Langzeitpraktikum ist wie eine Highspeed-Ausbildung.“ In den Monaten durchlief Schorer alle Abteilungen der Firma Grob wie in einer normalen Ausbildung auch. Er hat sich aber bewusst auf die Elektrotechnik spezialisiert, da er dies später auch beruflich machen möchte.

Auch Albenstetter war mit seiner Leistung und seinem Ergebnis von dem Bau des Roboters sehr zufrieden und hat Schorer daraufhin eine Ausbildungsstelle als Mechatroniker angeboten, die Letzterer direkt annahm. Schmölz scherzte, dass Grob aufpassen solle, dass Schorer nicht irgendwann zum Landmaschinenhersteller ins Ostallgäu wechsle. Doch vorerst bleibt Schorer der Firma Grob eine Zeit lang erhalten.

Julia Böcken

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