Inzidenzwert heute bei 135,54

Corona: Landkreis Unterallgäu erreicht erstmals Stufe „Dunkelrot“

Ein blauer Mund-Nasen-Schutz.
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Die Maskenpflicht wird ausgeweitet.

Unterallgäu – Erstmals steht die Corona-Ampel im Unterallgäu auf „Dunkelrot“. Am Dienstagmorgen hatte der Inzidenzwert laut Rechnung des Robert-Koch-Instituts die 100er-Schwelle erklommen. Seit gestrigem Mittwoch gelten deshalb auch im Unterallgäu verschärfte Beschränkungsregeln, die insbesondere die Maskenpflicht und Veranstaltungen betreffen.

Gestern zeigte die 7-Tage-Inzidenz noch 73,62 an, wobei dabei 91 Neuinfektionen, die im Landkreis über das Wochenende bekannt wurden, noch nicht eingerechnet waren. Das Robert-Koch-Institut errechnete heute Morgen erstmals einen Inzidenzwert knapp über der 100, das LGL zeigte wenige Stunden später sogar schon einen Inzidenzwert von 135,54 an. Damit erreicht auch der Landkreis Unterallgäu erstmals die Stufe „Dunkelrot“.

Was sich dabei im Vergleich zur Stufe „Rot“ (Inzidenzwert zwischen 50 und 100) ändert? Die bisherigen Regelungen in Bezug auf Hygiene und Abstand beispielsweise in Vereinssport und Kulturveranstaltungen bleiben wie gehabt in Kraft. Sobald die Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen einen Wert von 100 pro 100.000 Einwohner überschreiten, gilt zusätzlich ab dem nächsten Tag – im Unterallgäu also ab morgigem Mittwoch:

Private Treffen und Feiern sind auf maximal zwei Hausstände oder fünf Personen begrenzt. Das gilt in der Öffentlichkeit sowie für Zusammenkünfte in privat genutzten Räumen oder auf privaten Grundstücken und auch für Feiern und Treffen in der Gastronomie.

Veranstaltungen und Versammlungen in geschlossenen Räumen sind auf 50, unter freiem Himmel auf 100 Personen begrenzt. Dies gilt neben Vereins-, Partei- und sonstigen Veranstaltungen auch für kulturelle Veranstaltungen sowie Tagungen und Kongresse. Sportveranstaltungen werden auf 50 Zuschauer begrenzt. Einzig Gottesdienste und Demonstrationen sind hiervon nicht betroffen. Hier gelten die speziellen Beschränkungsregelungen und Hygienekonzepte nach der siebten bayerischen Infektionsschutzverordnung.

• Überall, wo Menschen dicht oder länger zusammenkommen, muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. So gilt die Maskenpflicht zum Beispiel bei Veranstaltungen, in öffentlichen Gebäuden oder auch für Zuschauer bei Sportveranstaltungen.

• Für Grundschüler derselben festen Klasse (Klassenverbund) gilt, dass die Mund-Nasen-Bedeckung im Unterrichtsraum am Platz abgenommen werden darf, wenn der feste Klassenverbund zusammen unterrichtet wird. „Das gilt auch auf den Außenflächen, wenn sich der feste Klassenverbund im Außenbereich getrennt von anderen Klassenverbünden aufhält“, erklärt das Landratsamt. Dasselbe gilt auch für eine feste Gruppe der schulischen Ganztagesangebote oder Mittagsbetreuung.

Ab 21 Uhr ist der Betrieb von gastronomischen Einrichtungen untersagt (Sperrstunde). Außerdem gilt ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen sowie ein Alkoholverkaufsverbot an Tankstellen.

• Regelungen für Kindertagesstätten sind in der Infektionsschutzverordnung nicht enthalten. Hier hat das Landratsamt eine funktionelle Trennung der Gruppen angeordnet. Die Regelung soll verhindern, dass unter Umständen komplette Einrichtungen schließen müssen. Eine Mund-Nasen-Bedeckung in den Kindertagesstätten wird empfohlen, ist aber aktuell nur vorgeschrieben, wenn der Mindestabstand von 1,5 Meter zu anderen Erwachsenen nicht eingehalten werden kann.

Patienten oder Bewohner von Pflegeheimen dürfen täglich nur von einer Person zu einer festen Zeit besucht werden. Die Besuchsbeschränkung gilt für Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen sowie ambulant betreute Wohngemeinschaften. Zu Besuch kommen dürfen Angehörige des eigenen Hausstandes, Ehegatten, Partner, Verwandte in gerader Linie, Geschwister sowie Angehörige eines weiteren Hausstands. Minderjährige dürfen auch von den Eltern gemeinsam besucht werden. Die Begleitung von Sterbenden ist jederzeit möglich. Auch bei der Geburt darf stets eine Begleitperson dabei sein.

Im Gegensatz zur Corona-Ampel der bayerischen Staatsregierung gelten die in den Rahmenhygieneplänen der Kindertagesstätten und Schulen vorgesehenen Stufen nicht automatisch, wenn die jeweiligen Inzidenzwerte überschritten wurden. Die Stufen werden vom Landratsamt angeordnet. „Wir wollen so lange wie möglich die Notbetreuungen und den Distanzunterricht verhindern“, sagt Landrat Alex Eder.

„Wir nehmen die steigenden Zahlen sehr ernst und unternehmen gemeinsam alle möglichen Anstrengungen, um die Infektionsketten zu unterbrechen“, so Eder. Dazu gehöre beispielsweise auch, wenn nötig einzelne Klassen oder ganze Jahrgangsstufen in Quarantäne zu schicken oder auch in einer Grundschulklasse bei Bedarf eine Maskenpflicht auszusprechen. „Wir beobachten das Infektionsgeschehen im Unterallgäu weiterhin sehr genau.“ Deshalb hält Eder an seiner Entscheidung fest, dass die Mund-Nasen-Bedeckung an Grundschulen am Platz abgenommen werden darf, wenn der Unterricht im festen Klassenverbund stattfindet. „Diese Entscheidung ist für mich unabhängig von einem Inzidenzwert.“ Die endgültige rechtliche Klärung des Themas ist noch nicht abgeschlossen.

wk

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