91 Neuinfektionen noch nicht eingerechnet

Corona: Unterallgäuer Inzidenz rückläufig? Der Eindruck täuscht

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Unterallgäu - Die gesamte Region ist inzwischen rot gefärbt, betrachtet man die Corona-Inzidenzwerte auf den Karten. Dass der Wert im Unterallgäu in den letzten Tagen von zuletzt fast 100 nun auf nurmehr 73,62 zurückgegangen ist, ist leider noch nicht der Beginn eines längeren Abschwungs: 91 Neuinfektionen im Landkreis, die das Landratsamt soeben auf Nachfrage bestätigt hat, wurden in den aktuellen Inzidenzwert nämlich noch nicht eingerechnet.

Wer heute auf der Homepage des Landratsamtes an gewohnter Stelle die aktuellen Corona-Fallzahlen sucht, wird nicht fündig - was aber nicht daran liegt, dass das Amt künftig auf weniger Transparenz setzt. Wie die Pressestelle mitgeteilt hat, seien die unterschiedlichen Meldezeitpunkte von Fallzahlen im Austausch zwischen Gesundheitsamt, Pressestelle und LGL der Grund, denn dadurch würden je nach Zeitpunkt nicht immer übereinstimmende Zahlen bekannt. Um Irritationen zu vermeiden, verweist das Landratsamt deshalb nun auf die Zahlen des LGL.

In die aktuelle 7-Tage-Inzidenz von 73,62 nicht mit einrechnet sind dabei allerdings 91 Neuinfektionen, die im Landkreis über das Wochenende bekannt wurden und die den Wert am morgigen Dienstag wieder in die Höhe schießen lassen dürften - dann womöglich sogar über die 100er-Schwelle, mit der weitere Beschränkungen einhergehen würden. Unter anderem würden dann bei Stufe "Dunkelrot" Veranstaltungen aller Art auf die maximale Anzahl von 50 Personen beschränkt, beispielsweise auch Vereinssitzungen. Außerdem gäbe es dann auch eine Sperrstunde für Gaststätten und für den Verkauf von Alkohol zwischen 21 und 6 Uhr.

Auch Bundeswehrler und Polizei helfen mit

Problematisch stellt sich, wie schon aus anderen Landkreisen in den letzten Tagen zu hören war, auch im Unterallgäu die personelle Unterbesetzung im Gesundheitsamt dar. "Wir haben hier dringend bedarf", heißt es von der Pressestelle auf Nachfrage des Wochen KURIERS. Seit Ende letzter Woche gibt´s hier für die schnelle Nachverfolgung von Infektionsketten zusätzliche Unterstützung. Ende letzter Woche hatten bereits zwei Bundeswehrler mitgeholfen, seit dieser Woche kommen drei weitere dazu. Und auch Mitarbeiter aus anderen Sachgebieten telefonieren inzwischen im Auftrag des Gesundheitsamtes, ebenso wie die Polizei. Als Grund für den zunehmenden Bedarf nennt das Landratsamt neben den steigenden Fallzahlen auch die Kontaktzahlen von Positiv-Getesteten, die in diesen Tagen höher seien als noch während der ersten Welle.

Betroffen ist aktuell auch die Mindelheimer Kindertagesstätte Marcellin-Champagnat, wo eine Mitarbeiterin positiv getestet wurde. Fünf Mitarbeiterinnen und 21 Kindergartenkinder seien bereits heute Vormittag getestet worden, teilt die Stadt mit. In Quarantäne befinden sich außerdem 13 Krippenkinder. Weil aber feste, voneinander getrennte Gruppen gebildet wurden, können die anderen Gruppen weiter betreut werden.

Marco Tobisch

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