Deutlich mehr gefordert als im Vorjahr

Corona verdoppelt Belastung: Johanniter legen Unterallgäuer Einsatzzahlen 2020 vor

Johanniter Fahrzeug
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Auch am Kilometerzähler der Einsatzfahrzeuge wird sichtbar, dass 2020 ein intensives Jahr für die Johanniter war.
  • Marco Tobisch
    VonMarco Tobisch
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Unterallgäu – Corona hat den Arbeitszeiten von Rettungskräften massiv zugesetzt, das zeigt auch der aktuelle Jahresbericht der Johanniter im Unterallgäu: 2.653-mal und damit gut doppelt so oft wie noch 2019 brachen die Johanniter von ihren Standorten Memmingen, Babenhausen und Ottobeuren zu Einsätzen auf. 

„Das vergangene Jahr hat viele an ihre Grenzen gebracht und gerade soziale Dienstleistungen, wie die Pflege oder auch der Rettungsdienst, waren geforderter denn je. Auch das Ehrenamt und seine Leistungen sind in dieser Zeit nicht wegzudenken“, so das Fazit der Johanniter zum intensiven Einsatzjahr 2020. 2.653 Einsätze wurden gefahren, davon 1.319 mit dem Rettungswagen (RTW)und 441 Krankentransporte. Zu 893 Einsätzen musste ein Notarzt hinzugezogen werden. So ist es auch nicht verwunderlich, dass auch der Kilometerzähler gewaltig zulegte: Insgesamt legten die Mitarbeiter des Rettungsdienstes 81.931 Kilometer zurück. Zum Vergleich: Im Jahr zuvor waren es weniger als 50.000 Kilometer gewesen.

Im Raum Memmingen wird zudem ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) zu unterschiedlichen Schichtzeiten gestellt. Das NEF ist das Fahrzeug, das den Notarzt zum Einsatz bringt. Mit dem Rettungswagen (RTW) wird hier im „Rendezvous-System“ gearbeitet. Insgesamt rückte das NEF 757-mal aus und legte 16.118 Kilometer zurück.

Extremer Vergleich

„Wie die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr zeigen, werden auch hier die Auswirkungen der Pandemie sichtbar“, konstatiert Markus Heinrich, Rettungsdienstleiter der Johanniter in Bayerisch Schwaben. Und zu den eigentlichen Fahrten komme natürlich noch die anschließende Komplettreinigung und Desinfektion des Fahrzeuges hinzu, die nach jeder Verdachtsfahrt vorgenommen wurde. Heinrich weiter: „An dieser Stelle möchte ich meinen herzlichen Dank an alle Rettungsdienstmitarbeitenden aussprechen, die jeden Tag, teilweise in physisch belastender Schutzausrüstung, vor Ort ihr Bestes geben.“

Auch das Ehrenamt spielt bei den Johannitern eine große Rolle. Neben drei großen Einsätzen zum „Bevölkerungsschutz“ seien laut Heinrich vor allem die vielen zusätzlichen Stunden, die viele Ehrenamtliche in den Corona-Teststationen in Memmingen und Mindelheim oder bei mobilen Screenings seit März geleistet haben, bemerkenswert.

Auch haben einige Ehrenamtliche Dienste im Regelrettungsdienst übernommen. „Es ist schön, dass Haupt- und Ehrenamt Hand in Hand arbeiten“, freut sich Markus Heinrich.

wk

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