„Mehr konnten wir nicht darstellen“

Corona erschwert Verkehrsprävention der Mindelheimer Polizei

Schulweghelfer Mindelheim
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In Mindelheim werden derzeit dringend weitere Schulweghelfer gesucht.
  • Marco Tobisch
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Mindelheim – Damit alle Unterallgäuer Kinder sicher in die Schule und wieder nach Hause kommen, sind Eltern, Schulen, Polizei und Ämter in ständigem Austausch. Durch Corona ist die Verkehrsprävention der Polizei nun etwas ins Stocken geraten, wie Jochen Lucas von der PI Mindelheim zuletzt eingeräumt hatte. Er versicherte aber, „wir haben versucht, das Beste draus zu machen“.

Fünf Schulwegunfälle im Landkreis hat die Polizei im vergangenen Jahr notiert, davon zwei mit schwerverletzten Kindern. Damit die Zahl weiter nach unten geht, bieten die Beamten seit vielen Jahren diverse Schulungsmaßnahmen für verschiedene Altersstufen, mit denen Schüler für das Verkehrsgeschehen sensibilisiert werden sollen. So hielt die Mindelheimer Polizei im letzten Jahr beispielsweise an 30 Kindergärten ein sogenanntes Schulwegtraining ab. Gut 400 Kinder, die zu dieser Zeit kurz vor der Einschulung standen, wurden dabei auf die bevorstehende Veränderung vorbereitet. Corona sei dabei eine „besondere Herausforderung“ , heißt es von der Mindelheimer Polizei, denn aufgrund der Abstandeinhaltung mussten die einzelnen Kindergartengruppen nochmals unterteilt werden – was für die Beamten einen großen zusätzlichen Zeitaufwand bedeutete. Ferner wurden für die Eltern von Kindergartenkindern Infoveranstaltungen zum Thema Schulweg abgehalten.

Jochen Lucas von der PI Mindelheim stellte letzte Woche die Verkehrsunfallzahlen vor. Dabei kam er auch auf das Thema Verkehrsprävention zu sprechen.

Auch die Fahrradausbildung fand im letzten Schuljahr in leicht abgespeckter Form statt: Leider habe man „coronabedingt“ nur 229 Schüler und damit etwa die Hälfte durch die Ausbildung schleusen können, berichtet Jochen Lucas. Ersatz für Ausfälle wurde in Form einer „Toter Winkel“-Demonstration angeboten. „So sollten die die Schüler zumindest ein Gefühl dafür bekommen, wie viel ein Lkw beim Abbiegen nicht sieht“, erklärt Lucas. „Mehr konnten wir im letzten Jahr leider nicht darstellen“, so der Mindelheimer Polizist, der nun auch die Eltern in die Pflicht nimmt, ihren Kindern die lauernden Gefahren aufzuzeigen und für den Radverkehr zu sensibilisieren.

Ein wichtiger Baustein für den sicheren Schulweg sind auch die Schulweghelfer, von denen im Dienstbereich der Mindelheimer Polizei acht Neulinge ausgebildet wurden. In der Kreisstadt selbst gibt es derzeit nur sieben ehrenamtliche Schulweghelfer, weshalb auch Polizeibeamte unterstützend ran müssen. Vor allem, wenn mal jemand ausfalle, mache sich der Engpass bemerkbar, weshalb Lucas dringend an Mindelheimer Eltern appelliert, sich für den Schulwegdienst bereitzuerklären und den Kindern damit zu einem sicheren Schulweg zu verhelfen.

Schulbuslotsen-Boom in Pfaffenhausen

Auch Schulbuslotsen, die selbst noch Schüler sind, unterstützen die Sicherheit – wenngleich zuletzt weder Ausbildung noch Neuakquise stattfanden, wie Lucas erklärt. Aktuell sind in Mindelheim zehn Schulbuslotsen, in Pfaffenhausen sogar 35 Lotsen aktiv.

Ferner setzt die Polizei auch auf Verkehrskontrollen an Bushaltestellen und im Umfeld von Schulen – allerdings mehr präventiv und kommunikativ als mit Bußgeldzetteln. Die Fahrer seien fürs „Wachrütteln ohne Strafe“ dann sogar meist dankbar, erklärt ­Jochen Lucas.

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