Ein Schlüssel für die Corona-Bewältigung

Corona rückt Hygienefachkräfte an der Mindelheimer Klinik ins Rampenlicht

Klinik Mindelheim Hygiene
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Brigitte Kienle ist an der Klinik Mindelheim fürs Thema Hygiene zuständig. Mit Corona haben sich die Anforderungen in diesem Bereich deutlich verschärft.
  • Marco Tobisch
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Mindelheim – Die Coronasituation an der Klinik Mindelheim hat sich angesichts der Zahlen in den letzten Wochen spürbar entspannt. Ein Teilbereich des Krankenhauses, der neben Ärzten und Pflegern durch Corona mächtig unter Druck steht, sind die Hy­gienefachkräfte. Wie für sie der Klinikalltag aussieht, dazu gibt der Klinikverbund Allgäu nun Einblick.

Ein Hygieneteam mit zwei „Krankenhaushygienikern“ und zehn Hygienefachkräfte gibt es in den Kliniken des Klinikverbunds Allgäu. In Mindelheim und Ottobeuren ist Brigitte Kienle, Fachkrankenschwester für Hygiene und Infektionsprävention, die Ansprechpartnerin vor Ort, wenn es um die Hygiene geht. Sie kann inzwischen reichlich Erfahrung vorweisen: Seit 31 Jahren ist sie an der Klinik in Mindelheim beschäftigt und seit neun Jahren mit dem Thema Klinikhygiene betraut.

Seit Beginn der Corona-Pandemie stehen Kienle und ihr Team unter enormem Druck. Denn plötzlich sind Hygienefragen, Isolationsrichtlinien, Quarantäneverordnungen und Impfungen zu den wichtigsten Fragen in der Klinik geworden.

Ständige Anpassung

Wie der neue Alltag seit dem Frühjahr letzten Jahres aussieht? Als erste Aufgabe jeden Tag informiert sich Kienle über die Corona-Patienten im Haus, über die Belegung auf den Covid-Behandlungs- und Abklärungsstationen und geht die eingegangenen Corona-Test-Ergebnisse durch. In Abstimmung mit dem Krankenhaushygieniker entscheidet sie über die Isolierung von Patienten, notwendige Abstrichuntersuchungen bei Patienten und Mitarbeitern und die Anpassung von Behandlungsstandards an neue Entwicklungen, wie etwa aktuell an das Auftauchen von hochinfektiösen Virusvarianten.

Eine gut sichtbare Konsequenz der Hygieneregelungen sind auch die Containermodule, wo Mitarbeiter, Angehörige und Patienten bei ihrem Eintreffen auf Corona getestet werden. Patienten mit Verdacht auf eine infektiöse Erkrankung können so sofort von anderen räumlich getrennt werden. Das sei auch einer der Schlüssel in der Corona-Bekämpfung, wie der Klinikverbund in einer Pressemitteilung schreibt: „Strenge Hygieneregelungen und hohe Standards im Umgang mit infektiösen Patienten, aber auch im ganzen Krankenhausbetrieb, sowie deren konsequente Umsetzung entscheiden darüber, wie gut ein Krankenhaus mit den Anforderungen durch die Corona-Pandemie fertig wird.“

Corona-Zahlen gehen deutlich zurück

Während der Inzidenzwert im Unterallgäu sich von einst über 200 auf inzwischen 37,8 (Stand: Mittwoch) gesenkt hat, gingen auch die Coronapatientenzahlen in der Mindelheimer Klinik zurück: Am gestrigen Dienstag wurden nur noch acht Patienten wegen Covid-19 im Krankenhaus behandelt, keiner von ihnen auf der Intensivstation.

Bewährt habe sich in der Pandemiezeit, so schreibt der Klinikverbund weiter, „die Leistungskraft des neuen Klinikverbunds“, denn so hätten die drei Hygienefachkräfte im Unterallgäu auf die „Unterstützung und Expertise des gesamten Teams des Klinikverbunds und des zuständigen Krankenhaushygienikers Dr. Peter Keith zurückgreifen“ können.

Während die Verantwortlichen des Klinikverbundes unter anderem im Mindelheimer Stadtrat für ihre Kommunikation den Mitarbeitern gegenüber zuletzt deutlich kritisiert wurden (der Wochen KURIER berichtete), zeigten sie sich in der jüngsten Pressemitteilung voll des Lobes für ihre „Abteilung für Hygiene und Infektiologie“. Hier heißt es: „Dank des Einsatzes von Frau Kienle und ihren Kollegen meistern die Kliniken Tag für Tag die Herausforderungen, vor die uns das Corona-Virus und zahlreiche andere Krankheitserreger stellen.“

wk

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