Nach Tübinger Vorbild

Corona: Mindelheim bewirbt sich als Modellregion für Öffnungsperspektiven

Mindelheim Luft
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Die Stadt Mindelheim bewirbt sich – wie auch Bad Wörishofen – als Modellregion für die Umsetzbarkeit von Öffnungsschritten.
  • Marco Tobisch
    vonMarco Tobisch
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Mindelheim/Allgäu – Nach der Kabinettssitzung am Dienstag vergangener Woche steht fest, dass der Freistaat nach den Osterferien im Rahmen von Modellprojekten drei Städte mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 100 auswählt. Unter strengen Schutzmaßnahmen und einem Testkonzept für die Dauer von 14 Tagen erhalten sie die Erlaubnis, einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens zu öffnen. So soll die Umsetzbarkeit von Öffnungsschritten insbesondere unter Nutzung eines konsequenten Testregimes untersucht werden. Auch die Stadt Mindelheim hat sich beworben.

Das Allgäu biete sich laut MdB Stephan Stracke (CSU) „als Modellregion geradezu an“. Mit der Ausrichtung der Nordischen Ski Weltmeisterschaft in Oberstdorf habe das Allgäu unter Beweis gestellt, dass eine Großveranstaltung auch unter den Bedingungen einer Pandemie sicher und erfolgreich gelingen kann, so Stracke in einer Pressemitteilung. Ausschlaggebend dafür waren laut Stracke über 23.000 durchgeführte Tests, ein klares Schutz- und Hygienekonzept und die hohe Eigenverantwortung aller Akteure. Was im Rahmen einer Großveranstaltung gelang, könne auch in den Landkreisen und kreisfreien Städten des Allgäus gelingen, ist sich der Bundestagsabgeordnete sicher. Er sieht in einem Modellprojekt eine große Chance für die gesamte Region, besonders für Handel, Gastronomie, Tourismus und Kultur. Ein solches Modellvorhaben sollte nach Möglichkeit auch wissenschaftlich begleitet werden, so Stracke. Jetzt gelte es, das Allgäu als Modellregion gegenüber der Staatsregierung zu platzieren. „Wir brauchen jetzt einen neuen Aufbruch in der Pandemie, der Freiheit und Sicherheit verantwortungsvoll miteinander verbindet“, fordert Stracke.

Das Bewerberfeld ist groß

Neben Kempten hatten sich im Allgäu bereits am Donnerstag letzter Woche Marktoberdorf und Kaufbeuren beworben. Am heutigen Freitag gab auch die Stadt Mindelheim bekannt, man werde sich bei der Bayerischen Staatsregierung als Pilotgemeinde für weitere Öffnungen in Handel und Gastronomie nach dem „Tübinger Modell“ bewerben. Soeben hat auch die Stadt Bad Wörishofen bekanntgegeben, Bürgermeister Stefan Welzel habe die Bewerbungsunterlagen für das Modellprojekt ans Gesundheitsministerium auf den Weg gebracht (eigener Beitrag dazu hier).

Wie die Stadt Mindelheim mitteilte, habe man zuletzt große Anstrengungen mit Hilfe der Städtebauförderung unternommen, um die Innenstadt zu einem attraktiven Standort für Handel und Gastronomie umzugestalten. Diese Erfolge sieht Bürgermeister Dr. Stephan Winter derzeit „in hohem Maße gefährdet, da die Innenstadtbetriebe seit gut einem Jahr ums Überleben kämpfen und im Gegensatz zu vielen Vollsortimentern auf der ‚Grünen Wiese‘ ihr Geschäft nicht öffnen durften“, so Bürgermeister Winter.

Rückkehr zur Normalität

Der Rathauschef fordert nun: „Unsere Geschäftsinhaberinnen und Geschäftsinhaber brauchen genauso wie unsere Bürgerinnen und Bürger eine Perspektive auf eine gewisse Rückkehr zur Normalität. Ansonsten fürchte ich, dass durch den wachsenden Unmut auch die Bereitschaft für die übrigen notwendigen Coronamaßnahmen drastisch sinken wird.“

Punkten will die Stadt bei der Aufnahme ins Modellprojekt mit dem ausgebauten Schnelltest­angebot. So hatten zuletzt unter anderem die heimischen Apotheken ein Netz von Schnellteststellen errichtet. Und auch ein Schnelltestzentrum im Hallenbad, das eine Kapazität von mehreren hundert Tests pro Tag bietet, gibt es seit Montag.

Abschließend heißt es in der Pressemitteilung: Die Stadt Mindelheim sei überzeugt, dass der mit einem „Tagesticket“ verbundene Vorteil die Testbereitschaft in der Bevölkerung nochmals steigern „und damit diese wichtige Säule innerhalb der bayerischen Coronastrategie stärken wird“.

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