Landratsamt klärt auf

Corona: Inzidenzwert im Unterallgäu klettert weiter - Woran das liegt

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Die Coronazahlen im Landkreis Unterallgäu steigen aktuell wieder.
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Unterallgäu – Ende Februar war der Inzidenzwert im Landkreis Unterallgäu auf deutlich unter 50 gesunken, seit Anfang März nehmen die Neuinfektionen aber wieder sprunghaft zu. Am heutigen Freitag liegt der Inzidenzwert hauchdünn unterhalb der 100er-Marke. Woran es liegt, dass seit März wieder so viele Coronafälle gemeldet werden, hat das Landratsamt auf Nachfrage erklärt.

Mitte letzter Woche noch bei 70, sprang der Inzidenzwert am heutigen Freitag laut RKI auf 99,1. Das Landratsamt spricht von einem „diffusen Infektionsgeschehen“, denn an speziellen Gründen sei der Anstieg kaum fest zu machen. Der Corona-Ausbruch bei einem Buchloer Schlachtbetrieb (mehr dazu hier) trage auch im Unterallgäu zu höheren Coronazahlen bei. 15 positiv getestete Mitarbeiter von Vion Beef haben ihren Wohnsitz laut Landratsamt im Unterallgäu. „Das macht was aus, ist aber sicher nicht der alleinige Grund“, so Landratsamt-Sprecherin Eva Büchele. Auch an Schulen gebe es nur punktuell Ansteckungen: Hier und da gebe es in Unterallgäuer Klassen ein bis zwei Infizierte pro Klasse, nach deren Isolation gebe es in der Regel aber keine Folgefälle.

Zwar gebe es einige Gemeinden, in denen die Zahlen derzeit etwas höher seien, so Büchele – die Hotspots befinden sich derzeit überwiegend im westlichen Landkreis, etwa in Ottobeuren (23 positive Fälle), Legau (35), Lachen (10), Sontheim (17) und Trunkelsberg (12). Derweil fallen die Städte Mindelheim (7) und Bad Wörishofen (19) angesichts ihrer Größe derzeit nur unwesentlich ins Gewicht. Nur in den wenigsten Fällen könne man Gründe nennen, warum es in der einen Gemeinde mehr Fälle gibt und in anderen kaum, so Büchele. 202 Unterallgäuer sind aktuell mit dem Coronavirus infiziert.

Britische Variante Problem im Unterallgäu

Sorgen bereitet dem Landratsamt allerdings die Corona-Mutation - allen voran die britische, die im Unterallgäu überwiegend festgestellt wird. 113 solcher Mutationsfälle hat das Gesundheitsamt im Landkreis inzwischen gezählt – wobei diese Zahl nur bedingt aussagekräftig ist, denn erst seit Bekanntwerden der Mutation wird separat aufgeschlüsselt und im Labor serienmäßig auf Mutationen untersucht. Und Coronatests bei Ärzten, die mit unterschiedlichen Laboren zusammenarbeiten, könnten die Statistik ebenfalls verfälschen, wenn ihr Labor nur auf Corona, nicht aber auf die spezielle Mutation untersucht.

Was laut Landratsamt aber auffällt: Gibt es in einem Haushalt, in dem mehrere Menschen leben, einen Coronamutationsfall, seien häufig gleich mehrere Bewohner infiziert. So seien etwa auch in Legau mehrere Familien betroffen.

Schulen und Kitas nächste Woche geöffnet

Sollte der Landkreis Unterallgäu nun den Inzidenzwert von 100 überschreiten, müssten übrigens noch nicht alle Geschäfte ihr Click&Meet-Angebot wieder einstellen. Erst, wenn der Wert drei Tage am Stück über 100 bleibt, ist das Landratsamt dazu angehalten, eine Allgemeinverfügung zu erlassen – die dann zwei Tage später in Kraft tritt. Auch die Kontaktbeschränkungen und die Regelung für Schulen und Kitas wären dann betroffen. In der kommenden Woche bleiben Grund- und Förderschulen sowie die Kindertagesstätten im Unterallgäu aber unabhängig von der Inzidenzentwicklung der nächsten Tage geöffnet, wie das Landratsamt soeben in einer Pressemitteilung erklärt hat (mehr dazu folgt).

Die Mindelheimer Klinik hat ihren „coronafreien“ Status derweil nur zwei Tage halten können. Heute meldet der Klinikverbund Allgäu wieder einen Covid-Patienten auf der Normalstation.

Marco Tobisch

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